Leserbriefe

Aus EasyLinux 04/2014

Leserbriefe

Mehrere Linux-Versionen

[Parallele Linux]+[Installation, 03/2014] Ich lese gerade das neue Heft 03/2014. Wie immer fundiert, ausführlich und verständlich – bravo! Zum Leserbrief auf Seite 7 (“Linux-begeistert”) hätte ich eine Frage: Ich hätte vermutet, dass es nicht so einfach ist, mehrere Linux-Versionen auf eine gemeinsame Home-Partition zugreifen zu lassen.

  • Wenn die Benutzer unterschiedliche Benutzernummern haben oder die Gruppenzugehörigkeiten in den einzelnen Linux-Installationen anders sind, würde ich Probleme mit den Zugriffsberechtigungen erwarten.
  • Im Home-Verzeichnis werden auch die Dateien zu den Desktop- und Dateimanager-Einstellungen gespeichert.

Sind da keine Probleme zu erwarten, wenn zwei unterschiedliche Distributionen ihre Einstellungen durcheinandermischen? Und wäre es nicht besser, eine weitere Partition zu erzeugen, auf der man seine reinen Daten speichert?

Gibt es einen praktischen Weg, so eine Partition nachträglich ins Dateisystem einzubinden, ohne dass jedesmal ein Desktop-Icon erscheint, also diese Datenpartition wirklich integriert ist (nicht über den /media-Zweig)? Im Verzeichnisbaum könnte die dann z. B. unter /meineDaten zu finden sein, genau wie /home oder /usr. Oder ist ein Unterverzeichnis von /home besser? Wie geht das am einfachsten?

Wolfgang Urban

EasyLinux: Danke für das Lob! Der Ansatz mit gemeinsamen privaten Verzeichnissen könnte in der Tat Probleme verursachen, wenn man nicht auf die User-IDs achtet. In unserem zitierten Artikel sind wir von der vereinfachten Situation ausgegangen, dass es genau einen Anwender gibt. Dadurch sind Gruppenmitgliedschaften nicht so relevant (außer bei den Gruppen, die Zugriff auf Geräte u. ä. gewähren, aber das kann dann jede Distribution separat regeln).

Ubuntu, Mint und OpenSuse verwenden alle die User-ID 1000 für den ersten Benutzer, dadurch passen die Angaben.

Wenn Sie ein komplexeres Szenario mit mehreren Benutzern einsetzen, müssen Sie darauf achten, dass die User-IDs der verschiedenen Distributionen synchron bleiben.

Wenn Sie auf den beiden Distributionen verschiedene Desktops (z. B. KDE und Gnome) verwenden, gibt es gar kein Problem. Setzen Sie mehrere KDE-Versionen ein, wirken sich Änderungen auf der einen Distribution auch auf die andere aus. Das kann zu kleinen Einschränkungen führen; legen Sie z. B. unter OpenSuse ein Programmstart-Icon auf den Desktop, erscheint das auch unter Kubuntu – selbst, wenn das Programm dort nicht installiert ist. Das ist aber kein echtes Problem.

In unserem Artikel haben wir die Windows-Partition zum Speichern der privaten Linux-Dateien verwendet, weil wir von einer Parallelinstallation von Kubuntu, OpenSuse und Windows ausgegangen sind. Sie können auch eine separate Partition dafür nutzen und ähnlich wie im Artikel die Pfade /home/USER/Dokumente, /home/USER/Musik etc. dahin umbiegen.

Das Einhängen weiterer Partitionen in bestimmte Ordner erreichen Sie über die Konfigurationsdatei /etc/fstab, wie unsere Schwesterzeitschrift LinuxUser es in einem älteren Artikel beschrieben hat [1]. Wenn Sie den von uns vorgeschlagenen Weg mit symbolischen Verweisen (“Symlinks”) nutzen, ist es egal, wo Sie die Extrapartition einhängen. Selbst die Vorgabe mit einem Ordner in media könnten Sie verwenden, wenn Sie dann z. B. Symlinks von /home/USER/Dokumente auf …/media/xyz/Dokumente etc. erstellen. (hge)

WLAN-Probleme

[Linux: Einfach besser, 02/2014] Sie schreiben: “Beim Thema Netzwerk liegt Linux ganz weit vorne.” Die Wirklichkeit sieht aber völlig anders aus. Ich will mich von Windows XP trennen und auf Linux Mint 17 umsteigen. Die Installation war problemlos, bis man an das Netzwerk kommt. Ich habe eine FritzBox WLAN 3170 und einen FritzWLAN-USB-Stick (v.1.1), die beide unter Windows funktionieren. Der Versuch, diese Gerätschaften unter Linux ans Laufen zu bekommen, ist für einen Umsteiger wie mich völlig unmöglich. Liest man in den Foren, wie und wo was zu machen ist, damit die Technik läuft, lässt man es lieber gleich und bleibt bei Windows, so traurig das auch ist. Da mag auch Linux weit vorne liegen, hier ist noch einiges im Argen. Die vielfältigen Hilferufe im Netz sprechen da doch eine deutliche Sprache. Schade, Tux!

