Nach turbulenten Tagen in Tansania, die lange Linux-Trainings bei 40 Grad, den offiziellen Projektstart, einen unvorhergesehenen Regierungswechsel sowie den Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten einschlossen, konnten sich die Verantwortlichen des Linux4afrika-Projektes sogar über eine Einladung des frischgebackenen Premierministers freuen.
Er ist zwar erst seit dem 8. Februar Premierminister von Tansania, aber als einen seiner ersten Gäste begrüßte Hon. Mizengo Pinda Linux4afrika, vertreten durch Hans-Peter Merkel, Franz Epple sowie Paul und Baraka Koyi in seinem Büro. Das Projekt versorgt afrikanische Schulen mit gebrauchten Linux-Rechnern.
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| Linux beim Tansanianischen Premierminister: Hans-Peter Merkel und Franz Epple von Linux4afrika bei Hon. Mizengo Pinda. |
Über eine Stunde lang konnten die Initiatoren über die Konzepte und Fortschritte des Projektes berichten. Der Premierminister zeigte sich anschließend so beeindruckt, dass er spontan einen Mitarbeiter von Freioss.net in das 1500 km entfernte Sumbawanga schickte, wo Linux4afrika jetzt seine Tauglichkeit auch tief im Landesinneren, abseits der Hauptstadt, unter Beweis stellen darf.
Am Tag zuvor hatte das Projekt in der Dr. Didas Secondary School in Chanika nahe Dar-Es-Salaam den offiziellen Startschuss erhalten.
Ehrengäste waren Hon. Dr David Mathayo David, stellvertretender Minister für Landwirtschaft, Security und Cooperatives und Parlamentsmitglied Hon. Janeth Maurice Massaburi. Der Minister übergab dem Schuldirektor Mr. Hengu ein gespendetes Notebook in einer Tasche mit einigen Ausgaben des Linux Magazine International. Das Notebook erhält einen Platz in der Schulbücherei, wo Lehrer und Schüler es ausleihen dürfen.
Linux4afrika ist ein Entwicklungshilfeprojekt des Freiburger Open Source Networks Freioss.net. Die Mitglieder sammeln, prüfen und reparieren gebrauchte Rechner und konfigurieren daraus eine Edubuntu-basierte Terminalserverlösung für den Einsatz in afrikanischen Schulen. Vor kurzem wurde das Projekt sogar von den Vereinten Nationen ausgezeichnet: Seit Mitte Februar darf die Initiative sich “Dekade Projekt der UNESCO” nennen. Damit wurde Linux4afrika als “herausragendes Projekt in der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung” geehrt.
Die Lager des Projektes sind derzeit voller fertig konfigurierter Rechner und Hardware, allerdings fehlen noch Spenden, die den Transport des zweiten Containers nach Afrika ermöglichen. Den Transport des ersten Containers nach Dar-Es-Salaam hatte Agumba Computers finanziert, jetzt sucht das Projekt neue Sponsoren.
Linux4afrika ist sowohl auf den Chemnitzer Linuxtagen, auf der CeBIT (im Linuxpark) und auf dem Linuxtag mit einem Stand vertreten. Einen guten Einblick in die Situation eines Entwicklungshelfers in Afrika vermittelt das Online-Tagebuch der Freiburger in Tansania, zum Beispiel hier (“Verstärkung aus Deutschland und eine Krisensitzung”) sowie der Linux-Magazin-Artikel “Im Land der Gnus”.






