Die neue Version der Standard-Distribution für den Raspberry Pi enthält einen leicht überarbeiteten Dateimanager, einen besser funktionierenden Screen-Reader, mehr Funktionsblöcke für Scratch und viele weitere kleinere Detailverbesserungen.
Der Dateimanager PCmanFM kennt einen standardmäßig aktiven „Cutdown Mode“, in dem er wenig genutzte Funktionen versteckt. Unter anderem verschwindet dabei die „Places“-Ansicht, die den schnellen Zugriff auf häufig genutzte Verzeichnisse anbietet. Als Ersatz diente der Verzeichnis-Browser. Da die Places-Ansicht aber auch Zugriff auf Wechselmedien erlaubt, haben sie die Entwickler für die neue Raspbian-Version in modifizierter Variante zurückgeholt: Places erscheint jetzt in einem kleinen Bereich über dem Verzeichnisbaum. Anwender können selbst festlegen, was in der Places-Ansicht zu sehen ist.
Um die Bedienung des Raspberry Pi durch sehbehinderte Personen zu erleichtern, haben die Entwickler die gemeinnützige Organisation AbilityNet um Feedback gebeten. Deren Anmerkungen flossen wiederum in einen verbesserten Orca Screen Reader ein. Insbesondere funktioniert er jetzt mit zahlreichen vorinstallierten Anwendungen. Eine Ausnahme sind weiterhin Programme, die nicht eines der von Orca unterstützten GUI-Toolkits verwenden.
Die ursprünglich von der Anwendung „Audio Device Preferences“ angebotenen Einstellungen sind in das Volume-Pluing in der Taskbar gewandert. In der Raspberry Pi Configuration lässt sich zudem einstellen, ab wann die Desktop-Umgebung den Bildschirm Schwarz schalten soll. Auf dem Raspberry Pi 4 lässt sich das Pixel Doubeling aktivieren, das jedes Pixel auf seine doppelte Größe aufbläst. Dies soll vor allem Menschen mit einer Sehbehinderung entgegenkommen.
Die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[Del] öffnet jetzt den Dialog zum Herunterfahren des Computers, den Taskmanager holt hingegen [Strg]+[Umschalt]+[Esc] hervor.
Die grafische Entwicklungsumgebung Scratch kann ein direkt an der Kommandozeile übergebenes Projekt laden. Des Weiteren dürfen sich Programmierer über zwei neue Blöcke für das Sense HAT freuen.
Thonny arbeitet insbesondere beim Debugging flotter. Neu an Bord sind die in Python geschriebenen Spiele aus dem Buch „Code the Classics – Volume 1“.





