Eine naive Schwarz-Weiß-Grafik mit einem Strichmännchen als Hauptdarsteller, ein besonders wilder Westen sowie eine durchgeknallte Kuhherde bilden die Grundlage für ein urkomisches Rollenspiel. Die Parodie auf Wildwestfilme eignet sich auch für Rollenspielmuffel – Englischkenntnisse vorausgesetzt.
Der Sheriff des kleinen Orts Boring Springs hat es nicht leicht: Zunächst macht ihn ein Schildermaler mit Rechtschreibschwäche zum Sherf, dann lässt auch noch eine geschickte Diebesbande die Gefängnistür mitgehen. Als der durchreisende Cowboy Jim davon erfährt, bietet er natürlich kurzerhand seine Hilfe an – zumal dabei auch eine lukrative Belohnung für ihn herausspringen könnte. Mit dem alten Schlagring seiner Großmutter bewaffnet macht sich Jim auf zum Unterschlupf der Bande. Die wiederum scheint sich bei der Verteilung der Intelligenz nicht gerade vorne angestellt zu haben.
Schießbudenfigur
Im Rollenspiel West of Loathing gerät man unablässig in derart abstruse Situationen. Schon zu Beginn muss der Spieler sein Alter Ego im wahrsten Sinne des Wortes an einer Jahrmarktsbude zusammenschießen. Dem Ergebnis verpasst man anschließend noch eines von drei schrägen Talenten. Während ein erfahrener Küheumschubser der Gefahr direkt ins Auge blickt, liebt der Quacksalber mysteriöse Tinkturen und Öle. Der Bohnenschleuderer wiederum kann ein wenig zaubern und kochen. Mit dem entsprechenden Talent ausgestattet, macht sich der Held per Anhalter auf in Richtung Westen – allen Warnungen über die dort marodierend durch die Lande ziehenden Kühe zum Trotz.
Ein mit Rüben beladener Pferdewagen bringt den angehenden Cowboy zunächst ins malerische Boring Springs (Abbildung 1). Dort vermisst nicht nur der Barkeeper seine Biergläser, dem Sherf wurde auch die Gefängnistür gestohlen, währe...
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