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Aus EasyLinux 03/2009

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Google-Dienste unsicher

Google Mail, Calendar und Docs sind unsicher. Das stellen Wissenschaftler in einem offenen Brief an Googles CEO Eric Schmidt fest und fordern, HTTPS als Standard zu verwenden [1].

Die Forscher aus den Bereichen Informatik, Informationssicherheit und Privatrecht werfen Google vor, die Sicherheit und Privatssphäre seiner Nutzer unnötig zu gefährden, und fordern Schmidt auf, die eigenen Datenschutzrichtlinien umzusetzen.

Konkret geht es um die Privatsphäre der Nutzer von Google Mail, Docs und Calendar. Anders als die Google-Web-Anwendungen Voice, Health, AdSense und Adwords überträgt Google die Daten in Sitzungen mit Google Docs, Calendar und Mail nicht automatisch HTTPS-verschlüsselt. Das ist schlecht, wenn Nutzer etwa an öffentlichen WLAN-Access-Points (in Bibliotheken oder Cafés) Mails, Dokumente und Termine abrufen: Mit einem Paketsniffer können Angreifer den gesamten Datenverkehr mitschneiden und Passwörter sowie andere private Informationen mitlesen.

Dabei unterstützen die Google-Dienste durchaus HTTPS, Google aktiviert es nur nicht standardmäßig: Über Einstellungen / Allgemein / Browserverbindung / Immer https verwenden stellen Sie z. B. Google Mail auf HTTPS um.

Google hat bereits auf den offenen Brief geantwortet [2]. Man prüfe den Schritt hin zu HTTPS als Standard, wolle das aber erst mit ein paar Anwendern testen, um die Performance zu prüfen. (Kristian Kißling/hge)

[1]http://www.cloudprivacy.net/letter/

[2]http://googleonlinesecurity.blogspot.com/2009/06/https-security-for-web-applications.html

Windows 7 ohne Internet Explorer

Das Urteil der Europäischen Kommission zeigt Folgen: Microsoft will Windows 7 in Europa ohne IE ausliefern. Um das angepeilte Startdatum 22. Oktober zu halten, will das Unternehmen nun die Computerhersteller informieren. Zur Unterscheidung sollen die Versionsbezeichnungen für Windows 7 mit einem “E” ergänzt werden. Damit europäische Anwender dennoch sofort im Internet surfen können, sollen die PC-Hersteller einen Browser ihrer Wahl auf den Windows-7-Rechnern installieren.

Im Interview mit der Juristenplattform Groklaw bezeichnet ein Mitarbeiter der Europäischen Kommission diese Lösung als “Schritt in die richtige Richtung, aber längst nicht ausreichend” [1].

Im Februar 2008 hatte die Europäische Kommission den Konzern wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht zu der Rekordstrafe von 900 Millionen US-Dollar verdonnert [2]. Anlass war die enge Verknüpfung des Betriebssystems mit Programmen, die es Wettbewerbern erschwert, Alternativen anzubieten. Im Januar 2009 bemängelte die Europäische Kommision erneut, dass der Internet Explorer zu eng mit Windows verknüpft sei. Anlass war die Beschwerde des Browser-Herstellers Opera, die bei der Free Software Foundation Europe, Google und Mozilla Unterstützung fand. (Britta Wülfing/hge)

[1]http://www.groklaw.net/article.php?story=20090611180848163

[2]https://www.linux-community.de/Internal/Nachrichten/Microsoft-muss-899-Millionen-Euro-Geldstrafe-zahlen

Finale Version von Fedora 11

Nach mehreren kleineren Verzögerungen hat das von Red Hat finanzierte Open-Source-Projekt Fedora im Juni Version 11 seiner Linux-Distribution auf den Weg gebracht.

Zu den Neuerungen zählen die üblichen Updates, wie Gnome 2.26, KDE 4.2 und Kernel 2.6.29.3. Mit der Entscheidung für Ext4 als Standarddateisystem gibt es aber auch echte Neuerungen unter der Haube. Die Bootgeschwindigkeit ist ein heißes Thema bei den Linux-Distributionen, und Fedora 11 verspricht nun eine Startzeit von nur 20 Sekunden, bis der Gnome-Desktop auf die Bildfläche tritt.

