Passend zur Einstellung unserer Zeitschrift geht es im letzten Guru-Training um “letzte Dinge”: Prozesse beenden, Dateien endgültig löschen, den Rechner herunterfahren.
Ein letztes Mal möchten wir Sie dazu animieren, die Maus zur Seite zu legen und sich der Macht der Shell zu bedienen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit kill und killall Prozesse abschießen, mit srm Dateien sicher und endgültig löschen, mit dd, wipe oder shred ganze Datenträger überschreiben und mit shutdown ohne Umweg übers Menü den Rechner ausschalten oder neustarten.
Prozesse beenden
Einen Prozess, der aus dem Ruder gelaufen ist und z. B. auf dem Notebook durch intensive CPU-Nutzung den Lüfter anwirft, können Sie mit dem Kommando kill abschießen. Dabei gilt es zunächst, die Prozess-ID herauszufinden: Hier hilft der Befehl pidof. Ist etwa der Browser Firefox außer Kontrolle geraten, suchen Sie nach passenden Prozess-IDs, indem Sie pidof den Programmnamen (hier: firefox) übergeben:
esser@hp-z420:~> pidof firefox
3184
Mit kill 3184 können Sie es dann zunächst “im Guten versuchen”: Standardmäßig schickt der kill-Befehl dem Prozess das TERM-Signal (terminate, deutsch: beenden). Bei abgestürzten Prozessen funktioniert das aber oft nicht – dann werden Sie aggressiver und schicken ein KILL-Signal (kill, deutsch: töten). Das geht wahlweise über die Signalnummer (9) oder den Signalnamen (KILL): Sie schicken das Signal via kill -9 3184 oder kill -KILL 3184.
Statt mit pidof zunächst die Prozess-ID zu ermitteln und dann kill aufzurufen, können Sie die beiden Schritte auch zusammenfassen – das Tool killall erwartet wie pidof einen Programmnamen und schickt dann an alle passenden Prozesse direkt das TERM-Signal:
esser@hp-z420:~> killall firefox
Auch hier können Sie über -9 oder -KILL vom TERM-Signal zum KILL-...
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