„Jammy Jellyfish“ nutzt teilweise Gnome 42

„Jammy Jellyfish“ nutzt teilweise Gnome 42

Ubuntu 22.04 LTS freigegeben

Canonical hat pünktlich eine neue LTS-Version seiner Distribution veröffentlicht, die standardmäßig Nftables als Firewall einsetzt sowie in der Desktop-Fassung standardmäßig Wayland aktiviert. Darüber hinaus frischt sie die enthaltenen Softwarepakete auf.

So läuft im Hintergrund der Linux-Kernel 5.17 – allerdings nur auf zertifizierter Hardware. Auf allen anderen Systemen arbeitet ein Kernel, der auf Linux 5.15 basiert. Ihn aktualisiert Canonical automatisch („Rolling HWE-Kernel“). Der Ubuntu Server nutzt den Linux-Kernel 5.15 in der LTS-Fassung.

Desktop

Der Ubuntu Desktop mischt Gnome 41 und 42. Insbesondere viele Anwendungen sind noch auf dem Stand von Gnome 41. Als Grund geben die Entwickler an, dass diese Versionen besser getestet seien. Des Weiteren unterstützt der Desktop den neuen Dark Style von Gnome, der sämtlichen Anwendungen eine dunkle Optik verpasst. Das gilt allerdings nur für Software, die diesen Modus unterstützt.

Sofern das System keine Grafikkarte von Nvidia besitzt, arbeitet Ubuntu 22.04 standardmäßig im Wayland-Modus. Bei Bedarf kann man jedoch weiterhin im Login-Bildschirm auf X11 umschalten. Bildschirmfreigaben laufen jetzt über RDP. Das in den Vorversionen eingesetzte VNC lässt sich zwar noch nutzen, Canonical empfiehlt jedoch eindringlich den Umstieg auf RDP.

Softwareauswahl

Ins Internet geht Firefox 99, die Büroarbeit erledigt LibreOffice 7.3. Den Unterbau bilden die Binutils 2.38, Glibc 2.35 und Systemd v249.11. Die Desktop-Fassung von Ubuntu aktiviert zudem standardmäßig den OOMD-Dienst. Dieser soll verhindern, dass ein System an seine Belastungsgrenzen kommt. Das zum Lieferumfang gehörende OpenSSL 3.0 deaktiviert einige ältere Verschlüsselungsalgorithmen. Entwickler freuen sich über GCC 11.2.0, LLVM 14, Python 3.10.4, Perl 5.34.0, Go 1.18 und Rust 1.58. Java-Programmierer haben die Wahl zwischen dem OpenJDK 11 und 18.

Im Ubuntu Server klettert der Containerd auf die Version 1.5.9, Qemu kommt in Version 6.2.0. Der Container-Dienst LXD macht einen großen Sprung auf die Version 5.0, die einige Neuerungen umfasst. So unterstützen virtuelle Maschinen vTPM und PCI-Passthrough, virtuelle Netzwerke erstmals OVN. Obendrauf gibt es Ruby 3.0, PHP 8.1.2 und OpenStack Yoga.

Im Hintergrund

Nftables dient standardmäßig als Backend für die Firewall. Die Ubuntu-Entwickler weisen darauf hin, dass unter Umständen Docker nicht mit diesem Backend zusammenarbeitet. Auf ARM64-Systemen lassen sich über das Tool „ubuntu-drivers“ die proprietären NVIDIA-Treiber installieren. Der Kernel ist zudem so konfiguriert, dass sich NFS-Freigaben nicht mehr via UDP mounten lassen.

Canonical versorgt Ubuntu 22.04 fünf Jahre lang mit Updates, der Support endet im April 2027. In den Genuss dieses Long Term Supports (LTS) kommen allerdings nur die Varianten Desktop, Server, Cloud und Core. Alle anderen Fassungen unterstützt Canonical nur drei Jahre.

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