Im April ist Ubuntu 15.04 (Vivid Vervet) erschienen – und zeitgleich auch die KDE-Variante Kubuntu, deren 64-Bit-Version Sie auf unserer Heft-DVD finden. Hier erklären wir die Installation.
Ubuntu ist eine der populärsten Linux-Distributionen und belegt in den langfristigen DistroWatch-Ranglisten [1] Platz 2 (hinter Linux Mint). Version 15.04 trägt den Codenamen “Vivid Vervet” (lebhafte Grünmeerkatze), auf der Heft-DVD dieser Ausgabe finden Sie die 64-Bit-Variante von Kubuntu 15.04 und in diesem Artikel die passende Installationsbeschreibung. Damit können Sie neu installieren oder den Vorgänger (Kubuntu 14.10) aktualisieren.
Die Version auf der DVD ist sowohl für klassische PCs mit BIOS als auch für die neuen UEFI-Rechner mit Windows 8 geeignet. Falls Sie einen älteren Rechner verwenden, der nicht mit 64-bittigen Linux-Versionen kompatibel ist, laden Sie ein 32-Bit-Installations-Image herunter; mehr dazu weiter unten.
Schritt für Schritt
Kubuntu zu installieren, ist nicht schwer. Am einfachsten ist ein Upgrade von Kubuntu 14.10 auf die neue Version (siehe Kasten Kubuntu aktualisieren), aber auch für eine Neuinstallation genügen ein paar Mausklicks, falls Sie ausschließlich Kubuntu auf den Rechner spielen wollen. Das geht zwar auch völlig ohne Vorwissen, doch gerade Einsteiger sollten diesen Artikel lesen, um die Schritte der Installation besser zu verstehen – vor allem, wenn es um komplexere Installationsszenarien geht.
Zunächst beschreiben wir die fünf Schritte, die vor Ihnen liegen, in einer kurzen Übersicht. Die Schritte 1 und 2 fallen weg, wenn Sie unsere Heft-DVD verwenden, den Schritt 3 brauchen Sie nur, wenn Sie Windows parallel verwenden wollen.
- Sie laden ein Kubuntu-Image als ISO-Datei für Ihre Rechnerarchitektur herunter (oder verwenden die Heft-DVD). Der Download ist vor allem dann nötig, wenn Sie eine 32-Bit-Version von Kubuntu benötigen: Die Heft-DVD setzt eine 64-Bit-CPU voraus.
- Sie installieren die ISO-Datei auf einen USB-Stick oder brennen das Image auf eine DVD.
- Wollen Sie Kubuntu neben Windows installieren, booten Sie Windows und bereiten eine Partition für Kubuntu vor. Dieser Schritt fällt weg, wenn Ihr Rechner bereits eine freie Partition hat oder Sie Kubuntu als einziges Betriebssystem installieren wollen.
- Sie booten den Kubuntu-Live-Desktop von der Kubuntu-DVD oder dem USB-Stick und testen ihn zunächst, ohne etwas am vorhandenen System zu verändern.
- Gefällt Ihnen der Desktop und unterstützt er Ihre Hardware (z. B.: korrekte Grafik, WLAN), installieren Sie Kubuntu über einen Doppelklick auf das Installationssymbol auf dem Desktop. Ein grafischer Installer begleitet Sie dann durch den Prozess, am Ende starten Sie den Rechner neu.
Kubuntu aktualisieren
Nutzen Sie bereits Kubuntu 14.10, müssen Sie die Version 15.04 nicht neu installieren, sondern können auf diese upgraden. Das klappt gewöhnlich problemlos, dennoch sollten Sie für den Fall der Fälle Ihre wichtigsten Daten im Vorfeld sichern. (Ein Upgrade von einer älteren Kubuntu-Version als 14.10 ist theoretisch auch möglich, wir raten aber davon ab, das zu versuchen.) Stellen Sie außerdem sicher, dass Ihr Rechner am Stromnetz hängt und ins Internet kommt, da Kubuntu beim Aktualisieren Daten aus dem Internet lädt.
