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Aus EasyLinux 03/2015

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Neue Software (Teil 1/2)

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 1/2).

VLC Player 2.2.1 – Medienplayer, der alles abspielt

Der VLC-Player hat sich zum meist verbreiteten Abspielprogramm für Videos auf vielen Betriebssystemen gemausert. Nicht ohne Grund: Sein Leistungsumfang ist riesig. Trotzdem bleibt das Programm für die Grundfunktionen handlich.

Was ist das Wichtigste an einem Media Player? Die meisten Anwender würden antworten: Dass er alle Dateien problemlos abspielt. Der unumstrittene Meister in dieser Disziplin hieß vor Jahren einmal MPlayer [1], doch inzwischen ist längst der VLC Player (Abbildung 1) zum Champion aufgerückt [2].

Abbildung 1: Die Liste der vom VLC-Player unterstützten "Wiedergabegeräte" ist riesig: Sogar der Computer-Desktop ist enthalten. So kann man die Bildschirminhalte aufzeichnen oder ins Netz streamen. Selbstverständlich spielt VLC auch DVDs und alle erdenklichen Dateiformate ab.

Abbildung 1: Die Liste der vom VLC-Player unterstützten “Wiedergabegeräte” ist riesig: Sogar der Computer-Desktop ist enthalten. So kann man die Bildschirminhalte aufzeichnen oder ins Netz streamen. Selbstverständlich spielt VLC auch DVDs und alle erdenklichen Dateiformate ab.

Die handliche Anwendung kommt nicht nur mit einem breiten Spektrum von Datei- und Komprimierungsformaten zurecht. Das Programm gibt es auch für viele Betriebssysteme: Linux, Windows, OS X, Android und für das iPhone.

Fernbeziehung

Auch spielt das Programm nicht nur lokale Dateien ab, sondern auch Netzwerkstreams oder die Live-Aufnahme angeschlossener Webcams. Etliche Podcast- und Streamingdienste sind als durchsuchbare Streamliste direkt in die Standard-Geräte-Liste am rechten Fensterrand eingebunden. Auch Video-DVDs mit Menüs, wie Sie sie zum Beispiel mit DVDStyler (vergleiche Artikel in dieser News-Strecke) selbst erstellen können, funktionieren in der aktuellen Version einwandfrei.

Eine Funktion, die man in einem Abspielprogramm nicht unbedingt erwartet, ist unter dem “Abspielgerät” Bildschirmaufzeichnung zu finden: Es gibt die Aktivitäten aller geöffneten Anwendungsfenster oder des ganzen Desktops wieder. Diese einfach live abzuspielen, bringt natürlich keinen praktischen Nutzwert. Doch VLC ist grundsätzlich in der Lage, seinen Fensterinhalt in einer Videodatei aufzuzeichnen oder ins Netz zu streamen. So zeichnen Sie mit VLC Video-Tutorials für die Bedienung von Programmen auf oder übertragen Ihre Aktionen am Rechner für einen Echtzeit-Support live ins Netz. Eine andere VLC-Instanz auf einem Rechner mit Zugriff auf Ihren Computer gibt diese weitgehend verzögerungsfrei wieder. Auch die Bilder einer angeschlossenen Webcam kann VLC so ins Netz streamen.

Effektvoll

VLC bringt etliche Video- und Audioeffekte mit: Ein Equalizer ist ebenso vorhanden wie ein Compressor, der die Unterschiede zwischen lauten und leisen Stellen verringert. Der Spatializer fügt Raumklang hinzu.

Noch umfangreicher fällt die Palette der Videoeffekte aus. Neben Helligkeits-, Kontrast- und Schärfereduzierungen schneidet das Programm auf Wunsch störende Ränder ab. Hinzu kommen psychedelische Effekte wie Farbverfälschungen und Wasserwellen. Wichtiger sind sicher die leistungsfähigen Deinterlacer, welche die beim Analog-TV zeitversetzt übertragenen Halbbilder kaschieren. Auf Wunsch spielt das Programm Audiodateien und Videos langsamer oder schneller ab.

Bei der aktuellen Version 2.2.1 handelt es sich um die erste Bugfix-Release, die Entwickler meist aus gutem Grund einer auf “0” endenden Version nachschicken. Die im Februar erschienene Version 2.2.0 hat dagegen zahlreiche neue Features eingeführt. So nutzt die Videowiedergabe nun Hardwarebeschleunigung. Bereits gespielte Videos starten an der früheren Stelle. Viele um 90 Grad verdrehte Aufnahmen stellt das Programm nun auf die Füße. Auch die Unterstützung für Blu-rays (siehe auch den Blu-ray-Artikel ab Seite 60 in dieser Ausgabe) und weitere Codecs wurde ausgebaut.

