KDE-Tipps

Aus EasyLinux 01/2016

KDE-Tipps

Besser arbeiten mit KDE

In den KDE-Tipps dieser Ausgabe zeigen wir unter anderem, wie Sie Informationen zur Plasma- und Qt-Version auslesen, mit den gelben Haftzetteln von KNotes arbeiten und Bildschirmfotos mit KSnapshot erzeugen.

Tipp: Infozentrum: Auskünfte zu Rechner und System

Das Arbeiten mit Computern wird nie langweilig – zu den eigenen Aufgaben kommen regelmäßige Updates der Hard- und Software hinzu. Auch die von EasyLinux unterstützten Distributionen OpenSuse 13.2 und 42.1 sowie Kubuntu 15.10 erhalten vom Hersteller häufige Aktualisierungen; meistens handelt es sich dabei um Sicherheitsupdates, seltener um neue Programmversionen. Auf welchem Stand Ihr Rechner gerade ist, welche KDE-Plasma- und welche Qt-Variante zum Einsatz kommt, verrät das KDE-Infozentrum. Unter OpenSuse 13.2 finden Sie das Werkzeug über das Startmenü in der Abteilung Rechner (Abbildung 1). Bei OpenSuse 42.1 und Kubuntu 15.10 ist es in die Kategorie Alle Anwendungen / System gewandert.

Abbildung 1: Das KDE-Infozentrum erreichen Sie über das Startmenü (hier OpenSuse 13.2).

Abbildung 1: Das KDE-Infozentrum erreichen Sie über das Startmenü (hier OpenSuse 13.2).

Nach dem Start sehen Sie in der linken Leiste Abteilungen wie Speicher, Geräteinformationen, Netzwerkinformationen usw. Klicken Sie links auf den Punkt Übersicht (OpenSuse 13.2) bzw. Über das System (OpenSuse 42.1 und Kubuntu 15.10), dann sehen Sie im rechten Fensterbereich, welche KDE-Plasma- und welche Qt-Version die Arbeitsoberfläche nutzt (Abbildung 2). Außerdem erfahren Sie hier mehr zum laufenden Betriebssystem, zum Kernel, zur Architektur (32 oder 64 Bit) und zur Größe des Arbeitsspeichers.

Abbildung 2: Welche KDE-Version, welches Betriebssystem und welcher Kernel laufen denn gerade? Das KDE-Infozentrum hat die Antworten.

Abbildung 2: Welche KDE-Version, welches Betriebssystem und welcher Kernel laufen denn gerade? Das KDE-Infozentrum hat die Antworten.

Tipp: Gegen das Vergessen: KNotes

Vielleicht nutzen Sie im Büro oder zu Hause Post-its als Gedächtnisstützen, um sich an Aufgabe zu erinnern oder schnell eine Information zu notieren. Die praktischen gelben Klebezettel gibt es auch in digitaler Form für den KDE-Desktop. Das kleine Tool heißt KNotes. Es klebt Notizen an die Arbeitsoberfläche, speichert diese auch nach dem Beenden, erlaubt das Gestalten der Zettelgröße sowie der Farben, druckt die Memos aus oder verschickt sie per Mail. Sie finden KNotes bei allen von EasyLinux unterstützten Distributionen im Startmenü unter Dienstprogramme. Möchten Sie das Werkzeug etwas prominenter anordnen, dann klicken Sie den Menüeintrag mit der rechten Maustaste an und fügen es zu den Favoriten des Startmenüs hinzu.

KNotes nistet sich im Systemabschnitt (also im rechten Bereich) der Kontrollleiste ein (Abbildung 3). Ein Linksklick mit der Maus auf das gelbe Zettel-Symbol zeigt die bereits vorhandenen Haftnotizen an. Wählen Sie einen Eintrag in der Liste aus, um die Notiz auf dem Desktophintergrund anzuzeigen. Mit einem Rechtsklick auf das Icon öffnen Sie ein Menü, über das Sie neue Notizen erstellen, vorhandene löschen oder drucken, alle Zettel ein- und wieder ausblenden und das Programm einrichten.

Abbildung 3: KNotes fühlt sich in der Kontrollleiste wohl.

Abbildung 3: KNotes fühlt sich in der Kontrollleiste wohl.