Öffnen Sie dann das K-Menü, geben Sie als Suchbegriff muon ein und rufen Sie den Treffer Muon-Aktualisierungsverwaltung auf. Hier spielen Sie zunächst über Aktualisierungen installieren und Eingabe Ihres Passworts alle verfügbaren Updates für Kubuntu 14.10 ein – das ist noch nicht der Upgrade-Schritt, sondern nur eine Vorbereitung. Wenn diese Arbeit abgeschlossen ist (und das Programm anzeigt, dass alle Pakete aktuell sind), starten Sie den Rechner neu und rufen ein zweites Mal die Aktualisierungsverwaltung auf. Oben sehen Sie im Programmfenster den Hinweis Eine neue Version von Kubuntu ist verfügbar. Klicken Sie rechts davon auf die Schaltfläche Aktualisieren. Nach Eingabe des Passworts beginnt der Upgrade-Prozess, der abhängig von der Internetanbindung relativ viel Zeit benötigt.
Hardware
Wir empfehlen Kubuntu für Systeme ab 2 GByte RAM, und Sie sollten mindestens 8 GByte Plattenplatz einkalkulieren, denn Sie wollen ja auch mit dem System arbeiten und regelmäßig Updates und verschiedene Software installieren.
Nutzen Sie einen älteren Rechner, sollten Sie sich Lubuntu 15.04 anschauen, das beim Installieren fast genau dieselben Schritte erfordert wie Kubuntu 15.04, aber auch auf älteren Rechnern mit weniger Speicher und einer langsamen CPU gut läuft. Für moderne Maschinen ist aber KDE die erste Wahl: Es bringt den hübscheren Desktop sowie zahlreiche nette und praktische Spielereien mit.
Schritte 1 und 2: Image-Frage
Das 1,2 GByte große Kubuntu-Image (für 64-Bit-CPUs) enthält alle Pakete sowie die Installationsroutine. Im Image verpackt schlummert unter anderem das Dateisystem, das der Installer dann auf eine leere Partition entpackt. Da das Image nicht auf eine CD passt, Sie allerdings ein Installationsmedium benötigen, bleiben als die zwei naheliegenden Alternativen DVDs und USB-Sticks übrig. Hat Ihr Rechner ein DVD-Laufwerk, können Sie Kubuntu 15.04 von unserer Heft-DVD installieren. Bei einigen älteren Rechnern ist das sogar ein Muss (solche Maschinen brauchen aber eventuell die 32-Bit-Version), da diese nicht von USB-Sticks booten – das können Sie im BIOS überprüfen. Wir beschreiben zunächst die Medienerstellung für Windows-Anwender.
Wollen oder können Sie die Heft-DVD nicht nutzen, laden Sie ein ISO-Image vom Kubuntu-Server [2] herunter. Um es auf eine DVD zu schreiben, rufen Sie den Windows Explorer auf und navigieren in den Ordner mit der Abbilddatei. Klicken Sie diese mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Datenträgerabbild brennen, wobei Sie zuvor eine beschreibbare DVD in den DVD-Brenner legen sollten. Ein kleines Fenster (Abbildung 1) zeigt nun den DVD-Brenner in einem Aufklappmenü an, den Sie auswechseln, falls es sich um das falsche Laufwerk handelt. Über einen Klick auf Brennen starten Sie den kompletten Vorgang, per Kreuzchen können Sie zudem den Datenträger nach dem Brennen überprüfen. Wenn Sie bereits mit Linux arbeiten, können Sie auch dort das Image auf eine DVD brennen (siehe nächster Abschnitt).
Wollen Sie Kubuntu hingegen auf einen USB-Stick spielen, laden Sie unter Windows den Linux Live USB Creator (LiLi) herunter [3] – aktuell ist die Version 2.9.0. Sie stecken einen USB-Stick an den Rechner, der mindestens 4 GByte Speicherplatz mitbringen sollte, und klicken dann doppelt auf die exe-Datei von LiLi. Wählen Sie eine passende Sprache und installieren Sie das Programm. Nach dem Start stoßen Sie auf eine halbtransparente Oberfläche (Abbildung 2): Ganz oben (Schritt 1) wählen Sie den USB-Stick aus, in Schritt 2 das ISO-Image von Kubuntu, in Schritt 3 lassen Sie noch etwas Speicherplatz für das Live-System (was bei der Kubuntu-Installation aber nicht funktionierte). Wählen Sie in Schritt 4 die Möglichkeit, den Stick mit FAT32 zu formatieren, löscht das die Daten auf dem Stick, macht diesen aber auch für Windows-Rechner beschreibbar. Ein Klick auf das Blitz-Symbol startet den Schreibvorgang.