Die Redaktion meint

Wer sich einen Player für alle Audiodateien und Videos wünscht, ist mit VLC bestens bedient.

Bewertung

5 von 5 Sternen

Pale Moon 25.4.1 – “Firefox” mit konservativer Oberfläche

Firefox ist freie Software. Darum ist es rechtlich kein Problem, die aktuelle Anzeige-Engine von Firefox mit seiner Benutzeroberfläche aus vergangenen Jahre zu verknüpfen. Vor allem auf dem klassischen Desktop mit Maus und hinreichend großem Schirm bewährt sich der so entstandene Fork Pale Moon.

Firefox ist in Deutschland seit langem der beliebteste Webbrowser. Doch nicht alle Neuerungen der letzten Zeit stoßen auf ungeteilte Gegenliebe: Insbesondere die weit gehende Umgestaltung der Benutzeroberfläche in Firefox 29 (März 2014) hat viele Anwender vor den Kopf gestoßen.

Das Menü versteckt sich nun hinter einem Button am rechten Fensterrand und wurde passend für die Fingerbedienung auf dem Tablet als Icon-basiertes Flächenmenü umgestaltet (Abbildung 2, rechts). Die Vor- und Zurück-Buttons hängen fest an der Adressleiste. Dafür ist der dort eigentlich logisch platzierte Bookmark-Button aus dem Adressfeld herausgewandert und bildet mit dem Bookmark-Ausklappmenü einen ebenfalls unzertrennbaren Kombo-Button.

Abbildung 2: Aktuelle Browsertechnik in altem Gewand: Pale Moon sieht aus wie der gut eineinhalb Jahre alte Firefox 25, zeigt aber Webseiten genauso an wie die aktuelle Firefox-Version.

Abbildung 2: Aktuelle Browsertechnik in altem Gewand: Pale Moon sieht aus wie der gut eineinhalb Jahre alte Firefox 25, zeigt aber Webseiten genauso an wie die aktuelle Firefox-Version.

Wie eh und je

Der Firefox-Fork Pale Moon [3] bewahrt die klassische Benutzeroberfläche und kombiniert sie mit der aktuellen Webseiten-Anzeige-Engine von Mozilla: Die Tabs bleiben platzsparend-eckig wie eh und je und liegen standardmäßig direkt über den Webseiten. Es gibt ein normales, auf Wunsch ausblendbares Menü, sowie für motorisch beeinträchtige Anwender beliebig weit auseinander platzierbare Vor-, Zurück- und Neuladen-Buttons.

Die in Firefox längst verschwundene Statusleiste zeigt, was der Browser gerade tut, zum Beispiel ober er noch auf eine Serverantwort wartet oder bereits Daten überträgt. Dort ist auch ein Ladefortschrittsbalken sichtbar.

Auch fehlen Pale Moon einige neuere Firefox-Features, die nach Meinung der Entwickler die Software aufblähen oder ihre Sicherheit gefährden. An erster Stelle ist hier der in den Browser integrierte Echtzeit-Chat zu nennen, bei dem der Browser selbst Daten ins Internet ausliefert, statt sie nur von dort zu empfangen.

Auch die “Panorama” genannte Tab-Gruppen-Funktion (Abbildung 2, [Umschalt]+[Strg]+[E]), mit der sich geöffnete Tabs in mit der Maus aufgezogene Rechtecke (“Gruppen”) platzieren lassen, bewerten die Pale-Moon-Entwickler als unausgereift und kaum genutzt. Damit dürften sie richtig liegen: Zwar ist es praktisch, dass Firefox immer nur die Tabs der aktiven Gruppe anzeigt – so fließt die Tab-Leiste nicht über. Doch das Aufziehen und Skalieren der Gruppen mit der Maus dauert einfach zu lang. Daher bleibt Pale Moon lieber bei der klassischen, nach Fenstertitel durchsuchbaren Tab-Übersicht (Abbildung 3, links).

Abbildung 3: Die Firefox-"Panorama"-Funktion, die geöffnete Tabs gruppiert und damit für Übersicht sorgen soll, benutzen nach Meinung der Pale-Moon-Entwickler nur wenige Anwender. Darum setzt Pale Moon weiter auf die klassische, durchsuchbare Tab-Übersicht früherer Firefox-Versionen (Abbildung 2, links).

