GNU-Utilities erleichtern nicht nur Linux-Anwendern das Leben – auch für Windows stehen immer mehr davon zur Verfügung.
Wer neben seinem Linux nicht auf Windows verzichten will oder kann, der vermisst schnell die Annehmlichkeiten, die zum Beispiel die GNU-Utils unter Linux bieten – sei es das einfache Beenden von Prozessen via kill oder die detaillierte Anzeige von Verzeichnisinhalten mit der Eingabe von ls -ali. Die Kommandozeilentools die Windows mitbringt, können es nicht im Ansatz mit der Leistungsfähigkeit dieser Programme aufnehmen. Abhilfe schaffen die nativ portierten GNU-Utils [1]. Gegenüber den Cygwin-Tools bieten sie den Vorteil, dass Sie nach dem Anpassen der Pfadvariablen systemweit erreichbar sind.
Übersicht der wichtigsten Tools
Auf der Heft-DVD befinden sich über 300 nativ für Windows portierte Linux-Utilities, die Sie größtenteils ohne Einschränkungen wie unter Linux verwenden können. Sie ermöglichen es Ihnen, nicht nur wesentlich präzisere Informationen über das System zu bekommen, als es mit Windows-Bordmitteln möglich wäre, sondern geben Ihnen auch eine ganze Reihe mächtiger Werkzeuge an die Hand, die das Leben mit dem System aus Redmond deutlich vereinfachen. Aufgrund der unterschiedlichen Systemarchitekturen arbeiten jedoch nicht alle Applikationen fehlerfrei.
Neben den bekannten und beliebten Systemtools wie ls, cat, ps, kill, diff oder rm enthält zum Sammelsurium auch eine Reihe hochkarätiger Netzwerkprogramme. Dazu gehören unter anderem der SSH-Client, der Netzwerkscanner Nmap, das Download-Tool wget sowie diverse weiter nützliche Helfer, beispielsweise strace oder whois.
Fans der Bash-Shell freuen sich sicher über die Windows-Portierung, ermöglicht sie doch im Kontext mit den GNU-Utilities das Starten von Shell-Skripten für alle erdenklichen Aufgabengebiete. Um diese wie unter Linux zu bearbeiten, steht Ihnen ein VI-Editor zur Seite.
Eine Erläuterung, wie sie Kommandozeilenprogramme verwenden, finden Sie zum einen in der EasyLinux-Reihe “Shell-Tipps” sowie der langjährigen LinuxUser-Serie “Zu Befehl”. Sie haben auf unseren Webseiten ([2], [3] und [4]) kostenfreien Zugriff auf alle Artikel, die älter als ein Jahr sind.
Installation
Um die Linux-Tools für Windows zu nutzen, genügt es, das auf der Heft-DVD enthaltene Verzeichnis /programme/andere/unixutils/ an einen beliebigen Ort Ihres Windows-Systems zu kopieren, etwa c:\unixutils. Damit Sie nicht jedes Mal in das Programmverzeichnis wechseln müssen, um sie aufzurufen, binden Sie das Verzeichnis danach in die Umgebungsvariablen von Windows ein. Klicken Sie dazu in der Systemsteuerung auf das Icon System um das Fenster Systemeigenschaften zu öffnen. Wechseln Sie darin in den Reiter Erweitert und klicken Sie danach auf den Button Umgebungsvariablen. Im unteren Bereich Systemvariablen wählen Sie den Eintrag Path und klicken danach auf den Button Bearbeiten (Abbildung 1). Ausgehend von unserem Beispiel erweitern Sie den Eintrag um ;c:\unixutils. Bestätigen Sie die Änderung mit dreimaligem Klicken von OK. Nach einem Reboot stehen Ihnen die Linux-Utils systemweit zur Verfügung.
Shell-Tuning
Einige Tricks erleichtern die Arbeit mit der Windows-Kommandozeile. Um die generellen Einstellung der Konsole zu verändern, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf deren oberen Fensterrand und wählen aus dem Kontextmenü Eigenschaften. Neben der Schriftart legen Sie hier die Farbe und die Größe des Terminals fest.
Glossar
-
Cygwin
-
Im Kern besteht Cygwin aus einer Emulation von Unix-Schnittstellen, auf deren Basis viele Linux-Programmeunter Windows laufen.
[1] Unix-Utils für Windows: http://unxutils.sourceforge.net
[2] Linux-Community: http://linux-community.de
[3] EasyLinux: http://easylinux.de
[4] LinuxUser: http://linuxuser.de