Abbildung 2: Das Windows-Programm LiLi sieht schräg aus, ist aber praktisch, um ISO-Dateien auf USB-Sticks zu schreiben.
ISO-Datei unter Kubuntu
Nutzen Sie bereits Kubuntu oder Ubuntu 14.10 oder eine ältere Version, rufen Sie das Programm Startmedienersteller auf, das ähnlich wie LiLi funktioniert: Im oberen Bereich suchen Sie das ISO-Image aus, im unteren formatieren Sie den Datenträger, was alle vorherigen Daten vom USB-Stick löscht. Über Startmedium erstellen schreiben Sie das Abbild auf den USB-Stick.
Um unter Linux eine DVD zu beschreiben, verwenden Sie hingegen das vorinstallierte Brennprogramm K3b. Sie legen eine leere DVD in das Laufwerk, halten das ISO-Image bereit und starten den Brennvorgang dann über Extras / ISO-Abbild brennen – der restliche Ablauf ist selbsterklärend. Egal ob Sie Kubuntu, Windows oder ein anderes Betriebssystem verwenden: Am Ende sollte sich ein bootbares Image von Kubuntu 15.04 auf Ihrem USB-Stick oder auf der DVD befinden. Damit haben Sie bereits die ersten zwei der insgesamt fünf Schritte bewältigt.
Schritt 3: Windows neben Kubuntu
Schritt Nummer 3 muss Sie nur dann interessieren, wenn Sie Kubuntu neben ein vorhandenes Windows installieren wollen – das zeigen wir wieder am Beispiel von Windows 7. Sie brauchen den Schritt nicht zu gehen, wenn Sie
- Kubuntu 15.04 komplett auf eine (leere oder volle) Festplatte installieren und alle bisher darauf liegenden Betriebssysteme und Daten löschen möchten,
- bereits über eine vorhandene, leere Partition verfügen,
- Windows gerade frisch installiert haben oder
- Kubuntu nur testen wollen, ohne es zu installieren
Generell raten wir übrigens davon ab, Kubuntu vor Windows zu installieren, da es schwierig ist, Windows nachträglich auf die Festplatte zu hieven. Einen Artikel zur Parallelinstallation von Windows und zwei Linux-Distributionen (z. B. Kubuntu und OpenSuse) finden Sie in Ausgabe 04/2012 [4], und die Installation auf UEFI-Rechnern mit Windows 8 haben wir in Ausgabe 02/2013 beschrieben; der Artikel ist online [5], und Sie sollten ihn ergänzend lesen, wenn Sie einen UEFI-PC mit Windows 8 haben. (Für “klassische” PCs mit BIOS, auf denen Sie Windows 8 z. B. als Update über ein Windows 7 installiert haben, ist das nicht nötig – UEFI ist die entscheidende Komponente.)
Da Windows seine Dateien gern über die gesamte Festplatte verteilt, booten Sie es und defragmentieren zunächst die Platte. Dieser Vorgang versammelt zerstreute Dateifragmente in einem zusammenhängenden Bereich und macht die hinteren Teile der Partition frei. Dadurch können Sie einen Teil der Windows-Partition für andere Zwecke nutzen.
- Sie defragmentieren unter Windows 7, indem Sie das Startmenü aufrufen, in die Zeile Programme/Dateien durchsuchen “defrag” eingeben und dann auf Defragmentierung klicken.
- Windows-8-Anwender finden das Defragmentierungsprogramm, indem Sie die Maus nach rechts oben bewegen, rechts auf Suchen klicken, als Suchbereich die Einstellungen auswählen und dann in die Suchmaske “defrag” eingeben – unter den Treffern ist Laufwerke defragmentieren und optimieren die richtige Wahl. Es öffnet sich dann ein neues Programmfenster, in dem Sie die Systempartition (meist Laufwerk C:) auswählen und auf Optimieren klicken.
- Unter Windows XP und Vista funktioniert das analog oder indem Sie im Startmenü Start / Alle Programme / Zubehör / Systemprogramme / Defragmentierung wählen.
Nach diesem Vorgang, der oft eine Weile dauert, booten Sie Windows neu. Beim Hochfahren startet das Programm chkdsk (check disk). Das überprüft die Partition aufgrund der Verkleinerung routinemäßig auf Schäden und bootet den Rechner dann neu – erst jetzt fährt Windows wie gewohnt hoch.