Abbildung 3: Die Firefox-“Panorama”-Funktion, die geöffnete Tabs gruppiert und damit für Übersicht sorgen soll, benutzen nach Meinung der Pale-Moon-Entwickler nur wenige Anwender. Darum setzt Pale Moon weiter auf die klassische, durchsuchbare Tab-Übersicht früherer Firefox-Versionen (Abbildung 2, links).

Eine der größten Stärken von Firefox ist seiner Erweiterbarkeit mit Add-ons. Viele Firefox-Add-ons funktionieren auch unter Pale Moon, allerdings nicht alle: Für Firefox vor Version 25 (Oktober 2013) konzipierte Erweiterungen sind generell kompatibel; neuere nur, wenn sie nicht auf seitdem neu gestaltete Bereiche der Benutzeroberfläche zugreifen. Im Zweifelsfall hilft nur Ausprobieren.

Die Redaktion meint

Pale Moon ist der ideale Browser für Desktopanwender, welche die Neugestaltung für Tablet-Computer in Firefox stört: Dank identischer HTML-Engine stellt er die Webseiten genau so dar wie sein großer Bruder.

Der alternative Browser bringt ein Importwerkzeug für Firefox-Profile mit, das die Lesezeichen übernimmt. Bei den Add-ons versucht es, die nicht mit Pale Moon kompatiblen Erweiterungen auszusortieren. Dass nicht alle Firefox-Add-ons funktionieren, ist denn auch der einzige handfeste Nachteil des Firefox-Forks: Ob man die in Pale Moon konservierte “alte” Firefox-Oberfläche gegenüber der aktuellen bevorzugt, ist Geschmackssache. Dank Pale Moon liegt die Wahl beim Anwender.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Canorus 0.7.2 – Handliches Notensatzprogramm

Jedes Druck-Erzeugnis entsteht heute am Computer, selbst Klavier- und Orchesternoten. Um die vielen Spielarten der Notenschrift zu Papier zu bringen, ist komplexe Software gefragt. Das Satzprogramm Canorus bleibt trotzdem leicht zu bedienen.

Im Internetzeitalter sind Daten in digitaler Form gefragt. Das gilt sogar für die Noten von Omas Geburtagsständchen, wenn man sie per Mail an die ganze Combo verschicken möchte. Zwar lassen sich auch handgeschriebene Noten in eine PDF-Datei einscannen, doch Scans erzeugen oft große Dateien mit schlechtem Kontrast.

Abbildung 4: Canorus läuft in der Praxis bereits stabil und beherrscht die ganze Palette musikalischer Notationsformen von klassischen Chorälen bis hin zu Gitarrengriffen oder Schlagzeugnoten.

Abbildung 4: Canorus läuft in der Praxis bereits stabil und beherrscht die ganze Palette musikalischer Notationsformen von klassischen Chorälen bis hin zu Gitarrengriffen oder Schlagzeugnoten.

Das Notensatzprogramm Canorus (Abbildung 4) [4] liefert Noten in Druckqualität und verpackt sie verlustfrei in ein handliches PDF-Dokument. Das Programm ist nach Angaben seiner Entwickler noch lange nicht fertig, bewährt sich in der Praxis trotzdem schon als leichtgewichtige Alternative zum umfangreichen MuseScore [5].

Per Mausklick

Nach dem Start zeigt die Software ein leeres Klaviernotensystem mit Violinschlüssel für die rechte und Bassschlüssel für die linke Hand. Noten platzieren Sie darin einfach mit der Maus. Mit den Zifferntasten [1] bis [9] wählen Sie vor dem Einfügen noch die Notendauer (Viertelnote, Achtelnote usw.).

Wenn ein Takt voll ist, fügt die Software in der aktuellen Version automatisch einen Taktstrich ein. Für Akkorde klicken Sie auf eine bestehende Note, um einen weiteren zur selben Zeit erklingenden Ton hinzuzufügen. Die Plus- und Minustasten verschieben eine Note um einen Halbton, zum Beispiel für Fis oder B in einem in C-Dur notierten Notensystem.

Ein Klick mit der rechten Maustaste fügt eine Pause in der vorausgewählten Notendauer ein. Möchten Sie die Tonarten wechseln, fügen Sie dem Notensystem mit dem Vorzeichen-Werkzeug die benötigten Kreuze oder Bes hinzu.