Erwin Weber

EasyLinux: Wenn Sie den PC mit dem Netzwerkkabel an die FritzBox anschließen, sollte Linux automatisch und ohne Treiberinstallation ins Netz kommen. Mit einer FritzBox 7270 hatten wir z. B. noch nie Probleme, und das gilt auch genauso für die DSL- oder Kabel-Router anderer Hersteller.

Bei WLAN-Adaptern (am PC) ist es so, dass manche Hardware umständlicher in Betrieb zu nehmen ist, die sollte man dann einfach meiden. Die in Notebooks eingebauten WLAN-Adapter sind da meist problemlos, aber externe WLAN-Adapter für Desktop-PCs (wie eben Ihr USB-Stick) benötigen manchmal eine komplexere Konfiguration; die Lösung ist da, auf ein besser unterstütztes Gerät zu wechseln. Ihre FritzBox ist 100 % kompatibel mit Linux, Probleme macht nur der USB-WLAN-Stick.

Im Ubuntuusers-Wiki finden Sie eine Liste von WLAN-Adaptern (USB und andere), verbunden mit Hinweisen zur Kompatibilität mit Ubuntu [2] – Linux Mint basiert auf Ubuntu, also sollte das auch für Ihr System passen. Der Kauf eines passenden WLAN-Sticks für 10 bis 20 Euro sollte Sie nicht vom Linux-Einsatz abhalten. (hge)

E-Mails abhören

[PGP für Google Mail, 03/2014] Ich habe gestern zum ersten Mal Ihr tolles Magazin in Händen gehalten und muss als Betreuer der EDV der zweitgrößten Tierschutz-NGO in Österreich feststellen, dass darin viele brauchbare Tipps zu finden sind!

Allerdings stößt mir in der Kurzmeldung “PGP für Google Mail” sauer auf, dass hier völlig unkritisch die grundsätzlich begrüßenswerte Integration von PGP in die Google-Mail-Weboberfläche vorgestellt wird. Das mag zwar vor Attacken nicht-staatlicher Parteien und nicht-amerikanischer Geheimdienste schützen, aber vor der (die Diskussion wohl auslösende) NSA schützt diese Variante zweifellos nicht: Wird eine E-Mail im Verfassen-Feld von gmail.com geschrieben, werden die Tastaturanschläge zwar verschlüsselt aber an Google im Klartext übermittelt. Der Entwurf wird auch laufend im entsprechenden Ordner gespeichert. Erst nach dem Drücken auf Senden wird die Mail dann wohl von Google – und nicht vom Verfasser! – verschlüsselt und abgesendet.

Wie allseits bekannt, kooperieren fast alle wesentlichen amerikanischen Internet-Service-Provider mit der NSA; jene die es nicht tun, müssen ihr Projekt einstellen, siehe z. B. Truecrypt.

Von einer Fachzeitschrift wie der Ihren hätte ich mir doch erwartet, auf diesen meines Erachtens entscheidenden Vorteil echter Peer-to-Peer-Verschlüsselung hinzuweisen, wie sie nur mit Clients (z. B. Thunderbird) und GPG-Plug-ins (z. B. Enigmail) möglich ist.

Elmar Völkl

EasyLinux: Wir haben die Erweiterung nicht getestet, sondern nur (als Nachricht) darüber berichtet. In dem Sinne stellt unser kurzer Beitrag auch keine Empfehlung dar, Google Mail für den Versand verschlüsselter Mails zu verwenden.

EasyLinux richtet sich an Linux-Einsteiger und will im Wesentlichen praktische Hinweise zur Nutzung geben. Zum Thema Mail-Verschlüsselung mit Thunderbird und Enigmail hatten wir zuletzt in Ausgabe 04/2012 einen langen Beitrag [3].

Infos

[1] Artikel zu “mount” und “/etc/fstab”: Heike Jurzik, “Ganz schön anhänglich”, LinuxUser 05/2006, S. 94 ff., http://linux-community.de/9869

[2] WLAN-Karten-Liste im Ubuntuusers-Wiki: http://wiki.ubuntuusers.de/WLAN/Karten

[3] Artikel zu Thunderbird und Enigmail: Florian Effenberger, “Briefgeheimnis”, EasyLinux 04/2012, S. 36 ff., http://linux-community.de/27114

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