Schritt 4: Test mit Live-System
Vor der Kubuntu-Installation ist es sinnvoll, die Linux-Version zunächst als Live-System zu testen: Sie erkennen dann, ob Kubuntu Ihre Hardware komplett unterstützt; achten Sie hier u. a. auf die Grafikdarstellung und den Internetzugang, etwa via WLAN. Kubuntu schreibt beim Live-System-Betrieb keine Daten auf die Festplatte, weshalb Ihr Rechner nach einem Neustart so funktioniert wie zuvor.
Um den Live-Modus zu nutzen, legen Sie die DVD ein oder stecken den USB-Stick an einen passenden Port. Dann schalten Sie den Rechner aus und wieder ein und warten, ob das Bootmenü von Kubuntu erscheint (Abbildung 3) – im Test erschien es nur, wenn wir beim Booten [Esc] gedrückt hielten; anderenfalls bootete Kubuntu direkt von der DVD, was auch in Ordnung ist.

Abbildung 3: Bootet Ihr Rechner wie gewünscht von DVD oder USB-Stick, sollte dieses Bootmenü erscheinen – oder Kubuntu direkt booten.
Startet trotz Kubuntu-DVD oder -Stick direkt das auf Platte installierte Windows, müssen Sie im BIOS (oder in den UEFI-Einstellungen) die Bootreihenfolge ändern. Dazu drücken Sie direkt nach dem Einschalten des Rechners einmal oder mehrmals eine spezielle Taste – häufig [Esc],[Entf],[F2],[F9] oder [F12]. Hilft das nicht weiter, blättern Sie im Handbuch zum Rechner nach oder suchen online nach einem PDF-Handbuch, das zu Ihrem PC passt. Für UEFI-Rechner gibt es eine spezielle Tastenkombination, über die Sie eine Auswahl bootfähiger Systeme erhalten.
Einmal im BIOS oder UEFI-Setup, suchen Sie nach den Optionen, über die Sie die Reihenfolge der Bootmedien ändern. Meist zeigt das BIOS auch die Tasten an, über die Sie Optionen auswählen und verändern. Stoßen Sie auf die Liste der Bootmedien, schieben Sie das DVD-Laufwerk oder den USB-Stick an die oberste Stelle und verlassen das BIOS, wobei Sie die Einstellungen speichern.
Im Bootmenü warten nun mehrere Optionen auf Sie: Üblicherweise wählen Sie Start Kubuntu, um die Distribution erstmal zu testen, bevor Sie zur Installation schreiten. In diesem Fall landen Sie bei einer Abfrage (Abbildung 4), über die Sie die Sprache Deutsch für Kubuntu einstellen, um die Distribution dann auszuprobieren oder zu installieren. Wählen Sie ersteres, erscheint nach kurzer Ladezeit der KDE-Desktop, und Sie haben nun die Möglichkeit, sich diesen in aller Ruhe anzuschauen und seine Features zu testen. Beachten Sie, dass KDE im Live-Modus träger reagiert als die installierte Version. Gefällt Ihnen, was Sie sehen, stellen Sie per Kabel oder WLAN eine Internetverbindung her und installieren Kubuntu 15.04 über einen Mausklick auf das Desktop-Icon Install Kubuntu 15.04.

Abbildung 4: Über den Bootmenü-Eintrag “Start Kubuntu” gelangen Sie zu diesem Fenster, in dem Sie die Sprache auswählen und probeweise den KDE-Desktop im Live-Modus starten.
Schritt 5: Finale
Der grafische Installer lässt Sie erst eine Sprache auswählen und prüft im nächsten Schritt, ob Ihr Rechner am Internet hängt, mit Strom versorgt wird und genügend freien Platz für die Installation mitbringt. Zusätzlich können Sie noch zwei Kreuzchen bei Software von Drittanbietern installieren und Aktualisierungen während der Installation herunterladen setzen. Ersteres sorgt dafür, dass Kubuntu auch einige grundlegende Multimedia-Codecs installiert, die es Ihnen erlauben, Filme zu schauen (auch im Flash-Format), MP3-Dateien abzuspielen und Audio-CDs zu brennen. Die zweite Option lädt während der Installation automatisch die Updates herunter, ohne sie aber zu installieren – das legen Sie in einem Extraschritt fest.
Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass Kubuntu während der Installation einen Mix aus Deutsch und Englisch präsentiert; anders als bei älteren Versionen sind hier viele Dialoge nicht übersetzt worden.