Tipp: Einen neuen Notizzettel anlegen

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das KNotes-Icon in der Kontrollleiste und wählen Sie Neue Notiz. Alternativ drücken Sie die Tastenkombination [Umschalt]+[Alt]+[N]. Am oberen Rand des kleinen Zettels sehen Sie das Datum und die aktuelle Uhrzeit, und Sie können direkt lostippen, um den Zettel zu beschriften. Ein Druck auf die Eingabetaste bewirkt einen Zeilenumbruch. Nach dem Anlegen klicken Sie in das kleine Kreuz oben rechts im Fenster, um die Notiz zu schließen.

KNotes kann aber noch mehr: Haben Sie beispielsweise einen Text in einem anderen Programm kopiert und in der Zwischenablage gespeichert, können Sie deren Inhalt direkt als neue Notiz ablegen. Klicken Sie das KNotes-Icon mit der rechten Maustaste an und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Neue Notiz aus der Zwischenablage. KNotes übernimmt den Text ohne Formatierungen und Bilder; Absätze bleiben erhalten.

Sogar eine Textdatei können Sie mit dem KDE-Tool als farbigen Zettel auf dem Desktop ablegen. Entscheiden Sie sich im Kontextmenü für Neue Notiz aus einer Textdatei und wählen Sie im folgenden Dialog die gewünschte Datei aus. In der Voreinstellung bietet der Dialog Dateien an, die auf .txt enden. Hat Ihre Notiz eine andere Endung oder gar keine, entfernen Sie im Auswahldialog ganz unten den Filter *.txt. Sie sehen nun alle Dateien eingeblendet.

Tipp: Aufbau der KNotes-Haftzettel

Je nachdem, wo Sie mit welcher Maustaste in einen KNotes-Zettel auf dem Desktop klicken, können Sie weitere Einstellungen vornehmen, die Größe des Fensters und den Ort auf der Arbeitsfläche verändern. Entscheidend dafür ist die Wahl der Maustaste und die Stelle in der Notiz, denn das Programm reagiert unterschiedlich an den verschiedenen Positionen.

Ein Notizzettel ist in drei Bereiche unterteilt (Abbildung 4). Am oberen Rand des Fensters ist die Titelleiste, die in der Voreinstellung das Datum und die Uhrzeit bzw. bei Notizen aus Textdateien den Dateinamen zeigt. Direkt daneben befindet sich rechts oben in der Ecke ein kleines Kreuz, über das Sie den Zettel vom Desktop (nicht aber aus der Liste Ihrer Notizen!) entfernen. Im Hauptbereich steht Ihr Text, und der untere Rand zeigt auf Wunsch Formatierungsoptionen an (siehe nächster Tipp). Erst nach einem Klick auf die Mitte des Zettels oder beim Überfahren mit der Maus erscheinen die Bereiche durch Schattierungen hervorgehoben.

Abbildung 4: Mit Scrollbalken, Formatierungsoptionen und Dateinamen in der Titelleiste – KNotes-Zettel sind in mehrere Bereiche unterteilt.

Abbildung 4: Mit Scrollbalken, Formatierungsoptionen und Dateinamen in der Titelleiste – KNotes-Zettel sind in mehrere Bereiche unterteilt.

Tipp: Erscheinungsbild von Haftnotizen anpassen

Über einen Rechtsklick auf die Titelleiste eines Zettels und Einstellungen verändern Sie das Erscheinungsbild einer Notiz. Hier stellen Sie die Schriftart und -größe für den Titel und den Text ein, wählen eine Text- und eine Hintergrundfarbe. Außerdem legen Sie eine Standardhöhe und -breite für den Zettel auf dem Desktop fest. Wenn Sie Ihre Texte gerne visuell strukturieren und z. B. mit fetter oder kursiver Schrift, farbigen Hervorhebungen o. Ä. arbeiten möchten, dann fügen Sie den Notizzetteln eine Symbolleiste zum Formatieren hinzu. Im Menü Einstellungen setzen Sie auf dem Reiter Einstellungen zur Texteingabe ein Häkchen bei Rich-Text und bestätigen das über OK.

Die globale Konfiguration erreichen Sie hingegen über den Menüeintrag KNotes einrichten, wenn Sie mit der rechten Taste auf das Symbol in der Kontrollleiste klicken. Neben der Anzeige definieren Sie hier auch das bevorzugte Mailprogramm zum Versenden von Notizen (Voreinstellung ist KMail), das Design für den Ausdruck und ob das Symbol in der Kontrollleiste die Anzahl der Zettel einblenden soll. Haben Sie sich irgendwo vertan, führt Sie ein Klick auf Voreinstellungen jederzeit zum Ausgangszustand zurück.

