DIN stimmt für Microsofts Open XML

DIN stimmt für Microsofts Open XML

Trotz Bedenken aus zahlreichen IT-Organisationen hat das Deutsche Institut für Normung (DIN) für die Ernennung von Microsofts Dokumentenstandard Office Open XML als ISO-Standard gestimmt.

Das DIN-Instititut unterstützt damit die Übernahme des zur ISO-Norm ISO/IEC 29500 vorgeschlagenen, proprietären Standards, und fügt allerdings zahlreiche Verbesserungsvorschläge hinzu. Elmar Geese, Vorsitzender des Linux Verbandes, fordert angesichts der wohl unvermeidlichen ISO-Standardisierung eine pragmatische Auseinandersetzung mit dem Microsoft-Format.

In einer Mitteilung hält es Geese für kaum realisierbar, dass Mitbewerber von Microsoft den 6000 Seiten umfassenden Ansatz konkret in Produkten umsetzen können. Zweifelhaft sei auch, ob die MS-Produkte das selbst vollständig täten. Auch die Tatsache, dass ausschließlich Microsoft dieses Format kontrolliere, mache eine ISO-Standardisierung eigentlich absurd. Trotzdem sei es dank der Lobbyarbeit des Redmonder Softwareherstellers realistisch, dass die ISO-Gremien eine für Microsoft positive Entscheidung fällen würden. Der Linux Verband fordert daher konstruktive und pragmatische Ansätze, um den Datenaustausch zwischen den Office-Formaten sicherzustellen. Ein definiertes, standardisiertes Mapping zwischen dem freien Open Document Format ODF, und dem Gegenstück OOXML sei dafür ein erster Ansatz.

Die Bestrebungen Microsofts, Open XML im Wettbewerb mit ODF zu positionieren, zeigen sich auch in aktuellen Zahlen: Laut einer Recherche bei Google findet sich mehr als ein Viertel aller von Google indizierten OOXML-Dateien auf der Webseite microsoft.com, die meisten davon wurden gar erst in den letzten Monaten veröffentlicht. Auch andere Zahlen sprechen für sich: Im August 2007 stehen 162.000 ODF Dokumenten gerade mal 2000 OOXML-Dateien gegenüber.

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