Es folgt der spannendste Teil der Installation – das Partitionieren. Die angebotenen LVM-Optionen können Sie ignorieren und stoßen dann meist auf eines der folgenden Szenarien:
- Läuft bereits ein Windows auf dem Rechner, dessen Festplatte Sie – wie im Abschnitt Schritt 3 — Windows neben Kubuntu beschrieben – vorbereitet haben, können Sie in der Regel die Vorgabe Partition verkleinern und den freigewordenen Platz zur Installation nutzen übernehmen – Abbildung 5 zeigt, dass der Installer auch grafisch anzeigt, wie sich die Partitionierung ändern wird. Die Grenze zwischen Windows- und Linux-Bereich können Sie auch verschieben, um einem der beiden Systeme deutlich mehr Plattenplatz zu überlassen. Wenn Sie diese Option nutzen, klicken Sie auf Jetzt installieren, und es geht los.

Abbildung 5: Die Standardsituation: Windows belegt die ganze Platte; dann schlägt der Installer vor, diesen Platz aufzuteilen.
- Haben Sie Windows noch nicht defragmentiert, schlägt der Installer lediglich vor, Windows durch Kubuntu zu ersetzen. Möchten Sie das nicht, müssen Sie die Windows-Platte, wie in Schritt 3 beschrieben, vorbereiten.
- Läuft bereits ein anderes Linux-System auf dem Gerät, möchte Kubuntu eher etwas von dessen Ressourcen abknapsen und schlägt vor, die Linux-Partition zu verkleinern. Ein schwarzer Schieberegler hilft Ihnen dabei, das zu erledigen.
- Brauchen Sie hingegen kein weiteres System auf der Festplatte, wählen Sie die Option Geführt — vollständige Festplatte verwenden und weisen Kubuntu so den kompletten Platz zu – das ist die einfachste Lösung.
Fortgeschrittene Anwender können auch selbst über die Aufteilung der Platte entscheiden, wählen Manuell und klicken dann auf Weiter. Im neuen Fenster taucht nun – neben ein oder zwei Windows-Partitionen – auch eventuell vorhandener freier Speicherplatz auf. Gibt es keinen, wählen Sie zunächst die Windows-Partition aus, klicken auf Change und geben ihr eine neue (kleinere) Größe.
Klicken Sie auf einen freien Bereich, erscheint ein kleines Fenster, über das Sie darin eine neue Partition anlegen können. Die Unterschiede zwischen logischen und primären Partitionen erklärt der Kasten Festplattenschemata.
Sie brauchen mindestens eine Root-Partition (Mount Point ist /), auf der Kubuntu sämtliche Verzeichnisse, Programme, Bibliotheken und Log-Dateien ablegt. Wir spendieren dieser Partition im Beispiel 10000 MByte (Abbildung 6), verwenden Ext4 als Dateisystem (Use as Ext4-Journaling-Dateisystem) und setzen den Mount Point auf das oberste Wurzelverzeichnis (/). Ein Klick auf OK richtet die Partition ein. Auf den Swap-Bereich und die separate Home-Partition (Abbildung 7) können Sie im Prinzip auch verzichten – beide bringen jedoch Vorteile mit: Läuft der Arbeitsspeicher über, springt die Swap-Partition in die Bresche – was das System jedoch langsamer macht. Um den Swap einzurichten, erzeugen Sie wieder eine neue Partition und weisen bei New partition size… Platz von der Größe Ihres Arbeitsspeichers zu. Als Dateisystem (Use as) nehmen Sie Auslagerungsspeicher (Swap).
Festplattenschemata
Linux benennt Festplatten nach einem festen Schema: /dev/sda adressiert die erste erkannte Festplatte, /dev/sda1 bis /dev/sda4 bei “klassischen” Partitionstabellen die vier primären Partitionen darauf. Bei /dev/sda5 handelt es sich um die erste logische Partition, die sich innerhalb einer erweiterten Partition befindet. Windows belegt meist die erste und zweite primäre Partition, also /dev/sda1 und /dev/sda2. Stecken Sie nun einen USB-Stick oder eine externe Festplatte in den USB-Slot, erhält das Gerät die Bezeichnung /dev/sdb, ansonsten folgt alles dem obigen Schema. Über den Kommandozeilenbefehl sudo fdisk -l erhalten Sie eine Übersicht der verfügbaren Festplatten und USB-Speicher sowie der darauf enthaltenen Partitionen und Dateisysteme.
