OpenSuse und Kubuntu parallel
Als Neuling habe ich folgende Frage: Ich habe auf einem Lenovo ThinkPad OpenSuse installiert und möchte nun Kubuntu 15.4 daneben installieren. Was muss ich beachten? Es ist kein Windows auf dem Rechner.
Peter Leers
EasyLinux: Am einfachsten erreichen Sie das gewünschte Ziel, indem Sie OpenSuse neu installieren und dabei darauf achten, eine separate Partition für /home anzulegen – dort liegen die privaten Daten der Nutzer. Außerdem sollten Sie Platz für eine weitere Linux-Partition lassen. (Wenn das schon der Fall ist, sind Sie direkt startklar.)
Im Kubuntu-Installer müssen Sie dann angeben, dass die schon erstellte Partition für /home (von OpenSuse) auch von Kubuntu verwendet wird, Sie legen also im Installer nur eine neue Partition für das Kubuntu-System an. Es sollte nach Abschluss der Installation ein Bootmenü geben, in dem Sie zwischen OpenSuse und Kubuntu wählen können.
Wir empfehlen Linux-Anfängern allerdings, nicht direkt mit mehreren Linux-Systemen parallel zu arbeiten. Durch die gemeinsame Nutzung von /home können sich Probleme ergeben, weil beide Systeme Konfigurationsdateien in Ihrem privaten Home-Verzeichnis ablegen.
Die leichtere Alternative ist, all diese Probleme zu umgehen, indem Sie Kubuntu in einer virtuellen Maschine (unter OpenSuse) einrichten (Abbildung 1). Dann können Sie die bestehende Plattenaufteilung in Ruhe lassen und trotzdem ausprobieren, wie Kubuntu z. B. von OpenSuse abweicht. In unserem Heftarchiv finden Sie Artikel, welche die Einrichtung von Linux in einer virtuellen Maschine beschreiben, z. B. http://linux-community.de/33208. (hge)

Abbildung 1: Kubuntu 15.04 in einer virtuellen Maschine, die auf einem Rechner mit OpenSuse 13.2 läuft – das ist die einfachste Möglichkeit, andere Linux-Distributionen auszuprobieren.
Linux bootet nicht nach Windows-10-Update
Auf Dual-Boot-Maschinen kann Windows 10 den Bootvorgang von Linux abbrechen. Der Computer bleibt mit schwarzem Bildschirm im Rettungsmodus stehen. Verursacher ist Windows 10, das seine NTFS-Partitionen beim Herunterfahren in einen “Winterschlaf” (hibernated) versetzt. Dies verhindert, dass Linux die NTFS-Partitionen einbinden kann – der Linux-Bootvorgang bricht folglich ab.
So verhindert man den Fehler:
- In Windows 10 in die Systemeinstellungen gehen.
- Netzbetrieb und Energiesparen / Zusätzliche Einstellungen / Systemsteuerung / Alle Systemsteuerungselemente / Energieoptionen / Systemeinstellungen: / Beim Drücken des Netzschalters herunterfahren.
- Unter Einstellungen für das Herunterfahren alle Häkchen entfernen und den Rechner herunterfahren.
Danach bootet Linux wieder wie gewöhnt.
Peter Vieweger
Windows 10 und Linux
In Ausgabe 03/2015 gehen Sie an zwei Stellen auf Windows 10 ein. Ich verwende auf einem Rechner Windows 7 und auf dem Laptop Linux Mint 17, auf zwei weiteren Rechnern läuft ebenfalls Windows 7. Hier beginnt das Problem: Ein Desktop wurde nach dem Angebot von Microsoft automatisch auf Windows 10 umgestellt, das klappte bisher “noch” ohne Probleme. Bei einem Laptop klappte es hingegen so “hervorragend”, dass der Rechner nicht mehr zu gebrauchen war: Auch ein Zugriff über die Recovery-Partition war nicht mehr möglich. Wir haben diesen Rechner über ein uraltes DOS-Programm (“Partitionsgenie” von Data Becker) geplättet und zum Händler gebracht – das gleiche Problem hatte auch ein Verwandter mit seinem Rechner.
Auf einem anderen Rechner gab es ähnliche Probleme, dort half eine Installation von Windows XP, um den MBR (Master Boot Record) zu reparieren; danach ließ sich Windows 7 wieder installieren.
Es ist mir auch schleierhaft, dass Microsoft beim Update auf Windows 10 bestimmte Funktionen, wie etwa Outlook, einfach löscht und dann für eine neue Installation auch noch Geld haben will.
Die Schilderungen passen mit einem Hinweis einer anderen Computerzeitschrift zusammen. Dort wurde empfohlen, vor einem Übergang zu Windows 10 erst einmal zu warten, bin genügend Erfahrungen vorliegen.
Eines weiß ich persönlich aber: Bei mir kommt kein Windows 10 auf den Rechner. Windows 7 nutze ich noch, weil es unter Linux kein Programm für die Videobearbeitung in der Qualität wie Pinnacle gibt; sonst hätte ich mich längst gänzlich von Windows verabschiedet.
Meine Schlussfolgerung zu Windows 10: Finger weg von unausgegorenen Systemprogrammen und von vorinstallierten Systemprogrammen überhaupt. Leider ist es aber auch so, dass sich nur extrem wenig Leute mit dem berühmten Innenleben ihres Rechners beschäftigen.
Heinz Coenen
EasyLinux: An beide Leser: Herzlichen Dank für Ihr Feedback. Die Redaktion wartet aktuell noch darauf, dass es umfangreichere Erfahrungen mit Windows 10, insbesondere mit dem Parallelbetrieb mit Linux gibt – in der nächsten Ausgabe möchten wir Sie dann informieren, wie ein EInsatz von Windows 10 am besten gelingt.

