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Aus EasyLinux 01/2014

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Neue Software (Teil 1/2)

Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor. Auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise (Teil 1/2).

Gimp – führender freier Bitmap-Editor

Schon weil Larry Ewing 1996 mit ihm das Linux-Maskottchen Tux entwarf, kommt dem Bitmap-Editor Gimp unter Linux ein besonderer Stellenwert zu. Allerdings verlief die Entwicklung des frühen Vorzeigeprogramms des Linux-Desktops in letzter Zeit schleppend. So wird es leider mit der von den Anwendern sehnlichst erwarteten Unterstützung von 16-Bit Farbtiefe im Jahr 2013 nichts mehr werden.

Gimp (Abbildung 1) gilt als der freie Bitmap-Editor schlechthin. Diesen Ruf verdiente sich das Programm mit zahlreichen nützlichen und leistungsfähigen Funktionen. Auch der vor allem von Windows-Anwendern viel gescholtene Mehrfenster-Ansatz mit seiner vom eigentlichen Programmfenster getrennten Werkzeugpalette gehört inzwischen der Vergangenheit an; es genügt, die Option Fenster / Einzelfenstermodus zu aktivieren. Denn in einer Zeit, in der immer mehr Anwender zwei Bildschirme an ihren Rechner anschließen, gewinnt der Mehrfenster-Modus durchaus an Berechtigung.

Abbildung 1: Das Bildbearbeitungsprogramm Gimp ist und und bleibt schon wegen des damit entworfenen Maskottchens Tux eines der bekanntesten Linux-Programme. Doch schon seit langem schmälert die maximale unterstützte Farbtiefe von 255 Schattierungen pro Farbe im professionellen Umfeld seinen Nutzwert.

Abbildung 1: Das Bildbearbeitungsprogramm Gimp ist und und bleibt schon wegen des damit entworfenen Maskottchens Tux eines der bekanntesten Linux-Programme. Doch schon seit langem schmälert die maximale unterstützte Farbtiefe von 255 Schattierungen pro Farbe im professionellen Umfeld seinen Nutzwert.

Arbeitsbesteck

Gimp [1] bringt alle wichtigen Farb- und Belichtungskorrekturfunktionen mit: Der Farbabgleich biegt Farbverschiebungen in Fotos partiell für dunkle und mittelhelle Stellen sowie die Glanzlichter gerade. Diese Funktion ist unverzichtbar, weil das menschliche Gehirn farbige Beleuchtung, zum Beispiel das Rot der Abendsonne, in der natürlichen Umgebung größtenteils unbewusst ausgleicht, nicht jedoch beim Betrachten eines Fotos. Paradoxerweise wirken daher Aufnahmen mit einer physikalisch korrekten Farbwiedergabe oft unnatürlich.

Das Werkzeug Farbton/Sättigung ist dagegen eher gefragt, wenn Sie schummeln möchten: Manchmal wirkt ein Foto eindrucksvoller, wenn Sie das Rot der abgebildeten Blüte noch ein weniger satter färben.

Für die Belichtungskorrektur gibt es zwei Ansätze: Werte aus dem Menü Farben korrigiert die Beleuchtung der dunklen und hellen Bildbereiche sowie der Mitteltöne unabhängig voneinander. Insbesondere lässt sich das Helligkeitsspektrum eines kontrastarmen Bilds leicht auf den vollen darstellbaren Bereich erweitern. Alternativ dazu bringt Gimp das auch aus Photoshop bekannte, sehr differenziert wirkende, aber schwer zu handhabende Gradationskurvenwerkzeug mit (Farben / Kurven).

Speziell auf die Fotoretusche abgestimmte Programme wie Programme Darktable [2] oder Lightzone [3] haben hier aber mit einem Zone-Mapper genannten Tool, der das Farbwerte-Werkzeug von drei separat beeinflussbaren Bereichen auf 12 oder mehr erweitert, einen besseren Kompromiss zwischen intuitiver Bedienung und Leistungsfähigkeit gefunden.

Fehlende Tiefe

Der Hauptkritikpunkt an Gimp, speziell bei der Korrektur von Belichtung und Farbe ist jedoch, dass das Programm nach wie vor nur eine Farbtiefe von 255 Schattierungen pro Farbkanal unterstützt. Verschieben Sie innerhalb dieses engen Farbraums die Helligkeit, dann entstehen schnell deutlich erkennbare Löcher im Farbspektrum.

Auch wenn Sie Bilder mit nur 8 Bit Farbtiefe öffnen und das Ergebnis wieder in der gleichen Farbtiefe speichern möchten, brauchen Sie für qualitativ hochwertige Ergebnisse trotzdem einen 16-Bit Arbeitsfarbraum, die bei mehreren Arbeitsschritten summierenden Rundungsfehler zu vermeiden. Erschwerend kommt hinzu, dass gute Digitalkameras inzwischen etwa 1500 Abstufungen pro Farbkanal erfassen, die mit Gimp schon beim Öffnen auf 255 schrumpfen.