UEFI-Rechner verwenden ein alternatives, GPT (GUID Partition Table) genanntes Partitionierungsschema, bei dem es keine erweiterten und logischen Partitionen gibt. Dort wird einfach durchnummeriert (sda1, sda2 usw.). Um die Partitionstabelle der Platte sda anzuzeigen, verwenden Sie hier das Kommando sudo gdisk -l /dev/sda.
Unabhängig von der Art der Partitionstabelle funktioniert immer der Aufruf cat /proc/partitions, der allerdings eine weniger informative Ausgabe produziert.
Die Home-Partition hängt Kubuntu nach dem Start in das Verzeichnis /home ein. Sie enthält die Nutzerdaten sämtlicher Anwender (meist gibt es ja nur einen Benutzer), etwa Musik, Filme, Fotos und Dokumente. Der Vorteil: Wechseln Sie einmal das Linux-System oder fährt Linux nicht mehr hoch, installieren Sie eine neue Linux-Version in die Root-Partition (/) und hängen dann die alte Home-Partition in das neue Verzeichnis /home ein – mitsamt allen bisherigen Benutzerdaten. Nutzen Sie für die Home-Partition einfach den restlichen Speicherplatz, legen Sie als Dateisystem das Ext4-Journaling-Dateisystem fest, und tragen Sie als Mount Point den Verzeichnisnamen /home ein. Nach einem Klick auf Ok kontrollieren Sie Ihre getroffenen Entscheidungen noch einmal und schauen im unteren Bereich, ob Kubuntus Installer den Bootloader für Linux (und eventuell Windows) auf die richtige Festplatte schreiben will – meist /dev/sda. Über Jetzt installieren beginnen Sie mit der Installation.
Während der Installer nun im Hintergrund beginnt, das Kubuntu-System auf die Platte zu kopieren, möchte er noch ein paar Sachen von Ihnen wissen. Sie geben die Zeitzone und Region an, in der Sie leben, wählen das deutsche Tastaturlayout aus und geben dann Informationen zu einem Benutzer an, den Kubuntu als Standardanwender einrichtet.
Um die Sicherheit für Ihr System zu erhöhen, können Sie das Home-Verzeichnis verschlüsseln (Meine persönlichen Dateien verschlüsseln) Melden Sie sich dann später von einer Desktop-Sitzung ab, können unbefugte Dritte nicht auf die Daten in Ihrem Home-Verzeichnis zugreifen. Brauchen Sie all das nicht, wählen Sie Automatische Anmeldung.
Die Dateien auf Platte zu kopieren, dauert eine Weile, in der Zwischenzeit präsentiert Kubuntu in einer Diashow seine Highlights. Am Ende starten Sie den Rechner neu. Bei einer Parallelinstallation mit Windows sollte das Bootmenü Einträge für beide Betriebssysteme anzeigen (Abbildung 8), wobei es Kubuntu als Ubuntu bezeichnet.

Abbildung 8: Nach der erfolgreichen Installation von Kubuntu 15.04 neben Windows sollte der Bootloader Einträge für beide Systeme anzeigen.
Zeit für Updates
Landen Sie nun auf dem neuen Desktop (Abbildung 9), empfehlen wir, zunächst alle Aktualisierungen und Patches einzuspielen. Rufen Sie dazu über Anwendungen / System / Aktualisierungsverwaltung die Muon-Aktualisierungsverwaltung auf und spielen Sie die neuesten Updates ein. Wenn Sie keinen Internetzugang haben, können Sie dazu auch das EasyLinux Service Kit auf unserer Heft-DVD nutzen.

Abbildung 9: Ergebnis der Anstrengungen ist ein KDE-Desktop; hier mit dem alternativen Startmenü (“Anwendungsmenü”).
Infos
[1] DistroWatch-Rangliste: http://distrowatch.com/dwres.php?resource=popularity
[2] Kubuntu-Download: http://www.kubuntu.org/getkubuntu
[3] LiLi für Windows: http://www.linuxliveusb.com/download
[4] Parallelinstallation von Windows und 2x Linux: Hans-Georg Eßer, “Multi-Boot”, EasyLinux 04/2012, S. 62 ff., http://linux-community.de/27171
[5] Installation auf UEFI-PCs: Hans-Georg Eßer, “Dual-Boot mit Windows 8”, EasyLinux 02/2013, S. 34 ff., http://linux-community.de/28392