Tipp: (Automatisches) Ändern der Zettelgröße

Zum Vergrößern oder Verkleinern einer Notiz klicken Sie mit dem Mauszeiger an den Rand in der rechten unteren Ecke. Es erscheinen zwei Pfeilspitzen, die in entgegengesetzte Richtungen weisen. Ziehen Sie mit gedrückt gehaltener linker Maustaste das Fenster nun zurecht, bis Ihnen die Größe gefällt.

Sie können sich alternativ einige Features der Desktopumgebung zunutze machen, um die Zettel automatisch auszudehnen. Hierbei wirken drei Bildschirmränder mit: die obere, die rechte und die linke Kante. Um eine Notiz auf die gesamte Bildschirmgröße zu bringen, schieben Sie ein Fenster einfach an die obere Bildschirmkante. Sobald Sie den transparenten Rahmen sehen, lassen Sie los, und die Notiz nimmt nun den gesamten Bildschirm ein – bis Sie sie wieder zurückziehen.

Trifft der Mauszeiger beim Schieben hingegen mittig an den rechten oder linken Seitenrand, dehnt sich das Fenster so aus, dass es die Hälfte beansprucht. So platzieren Sie zwei Notizen nebeneinander. Ziehen Sie einen Zettel in den oberen oder unteren Bereich des rechten oder linken Seitenrandes, dehnt es sich bis maximal zur Hälfte dieser Seitenhälfte aus. So bringen Sie automatisch vier Haftnotizen unter.

Tipp: Erinnerungsfunktion für Notizen

Aus den Augen, aus dem Sinn – was nützen die besten Merkzettel, wenn diese nicht am Desktop haften, sondern ausgeblendet sind? KNotes bringt dazu eine Funktion mit, die Sie an Ihre Haftnotizen erinnert. Um diese Hilfestellung einzurichten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Titelleiste eines Zettels und wählen Erinnerung einstellen. Im nächsten Dialogfenster aktivieren Sie die Option Erinnerung um und entscheiden sich daneben für ein Datum und eine Uhrzeit. Wenn Sie das erste Feld ausklappen, erreichen Sie einen Kalender sowie die vordefinierten Zeitangaben Nächstes Jahr, Nächster Monat, Morgen, Heute usw. Wenn es soweit ist, öffnet sich ein kleiner Dialog und weist auf die Notiz hin (Abbildung 5).

Abbildung 5: KNotes erinnert Sie auf Wunsch an Ihre Notizen.

Abbildung 5: KNotes erinnert Sie auf Wunsch an Ihre Notizen.

Tipp: Bildschirmfotos mit KSnapshot

Um Freunden oder Kollegen, die gerade nicht in der Nähe sind, einen Blick auf Ihren Bildschirm zu gewähren, machen Sie einfach ein Foto vom Desktop. Eine Kamera benötigen Sie dazu nicht, denn KDE bringt die Anwendung KSnapshot mit, die Aufnahmen per Mausklick oder zeitversetzt erstellt. Sie starten das Programm über die Abteilung Alle Anwendungen / Dienstprogramme / Bildschirmfotos. Das KSnapshot-Fenster öffnet sich und erstellt sofort ein Bild vom gesamten Desktop (Abbildung 6). Immer, wenn Sie auf die Schaltfläche mit der Bezeichnung Neues Bildschirmfoto klicken, erneuert sich der Schnappschuss.

Abbildung 6: KSnapshot nimmt beim Programmstart direkt den gesamten Desktop auf.

Abbildung 6: KSnapshot nimmt beim Programmstart direkt den gesamten Desktop auf.

Optional beziehen Sie den Mauszeiger mit ein und aktivieren dazu die entsprechende Checkbox. Um einen Screenshot zu speichern, betätigen Sie die Schaltfläche Speichern unter und wählen dann einen Ablageort aus. Alternativ können Sie den Schnappschuss per Drag & Drop aus dem KSnapshot-Fenster in eine Bildverarbeitung oder ein Dateimanagerfenster ziehen oder mit einem Druck auf Kopieren in die Zwischenablage kopieren.