Sie können in Canorus nicht nur Klaviernoten mit zwei Notensystemen schreiben. Neue Notenzeilen erstellen Sie mit dem Kontext einfügen-Werkzeug. Das Werkzeug Schlüssel einfügen hält auch exotische Notenschlüssel für Orchesterinstrumente wie die Bratsche bereit.

Bindebögen ergänzen Sie, indem Sie Noten mit dem Werkzeug Auswahl Modus markieren und dann auf den Button Bogen einfügen (den fünften von oben) klicken. Canorus unterscheidet dabei zwischen Haltebögen zwischen Noten gleicher Tonhöhe und Legatobögen zwischen Noten in unterschiedlicher Tonhöhe.

Klassische Vielfalt

Außer Bindebögen kennt Canorus viele weitere Vortragsmarkierungen, Verzierungen und die üblichen Dynamikangaben wie Piano oder Forte. Sogar Funktionen für Fingersätze oder Strichart-Kennzeichnungen für Streicher sind vorhanden. Das Programm ist also uneingeschränkt für klassische Musik geeignet. Auch Liedtextzeilen lassen sich mit dem Werkzeug Kontext einfügen erstellen. Dabei verteilt die Software durch Leerzeichen getrennte Silben automatisch richtig auf die Musiknoten.

Wie MuseScore spielt Canorus die eingefügten Noten kurz an, um Schreibfehler zu vermeiden. Auch das ganze Stück erklingt über ein beliebiges auf dem System verfügbares Midi-Gerät. Da Canorus keinen eingebauten Klangerzeuger mitbringt, ist es dafür allerdings auf einen externen Software-Synthesizer wie Qsynth [6] angewiesen.

Die Redaktion meint

Canorus lief im Test schon als Betaversion durchwegs stabil und bringt schon einen eindrucksvollen Funktionsumfang mit. Dass dieser noch ein gutes Stück hinter dem ebenfalls exzellenten MuseScore zurückbleibt, muss kein Nachteil sein: Funktionen wie manuelles Beeinflussen von Notenabständen brauchen eigentlich nur professionelle Notensetzer. Da Canorus und MuseScore im Hintergrund auf das Notensatzsystem Lillypond [7] setzen, erzeugen beide hervorragend lesbare Noten.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Gscan2pdf 1.3.2 – GUI für Kommandozeilen-Scan- und OCR-Software

Mit Gscan2pdf steigen die Chancen, den Papierkrieg zu gewinnen: Scannen Sie Ihre Dokumente als PDFs mit maschinell erkanntem Text ein. Mit einer Desktopsuchmaschine, wie Sie KDE mitbringt, werden Sie dann auch in hunderten Seiten schnell per Schlagwortsuche fündig.

Das Wort “Papierkrieg” bringt es auf den Punkt: Viele Zeitgenossen liegen im Dauerclinch mit dem wachsenden Papierstapel auf dem Schreibtisch. Größere Firmen archivieren daher ihre Geschäftkorrespondenz längst in elektronischer Form.

Eine wichtige Voraussetzung für professionelles Dokumentmanagement ist die Verschlagwortung des eingescannten Texts. OCR-Software (Optical Character Recognition) erkennt dazu den nur als Bilddatei vorliegenden Text. Mit Gscan2pdf [8] gibt es ein praktisches GUI, das Ihnen das Hantieren mit den beiden Kommandozeilen-OCR-Programmen Tesseract [9] und Cuneiform [10] erspart (Abbildung 5).

Abbildung 5: Gscan2pdf ist ein leistungsfähiges Scanprogramm, das vollautomatisch PDF-Dateien mit eingebettetem, durchsuchbarem Text erzeugt.

Abbildung 5: Gscan2pdf ist ein leistungsfähiges Scanprogramm, das vollautomatisch PDF-Dateien mit eingebettetem, durchsuchbarem Text erzeugt.

Brot und Butter

Das bereits in Ausgabe 03/2014 vorgestellte Tool erzeugt so genannte Sandwich-PDF-Dateien, bei denen eine unsichtbare Textebene über dem eingescannten Dokument liegt. Suchen Sie mit der Suchfunktion Ihres PDF-Readers, findet und markiert dieser das Wort in der verborgenen Textebene. Das sieht dann so aus, als wäre das Wort direkt im Scan markiert (Abbildung 6) – in etwa wenigstens, denn hundertprozentig decken sich erkannter Text und Scan bei Gscan2pdf nicht. Doch auf jeden Fall finden Sie so die gesuchte Stelle.

