Linux-Geschäftsmodell Genossenschaft

Linux-Geschäftsmodell Genossenschaft

Wer mit dem Begriff der Genossenschaft überhaupt etwas anfangen kann, verbindet damit wohl am ehesten den Gedanken anlandwirtschaftliche Zusammenschlüsse, die gemeinsam teureErntemaschinen anschaffen. Auf der Wizards-of-OS-Konferenzstanden Genossenschaften (engl. Cooperatives) in einem ganz anderen Zusammenhangim Mittelpunkt: als Geschäftsmodell für Open-Source-Programmierer.

Zunächst präsentierten Peter Steurer und Roland Alton-Scheidlvon der österreichischen osAlliance (früher Public Voice Lab) ihr Projekt:Die Genossenschaft tritt als Vermittler zwischen Auftraggebern und den Genossenschaftsmitgliedern auf,von Open-Source-Programmierern bis zu Mediendesignern.So verschafft sie beispielsweise einzelnen Programmierernbei potenziellen Kunden mehr Seriosität. Sie tritt Auftraggebern gegenüber als Vertragspartner auf und unterstützt dieEntwickler bei der Qualitätssicherung.

Ein herausragendes Beispiel einer funktionierenden Genossenschaft stellteMatthias Bröckers mit der Berliner tageszeitung (taz) vor. Mit ihren beinahe 7000 Mitgliedern stellt die taz-Genossenschaftbis heute das Überleben der nach Bröckers’ Worten einzigenunabhängigen Tageszeitung Deutschlands sicher. Abschließend bewertete er Genossenschaften als die besteGesellschaftsform für die kommerzielle Entwicklung freier Software.

Als letzter Redner beschrieb Hans-Jürgen Schaffland vomDeutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV)die deutsche Rechtslage und gab Tipps zur Gründungeigener Genossenschaften. Im Gegensatz zu GmbHs würden Genossenschaftenpraktisch nie in Konkurs gehen, so Schaffland. Grund dafür sei das ausgefeilte Kontrollmodell, dem sich Genossenschaftenbei der Gründungund während ihres Bestehens unterziehen müssen. Diese Kontrolle sei jedoch für angehende Unternehmer eine Hilfe.

Die anschließende angeregte Diskussion zeigte das großeInteresse am vorgestellten Modell. Spontan verabredeten Teilnehmer sich zur weiteren Zusammenarbeit, um Open-Source-Programmierer besser über Chancen zu informieren, die Genossenschaften ihnen bieten.Die Website der osAlliance soll in absehbarer Zeit mehr handfeste Informationen zur Genossenschaftsgründung anbieten, zum Beispielvon der DGRV.

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Christian Stamitz
19 Jahre her

… die werden dann meistens in andere Gesellschaftsformen abgewickelt…

Ja, Genossenschaften sind ein interessantes Modell. Aber der bisherige Rechtsrahmen muss gründlich entstaubt werden.

Oliver Frommel
19 Jahre her

Laut Herrn Schaffland von der DGRV wurde die Rechtslage in den letzten Jahren schon sehr vereinfacht. Das vermag ich als Nicht-Jurist aber nicht recht zu beurteilen. Außerdem sollen die Auditing-Gebühren in Zukunft gesenkt werden, was das Modell für freie Software oder Open Source noch interessanter machen dürfte.

Grüße Oliver

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