Die Release-Notes [1] erzählen mehr zu den Neuerungen, die Feature-Liste [2] listet alle vollständig auf. Im Download-Bereich [3] gibt es installierbare Live-CDs für 32- und 64-Bit-Systeme. (Ulrich Bantle/hge)

[1]http://docs.fedoraproject.org/release-notes/f11/de-DE

[2]http://fedoraproject.org/wiki/Releases/11/FeatureList

[3]http://fedoraproject.org/de/get-fedora

Linux an österreichischen Schulen

Mit Unterstützung des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) [1] wurde gerade die dritte Ausgabe einer speziellen Linux-Distribution für Schulen veröffentlicht, die den Namen “desktop4education” trägt.

Als Teil des EU-Aktionsplans “i2010” [2] wolle man den Einsatz von Open Source Software an österreichischen Schulen fördern, schreibt das Ministerium den Direktoren in einem Begleitschreiben. Der Plan sieht vor, ab 2010 das Geld für die Lizenzen von Office-Software an Schulen zu streichen, ab 2012 will man auch keine Kosten für Betriebssysteme mehr tragen. Deshalb planen inzwischen immer mehr Schulen den Wechsel zu OpenOffice und Linux.

Desktop4education gibt es als Server- und als Desktop-Variante und bringt neben OpenOffice (und zusätzlich StarOffice 9) eine Reihe schultypischer Anwendungen mit, etwa iTalc, Dr. Geo, KDE-Edu, GCompris, Octave, Stellarium und Tuxmath. Eine Liste der verfügbaren Software gibt es unter [3].

“Primär geht es um eine umfassende Ausbildung der Schüler. Sie sollen Textverarbeitung lernen, nicht Winword”, so IT-Experte Kristöfl gegenüber dem österreichischen Wochenmagazin Format. Die ersten 2000 Installations-DVDs waren schnell vergriffen, nun werden 8000 weitere nachgepresst. (Kristian Kißling/hge)

[1]http://www.bmukk.gv.at/

[2]http://ec.europa.eu/information_society/eeurope/i2010/index_en.htm

[3]http://www.d4e.at/

Google Chrome bald auch für Linux

In Googles Developer Channel [1] finden sich Chrome-Pakete für Debian und seine Derivate, wie etwa Ubuntu. Nutzer anderer Systeme sind momentan auf sich gestellt, Google sagt jedoch, dass ein Zerlegen und händisches Installieren der .deb-Pakete möglich ist. Die finale Version wird es – wie schon Google Earth – für zahlreiche weitere Linux-Varianten geben.

Google weist darauf hin, dass die Installation des Debian-Pakets das Google-Repository in die Liste der Paketquellen einträgt, um automatisch Updates der Betaversion zu installieren. Wer das nicht will, solle per sudo touch /etc/defaults/google-chrome eine Datei erstellen, die es verhindert.

Der Linux-Version von Chrome fehlen noch einige Features, z. B. Support von Plug-ins jeglicher Art (etwa Java und Flash), sämtliche Druckfunktionen und auch die Unterstützung für Google Gears. Viele Dialogfenster zeigen nur einen To-do-Hinweis – oder gar nichts. Google warnt auch explizit, dass diese Version nur für interessierte Entwickler und nicht für Endanwender gedacht ist.

Die Geschwindigkeit der Beta beeindruckt: Chrome fühlt sich deutlich flotter an als eine topaktuelle Firefox-Version auf demselben Rechner.

Obwohl die Chrome-Beta laut Google häufig abstürzen soll und bei der Installation um Erlaubnis bittet, die beim Absturz generierten Fehlerberichte automatisch an Google zu schicken, konnten wir Chrome in unserem Kurztest nicht aus der Ruhe bringen. (Daniel Kottmair/hge)

[1]http://dev.chromium.org/getting-involved/dev-channel

OpenSuse noch offener

OpenSuse-Entwickler sollen ihre Beiträge in Zukunft nicht mehr an einen Novell-Mitarbeiter schicken müssen, um sie in die Distribution zu integrieren. Darum wird es für alle Themenprojekte eigene Gruppen und Paketpfleger geben [1]. Bislang war das schon für größere Softwarekomponenten, wie Gnome oder den Kernel, so, aber auch kleinere Aspekte der Distribution sollen nun lockerer gehandhabt werden. Zweck ist, die Distribution weiter für Beitragende zu öffnen, die dann auch mehr Verantwortung übernehmen können.