Abbildung 6: Das Besondere an den von Gscan2pdf erzeugten PDF-Dateien ist der unsichtbar über dem Bild liegende Text für die Suchfunktion des PDF-Readers.

Abbildung 6: Das Besondere an den von Gscan2pdf erzeugten PDF-Dateien ist der unsichtbar über dem Bild liegende Text für die Suchfunktion des PDF-Readers.

KDE bietet zusätzlich eine Volltextsuche für den in den PDF-Dateien enthaltenen Text: Mit der Suchfunktion im Dateimanager Dolphin finden Sie alle Dokumente, die einen Suchbegriff enthalten. Benutzer anderer Desktops installieren stattdessen die Desktopsuchmaschine Recoll [11].

Für die maschinelle Texterkennung müssen Sie von Hand eine OCR-Engine auf Ihrem System installieren, da das nicht automatisch beim Einspielen von Gscan2pdf geschieht. Am besten funktioniert Tesseract, bestehend aus den Paketen tesseract und tesseract-traineddata-german. Für andere Sprachen als Deutsch suchen Sie in der Paketverwaltung nach weiteren Paketen mit dem Namen tesseract-traineddata-xxx. Für das Nachbearbeiten setzt Gscan2pdf auf das externe Programm unpaper, das Sie ebenfalls manuell nachinstallieren.

Mäßiger Fortschritt

Besonders viel hat sich bei Gscan2pdf seit der letzten Besprechung vor einem Jahr nicht getan: Der Entwickler hat die leicht chaotische Benutzeroberfläche geglättet. Außerdem platziert die Software nun den per OCR erkannten Blindtext etwas exakter. Da auch zahlreiche Bugs, die teilweise zum Absturz führten, gefixt wurden, lohnt sich ein Upgrade dennoch.

Nach wie vor liefert Gscan2pdf in der Standardeinstellung Ergebnisse mit gezackten Grau-Weiß-Übergängen (Abbildung 7): Das Programm schneidet zum Verkleinern der PDF-Dateien leere Stellen aus dem Scan heraus. Dies kann sich lohnen, wenn Sie vielseitige PDFs per Mail verschicken möchten – beim Speichern auf der Platte fällt die leichte Größenreduzierung dagegen kaum ins Gewicht. Für optisch ansprechendere Ergebnisse deaktivieren Sie die Option Bilder bereinigen. Alternativ experimentieren Sie mit den Einstellungen Gamma-Exponent im Reiter Gamma sowie Schwellwert und Schwellwertkurve im Reiter Extras des Scandialogs, um die Belichtung der Scans auf einen reinweißen Hintergrund zu trimmen. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten: Im Test hat die Funktion Bilder bereinigen zu hell geratene Textspalten teilweise komplett entfernt.

Abbildung 7: Mit dem Shell-Tool Unpaper entfernt Gscan2pdf auf Wunsch leere Bildbereiche. Das verringert die Größe der PDF-Datei, sieht aber mit den Programmvoreinstellungen nicht schön aus.

Abbildung 7: Mit dem Shell-Tool Unpaper entfernt Gscan2pdf auf Wunsch leere Bildbereiche. Das verringert die Größe der PDF-Datei, sieht aber mit den Programmvoreinstellungen nicht schön aus.

Die Redaktion meint

Gscan2pdf erzeugt für die Archivierung hervorragend geeignete Sandwich-PDF-Dateien mit eingebettetem, maschinell erkanntem Text. Leider bringt das Programm auch in der aktuellen Version keine Weißpunkt-Korrektur mit, die den grauen Hintergrund der Scans automatisch aufhellt.

Bewertung

3 von 5 Sternen

KMyMoney 4.7.2 – flexible Buchhaltungssoftware

Die wenigsten können es sich leisten, Geld einfach ins Blaue hinein auszugeben. KMyMoney bilanziert und analysiert die Ausgaben, und zwar flexibel je nach Wunsch mit einfacher oder doppelter Buchführung.

Mancher erinnert sich vielleicht noch an die Glücksgefühle aus dem Wirtschafts- oder Sozialkundeunterricht, wenn in Buchführung die Bilanzen nach einigen Korrekturen endlich aufgingen. Passende Software beseitigt die Flüchtigkeits- und Tippfehler, die sich beim Arbeiten mit Papier und Taschenrechner allzu leicht einschleichen.