Zum Glück beseitigt die künftige Version 3.0 von Gimp diese schwerwiegende Einschränkung. Ursprünglich war eine Veröffentlichung noch im Jahr 2013 geplant. Doch nach der Zahl der noch unerledigten Arbeiten zu schließen, erscheint 2014 aus heutiger Sicht deutlich realistischer.

Zeit wirds!

Die Gimp-Entwickler gingen in letzter Zeit jeder Festlegung für einen Veröffentlichungstermin aus dem Weg. Das ist schade, denn dieses grundlegende Problem hätten besser schon vor Jahren gelöst als in unbestimmter Zukunft. Man muss den Entwicklern aber zugute halten, dass solche Änderungen am Kern des Programms sehr viel Arbeit bedeuten und dass es in der Natur der Sache liegt, wenn sich die dabei auftretenden Probleme schwer vorhersehen lassen.

Die Version 2.8.8 beseitigt im Vergleich zu den Versionen 2.8.1 und 2.8.4, die OpenSuse 13.1 und Ubuntu 13.10 beiliegen, nur einige lästige Fehler, bringt aber keine grundlegenden Neuerungen.

Die Redaktion meint

Gimp bietet inzwischen einen großen Funktionsumfang. Dass der des kommerziellen Programms Photoshop noch viel größer ist, ist nicht der Grund, warum man das freie Linux-Programm Gimp nicht mit gutem Gewissen als halbwegs gleichwertigen Ersatz bezeichnen kann: Viel grundlegender ist die Einschränkung der geringen Farbtiefe, die auch schon bei alltäglichen Funktionen wie der Belichtungskorrektur zum Tragen kommt. Wenigstens versprechen die Entwickler für die Zukunft Abhilfe.

Bis dahin korrigieren Sie Belichtung und Farben besser in Darktable oder Lightzone. Wenn Sie danach in Gimp noch Effekte anwenden möchten, die in den auf Fotoretusche spezialisierten Programmen fehlen, wirkt sich die geringe Farbtiefe nicht mehr so gravierend aus.

Bewertung

3 von 5 Sternen

Musique – einfach zu bedienender Musik-Player

“Ein Lied, ein Klick”, so könnte man das Credo des Musik-Players Musique auf den Punkt bringen. Das Programm zeichnet sich durch eine optisch ansprechende, jedoch betont intuitiv gehaltene Benutzeroberfläche aus und reichert die Daten aus den Tags der Musikdateien vollautomatisch mithilfe des Musikdiensts Last.fm an.

Mit den Worten “einfach und doch ausgeklügelt” umreißt Entwickler Flavio Tordini sein Musikabspielprogramm Musique [4]: Ziel seiner Anwendung sei es, im Hintergrund zu bleiben und die Musik in den Mittelpunkt zu stellen.

Alles auf Autopilot

Tatsächlich gestaltet sich das Programm so einfach und intuitiv, dass das Fehlen der Dokumentation nicht auffällt. Beim ersten Start fragt Musique nach dem Verzeichnis, in dem die Musikdateien liegen. Das Programm beschränkt sich dabei allerdings auf die Anwahl nur eines Verzeichnisses. Danach zeigt das Programm in einem Fortschrittsbalken, wie viele Titel Musique bereits eingelesen hat.

Bei großen Musiksammlungen dauert das durchaus eine halbe Stunde oder länger. Das liegt daran, dass die Software nicht bloß die vorliegenden Metadaten einliest, sondern den Online-Dienst Last.fm [5] nach Album-Covers, Fotos und Hintergrundinformationen durchstöbert. Dabei versucht die Software, Tippfehler sowie die Klein- und Großschreibung zu korrigieren.

Das Ergebnis zeigt, dass der automatische Scanner von Musique die Bezeichnung “ausgeklügelt” durchaus verdient: Im Test ist es dem Programm gelungen, Fotos zu praktisch allen Künstlern, ob klassisch oder modern, aufzutreiben. Bei den Album-Covern war das Programm nicht ganz so erfolgreich, was aber sicher auch mit dem unvollständigen Tagging der Testdaten zusammenhing.

Bunte Bildchen

Die völlig ohne Zutun des Benutzer katalogisierte Musik gruppiert das Programm in drei, dank der Bilddaten aus dem Internet, optisch ansprechenden Katalogen: Der Reiter Künstler listet eine Thumbnail-Übersicht der in der Musiksammlung vorhandenen Künstler (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mit Daten aus dem Internetdienst Last.fm bereitet Musique die Klangdateien auf dem Rechner zu hübschen nach Künstler und Alben geordneten Katalogen auf.

Abbildung 2: Mit Daten aus dem Internetdienst Last.fm bereitet Musique die Klangdateien auf dem Rechner zu hübschen nach Künstler und Alben geordneten Katalogen auf.

Ein Klick auf die Abbildungen führt zu den Alben dieses Künstlers, einer auf ein Album listet alle enthaltenen Musikstücke. Alle Stücke eines Albums oder alle Alben eines Künstlers fügen Sie mit dem Play-Button, der im Thumbnail unter dem Mauszeiger erscheint, in einem Rutsch der Playliste hinzu.