Die Neuorganisation besitzt einen technischen Aspekt, nämlich die Aufteilung der Themenprojekte und Pakete. Ein anderer Aspekt ist, dass auch innerhalb der Projektgruppen mehr Freiheit in Form von Selbstverwaltung herrschen soll. Dafür werden zunächst die aktuellen Maintainer die Köpfe zusammenstecken und sich überlegen, wie sie mit der gewünschten neuen Gruppendynamik umgehen. (Anika Kehrer/hge)

[1]http://article.gmane.org/gmane.linux.suse.opensuse.devel/21266

Amarok 2.1

Unter dem Motto “Let there be light” haben die Amarok-Entwickler eine neue Version des plattformübergreifenden Musikabspielers Amarok veröffentlicht. Version 2.1 [1] ist fünf Monate nach der Version 2.0 die nächste Major Release des freien Audioplayers. Mit dem Motto möchten die Amarok-Entwickler die Nutzer ihrer Audiosoftware erleuchten, ein Blick auf die Features prüft, ob das gelingt.

An der vordersten Front der Veränderungen steht die überarbeitete Playlist, welche die Anwender dank eines Playlist-Editors nun den eigenen Wünschen anpassen. Sollen nur die Namen der Songs erscheinen oder auch das Genre und die Spielzeit? Die Inhalte der umfangreichen Abspiellisten kann man zudem filtern und durchsuchen, Songs in die Warteschlange einreihen oder sie zu Stoppschildern umfunktionieren, nach deren Abspielen Amarok seine Arbeit einstellt.

Das Kontextmenü fügt sich nun besser in die Amarok-Oberfläche ein, die Inhalte präsentiert der Audioplayer in einer vertikalen Reihe, die sich verändern lässt. Richtig praktisch hört sich das Bookmarking-Feature an: In längeren Podcasts oder Hörbüchern können Amarok-Nutzer nun Bookmarks einfügen. Der Player kehrt dann beim späteren Weiterhören an die zuletzt gehörte Stelle des Stücks zurück, was vor allem für mehrstündige Audiobooks sinnvoll ist.

Auch die Amarok-Links klingen innovativ: Findet man im Netz ein schönes Musikstück, lässt sich ein Link generieren und an andere Amarok-Nutzer verschicken. Ein Klick auf diesen Link öffnet den Song direkt in Amarok.

Wer gerne Musik via Last.FM hört, findet in Amarok ein verbessertes Interface für den Dienst und kann nun Radiosender hören, die auf einen bestimmten User, einen Tag oder einen Künstler zugeschnitten sind. Zudem lassen sich lokale Songs in Last.FM-Manier bewerten.

Es gibt vorkompilierte Pakete [2] (etwa für Kubuntu 9.04 und OpenSuse 11.1) und auch Versionen für Windows und Mac OS X. (Kristian Kißling/hge)

[1]http://amarok.kde.org/en/releases/2.1

[2]http://amarok.kde.org/wiki/Download

DOSBox startet MS-DOS-Programme

Wer noch Spiele aus den 80er- und frühen 90er-Jahren besitzt oder ein altes MS-DOS-Programm ausführen möchte, darf sich freuen: Nach über einem Jahr Entwicklungsarbeit wurde eine neue DOSBox-Version freigegeben [1].

Die DOSBox emuliert einen kompletten Computer mit Intel-286- oder 386-Prozessor samt legendärem MS-DOS-Betriebssystem. Die neue Version 0.73 kennt zusätzliche Grafikmodi, darunter auch Spezialvarianten der alten SVGA-Karten von S3, Paradise und Tseng. Darüber hinaus beherrscht die DOSBox jetzt auch EGA-Grafik und unterstützt den VESA-Standards besser als bisher.

Das Gesamtsystem arbeitet dank zahlreicher Fehlerkorrekturen nicht nur stabiler, auch die Ausführungsgeschwindigkeit wurde drastisch erhöht – ruckelnde Grafik wird somit noch seltener. Die Probleme bei der Einbindung von CD-ROM-Laufwerken gehören der Vergangenheit an.

Die DOSBox reanimiert nicht nur MS-DOS-Spiele, wie z. B. Monkey Island und Sierra-Adventures, sondern hilft auch dabei, alte (Spezial-)Programme unter Linux auszuführen. Auf diese Weise können Sie z. B. alte Textdokumente und wichtige Datenbanken auf einen modernen Linux-Rechner retten. Gegenüber reinen Virtualisierungslösungen, wie etwa VirtualBox, bringt die DOSBox bereits ein komplettes MS-DOS-kompatibles System mit, dessen Bedienung zahlreiche kleine Hilfen vereinfachen. So reicht es in der Regel aus, der DOSBox den Speicherort des alten DOS-Programms an der Kommandozeile zu übergeben. Außerdem emuliert die DOSBox heutzutage exotische, in den 80er-Jahren aber übliche Grafikkartenstandards, wie Tandy, Hercules, CGA, EGA, VGA und die VESA-Modi. (Tim Schürmann/hge)