Bilanz ziehen

KMyMoney (Abbildung 8) [12] ist ein solches auf Privathaushalte zugeschnittenes Spezialprogramm zum Bilanzieren der häuslichen Ausgaben. Anders als das in den Software News 04/2014 beschriebene Homebank [13] beherrscht es doppelte Buchführung und bringt eine Homebanking-Schnittstelle mit. Vom Funktionsumfang steht es daher dem auf den Unternehmensbereich abzielenden GnuCash [14] näher. Doch seine übersichtliche Benutzeroberfläche erleichtert den Einsteig auch für Anwender ohne Erfahrung in der Buchhaltung.

Abbildung 8: KMyMoney ist ein übersichtliches Buchführungsprogramm für den Hausgebrauch. Es enthält eine Homebanking-Schnittstelle und beherrscht doppelte Buchführung, bleibt in seiner Bedienung aber simpel und intuitiv.

Abbildung 8: KMyMoney ist ein übersichtliches Buchführungsprogramm für den Hausgebrauch. Es enthält eine Homebanking-Schnittstelle und beherrscht doppelte Buchführung, bleibt in seiner Bedienung aber simpel und intuitiv.

Beim ersten Start erscheint der Wizard Neue Datei erstellen. Am besten wählen Sie für Ihre erste Bilanz im vierten Bildschirm des Wizards unter Konten die Option Allgemeine Konten: Dann legt KMyMoney nur die in Privathaushalten verbreiteten Konten an, nämlich Girokonto, Sparkonto, Kreditkarte und den Bargeldbestand (Abbildung 9). Auf die in der Unternehmensbuchhaltung als “virtuelle Konten” geführten zahllosen Ausgaben- und Einnahmekategorien verzichtet das Programm dann. Ganz wie in der täglichen Praxis belasten Ausgaben also entweder Ihr Girokonto, Ihren Geldbeutel oder Ihre Kreditkarte.

Abbildung 9: Anders als das auf den Unternehmenseinsatz zugeschnittene GnuCash startet KMyMoney in der Standardeinstellung nur mit wenigen Konten, die der Erfahrungswelt von Privatanwendern entgegenkommen.

Abbildung 9: Anders als das auf den Unternehmenseinsatz zugeschnittene GnuCash startet KMyMoney in der Standardeinstellung nur mit wenigen Konten, die der Erfahrungswelt von Privatanwendern entgegenkommen.

Datum und Betrag der Geldbewegungen reichen für die Bewertung der Ausgaben nicht aus. KMyMoney weist daher jeder Ausgabe einen Empfänger, eine Kategorie und optional ein Stichwort zu. Übliche Kategorien für Privathaushalte wie Lebensmittel, Kleidung, Miete oder Gehalt hat der Wizard Neue Datei erstellen bereits angelegt.

Neue Kategorien brauchen Sie nur in das Textfeld Kategorie einzutippen. Jede Kategorie und jeden neuen Empfänger speichert das Programm auf Nachfrage, so dass Sie bei der nächsten Eingabe nur noch die ersten paar Buchstaben tippen müssen.

Einfach oder doppelt?

Die Auswertung der Geldbewegungen übernehmen die Bildschirme Kategorien, Empfänger, Stichwörter und Kontenbuch, in denen KMyMoney die Beträge entsprechend aufschlüsselt.

Eine doppelte Bilanz gibt es nur bei direkten Geldflüssen zwischen Konto und Geldbeutel – für Privatanwender ist dies der richtige Umfang. Allerdings bietet KMyMoney auch die technischen Voraussetzungen für vollständige doppelte Buchführung: Über Neue Datei erstellen können Sie auch die in Firmen üblichen Standardkontenrahmen SKR 03 und SKR 04 mit thematisch gegliederten Konten für Einnahmen und Ausgaben einrichten sowie von Hand beliebig viele Einnahme- und Ausgabekonten erstellen.

Wichtiger für die Praxis im Privathaushalt ist die Onlinebanking-Anbindung via AqBanking-Schnittstelle [15]. Diese unterstützt die Protokolle HBCI, FinTS, EBICS und OFX. Klappt die Online-Anbindung trotzdem nicht, so kommt man in der Praxis auch damit klar, die Konten von Hand mit den Kontoauszügen abzugleichen.

Die Redaktion meint

KMyMoney bringt eine Onlinebanking-Anbindung mit und beherrscht sowohl einfache als auch doppelte Buchführung. In beiden Fällen analysiert es die Einnahmen und Ausgaben übersichtlich.

Bewertung

5 von 5 Sternen

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