Tipp: KSnapshot: Motiv genauer festlegen

Sie möchten einen bestimmten Bereich und nicht den gesamten Bildschirm fotografieren? Auch das ist kein Problem. Im Auswahlmenü Bildschirmfoto-Modus können Sie den gewünschten Fotobereich auswählen – entweder ein Fenster, einen beliebigen oder einen rechteckigen Bereich. Der Eintrag Fenster unter dem Mauszeiger bietet sich beispielsweise an, um ein Fenster gleich beim ersten Klick ohne den umgebenden Hintergrund auszuschneiden. Klicken Sie auf Neues Bildschirmfoto oder drücken Sie die Tastenkombination [Strg]+[N]. Der KSnapshot-Dialog verschwindet jetzt, und der Mauszeiger verwandelt sich in ein Kreuz. Klicken Sie nun das gewünschte Programmfenster an. Beim Speichern zeichnet KSnapshot einen transparenten Rahmen um das Programmfenster (Abbildung 7).

Abbildung 7: Der Modus "Fenster unter dem Mauszeiger" knipst ein bestimmtes Programmfenster und zeichnet einen transparenten Rahmen drum herum.

Abbildung 7: Der Modus “Fenster unter dem Mauszeiger” knipst ein bestimmtes Programmfenster und zeichnet einen transparenten Rahmen drum herum.

Der Modus Rechteckiger Bereich ist sinnvoll, wenn Sie einen größeren Bereich ablichten möchten – etwa zwei nebeneinanderliegende Fenster. Nach dem Auswählen dieser Option und einem Klick auf Neues Bildschirmfoto verwandelt sich der Mauszeiger wieder in ein Fadenkreuz. Ziehen Sie nun einen Bereich auf, der heller als der Rest erscheint. Die Größenangaben (in Pixel) erscheinen in einem kleinen weißen Feld oberhalb des aufgezogenen Bereichs. Mit einem Doppelklick oder Druck auf [Eingabe] lösen Sie aus.

KSnapshot hilft Ihnen bei der Auswahl, wenn Sie sich stattdessen für den Modus Bereich in einem Fenster entscheiden. Bewegen Sie die Maus über einen Teilbereich eines Programmfensters; dieser erhält einen roten Rahmen (Abbildung 8). Ist das nicht die gewünschte Region, dann klicken Sie solange in einen anderen Bereich, bis Sie die richtige Auswahl getroffen haben. Bestätigen Sie über einen erneuten Linksklick.

Abbildung 8: KSnapshot hilft dabei, einzelne Bereiche von Programmfenstern abzulichten und erkennt diese automatisch.

Abbildung 8: KSnapshot hilft dabei, einzelne Bereiche von Programmfenstern abzulichten und erkennt diese automatisch.

Tipp: Verzögerung für Bildschirmfotos

Die Einstellung Verzögerung für Bildschirmfoto ist sehr hilfreich, wenn Sie ein Fenster oder eine Aktion aufnehmen möchten, die mit einer anderen Mausaktivität gleich wieder verschwindet. Klicken Sie in das Fenster und geben Sie eine Zahl ein oder klicken Sie rechts daneben auf den Pfeil, um die Anzahl der Sekunden zu bestimmen, die KSnapshot wartet. Bis zu 99 Sekunden sind möglich. Der Mauszeiger verwandelt sich nach dem Auslösen nicht, so dass Sie wie gewohnt navigieren können, bevor es Klick macht. Am oberen Bildschirmrand können Sie den Countdown verfolgen.

Tipp: Schnappschüsse direkt weiterleiten

Ohne Umweg über eine Bildverarbeitung oder den Dateimanager können Sie Ihre Bildschirmfotos direkt aus KSnapshot verschicken. Ein Klick auf den Knopf Senden an öffnet eine lange Liste von Möglichkeiten. Neben Programmen wie Gimp, Gwenview und Okular sind auch zahlreiche Onlinedienste verfügbar. Sofern dort eine Anmeldung erforderlich ist, erfragt das Screenshottool diese in einem neuen Dialogfenster bzw. im Webbrowser. Die Option Bilder per E-Mail versenden öffnet ebenfalls ein neues Dialogfenster, in dem Sie nicht nur weitere Fotos hinzufügen, sondern auch die Bildeigenschaften anpassen und ein anderes Mailprogramm als KMail aussuchen können (Abbildung 9).

Abbildung 9: KSnapshot versendet Ihre Screenshots direkt per Mail – auf Wunsch in einer kleineren Auflösung oder mit einem anderen Mailprogramm als KMail.

Abbildung 9: KSnapshot versendet Ihre Screenshots direkt per Mail – auf Wunsch in einer kleineren Auflösung oder mit einem anderen Mailprogramm als KMail.

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