[1]http://www.dosbox.com/

Okular und DRM

Adobe Reader und andere PDF-Viewer beachten DRM-Einschränkungen in PDF-Dokumenten und verbieten so z. B. Copy & Paste oder das Ausdrucken, wenn der Autor des Dokuments das festgelegt hat. Auch Okular beachtet DRM-Optionen. Ein Bug-Eintrag [1] in der Debian-Fehlerverwaltung stellte nun die Frage: “Warum checkt jemand Code [von Okular] in Debian ein, der unsere Freiheit beschränkt? Warum checkt jemand solchen Code in KDE ein? Können wir das bitte patchen, um dem einen Riegel vorzuschieben?”

Was der Autor nicht wusste: In den Einstellungen von Okular gibt es eine Checkbox DRM-Beschränkungen beachten. Ist sie deaktiviert, kann Okular Text auch aus geschützten Dokumenten kopieren.

In die Diskussion schalteten sich auch der Okular-Entwickler Albert Astals Cid [2] und Plasma-Guru Aaron Seigo [3] ein. Albert Astals Cid merkt an, dass nicht nur die Nutzer Freiheiten hätten, sondern auch die Autoren, und es deshalb einem Autor zustehe, PDF-Dokumente anzubieten, die sich nicht kopieren lassen sollen. Okular respektiere auch diese Freiheiten, deshalb seien im PDF-Reader die DRM-Beschränkungen in der Grundeinstellung eingeschaltet. Seigo fügt in seinem Blog noch hinzu, dass KDE die Entscheidung, vom Autor auferlegte Beschränkungen zu akzeptieren oder nicht, dem Nutzer überlasse. KDE oder Okular würden die Freiheit des Nutzers in keiner Weise beschränken. Beide weisen zudem daraufhin, dass die Restriktionen Teil der PDF-Spezifikation seien und Linux schließlich einen freien PDF-Reader brauche, der die Spezifikation so gut wie möglich unterstütze. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://bugs.debian.org/cgi-bin/bugreport.cgi?bug=531221

[2]http://tsdgeos.blogspot.com/2009/06/okular-pdf-and-drm.html

[3]http://aseigo.blogspot.com/2009/06/okular-and-drm.html

Neues Icon-Theme für Gnome im Oxygen-Stil

Das “Breathe” getaufte Icon-Theme verpasst dem Ubuntu-Desktop ein frischeres Aussehen. Jetzt gibt es eine erste Version. Breathe versteht sich als Kombination des Ubuntu-Themes “Human” mit dem KDE-4-Icon-Set Oxygen. Es ist noch lange nicht komplett, gibt aber im aktuellen Zustand bereits einen guten Ausblick auf das Ziel. Wer das Theme herunterladen möchte, findet Version 0.43 auf gnome-look.org[1].

Das Breathe-Team sucht noch ambitionierte Künstler und Ubuntu-Entwickler, die bei der Arbeit am Theme helfen möchten. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://www.gnome-look.org/content/show.php?content=105873

KDE 4 für Netbooks

Die KDE-Entwickler Marco Martin und Artur Souza arbeiten an einer Netbook-Oberfläche für KDE 4. Jetzt gibt es erste Resultate. Wer auf fertige Software hofft, muss sich noch etwas gedulden, denn die für Netbooks optimierte Plasma-Oberfläche ist erst für KDE-Version 4.4 geplant, die voraussichtlich im Dezember erscheint. Es gibt jetzt aber einen detaillierten Plan [1] und einen ersten Screenshot, der in etwa die geplante Oberfläche zeigt.

Laut ersten Blog-Einträgen von Marco Martin und Artur Souza soll die Netbook-Oberfläche zwei Hauptbildschirme enthalten: eine Newspaper genannte Übersicht und einen Anwendungsstarter. Das Panel wird sich am oberen Bildschirmrand befinden und sich automatisch ausblenden. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen auch das Moblin-Projekt [2] in der neuen Version 2.0 und HP mit der auf Ubuntu basierenden MIE-Oberfläche [3].

Neben der Oberfläche machen sich die Entwickler auch über die einzelnen Applikationen Gedanken, so könnte zum Beispiel das Plasma-Applet Lion Mail [4] als KMail-Ersatz herhalten. (Marcel Hilzinger/hge)

[1]http://techbase.kde.org/Projects/Plasma/Plasma-MID

[2]http://www.moblin.org/

[3]http://www.hp.com/united-states/campaigns/mini1000/hpmini1000_mie.html

[4]http://vizzzion.org/?blogentry=908

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