Der Reiter Alben zeigt eine optisch wie die Künstler-Übersicht gestaltete Liste der Alben der Musiksammlung. Daneben bietet das Tool auch einen schlichten Dateibrowser-Modus (Reiter Ordner), der auch dann funktioniert, wenn eine Gruppierung von Musikstücken wegen fehlender Tags nicht möglich war.

Musique spielt immer aus einer einzigen Abspielliste, die das Programm unveränderlich am rechten Fensterrand anzeigt. Unter diese Liste gibt es die Buttons Zufallsmodus, Wiederholung (Abspielliste wiederholen) sowie Leeren. Oberhalb der Liste finden Sie ein Suchfeld, in dem Sie nach Künstlern oder Albentiteln suchen.

Die Krönung der bewusst beschränkt gehaltenen Feature-Liste bildet die Info-Ansicht mit Hintergrundinformationen zu Künstler und Album des gerade gespielten Stücks, sowie dem Liedtext, sofern auf Last.fm Daten dazu vorliegen. Sie blenden diese Ansicht mit [Strg] + [I] ein und aus.

Es ist wie es ist

Musique hält sich streng an ein Prinzip: Außer dem Verzeichnis für die Musikdateien erfordert das Programm keine weitere Konfiguration. Vielen Computernnutzern wird es gefallen, dass sie ihre Musik mit wenigen simplen Mausklicks abspielen können. Dafür muss man das Programm so nehmen, wie es ist. Auch bietet die Software keine Möglichkeit, fehlende oder fehlerhafte Tags direkt beim Abspielen zu korrigieren.

Die Redaktion meint

Sicher wird es Anwender geben, die sich mehr Flexibilität wünschen als es Musique bietet, das der Einfachheit halber auf Konfigurierbarkeit verzichtet. Die Musik klingt aber trotzdem genau so gut wie in Amarok, einem in der letzten Ausgabe der Software-News vorgestellten KDE-Musikspieler mit schier endlosen Features, Add-ons und Konfigurationsmöglichkeiten. Die Redaktion jedenfalls findet, dass Musique das Kunststück gelungen ist, eine schlichte, intuitive Programmoberfläche mit den Innovationen der Online-Musikdienste zu kombinieren.

Bewertung

4 von 5 Sternen

Thunderbird – Mailprogramm und Groupware

Netscape wollte einst alle Aspekte des Internets mit einem Programm erschließen und hat in seinen Browser eine Mailfunktion eingebaut. In seinem populärsten Produkt Firefox hat der Nachfolger Mozilla diese Bündelung aufgegeben. Doch mit der eigenständigen Anwendung Thunderbird entwickelt Mozilla nach wie vor ein beliebtes Mail-Programm.

Thunderbird (Abbildung 3) ist sowohl unter Linux als auch in der Windows-Welt das wohl verbreitetste freie Mail-Programm. Als kleiner Bruder des ebenfalls äußerst populären Browsers Firefox teilt es die HTML-Display-Engine. Diese inzwischen nicht mehr so enge Einheit von Browser und Mailprogramm stammt noch aus der Zeit des Firefox-Vorläufers Netscape, als der Browser den Mailclient gleich mit einschloss.

Abbildung 3: Thunderbird ist über die Jahre zu einem übersichtlichen und zuverlässigen Mail-Programm herangereift, an dem es außer dem relativ hohen Ressourcenverbrauch nichts zu kritisieren gibt.

Abbildung 3: Thunderbird ist über die Jahre zu einem übersichtlichen und zuverlässigen Mail-Programm herangereift, an dem es außer dem relativ hohen Ressourcenverbrauch nichts zu kritisieren gibt.

Familienbande

Von der Verwandtschaft mit Firefox profitiert Thunderbird [6] insbesondere durch die ebenfalls übernommene Plug-in-Schnittstelle: So macht das Kalender-Plug-in Lightning [7] das Programm zu einer vollwertigen Groupware.

Am optisch ansprechend gestalteten Kalender (Abbildung 4) gibt es nichts auszusetzen. Der Taskplaner gibt sich minimalistisch-übersichtlich. Es wäre jedoch nicht schlecht, wenn sich Aufgaben wie in der KDE-Groupware Kontact hierarchisch gruppieren ließen.

Abbildung 4: Das Plug-in Lightning verwandelt Thunderbird in eine vollwertige Groupware mit Kalender, Taskplaner und Adressbuch.

Abbildung 4: Das Plug-in Lightning verwandelt Thunderbird in eine vollwertige Groupware mit Kalender, Taskplaner und Adressbuch.

Wer seine Mails nicht mit der NSA teilen möchte, sollte außerdem Enigmail [8] installieren, das die Unterstützung für die Verschlüsselungstechnik OpenPGP nachrüstet. Das Installieren von Plug-ins funktioniert genau wie bei Firefox: Der Menüpunkt Add-Ons öffnet den Add-Ons-Manager, der optisch und funktional den großen Bruder Firefox exakt kopiert. In Thunderbird erreichen Sie das standardmäßig ausgeblendete Menü übrigens mithilfe des Symbols aus drei horizontalen Linien ganz rechts in der Symbolleiste.

Für unverzichtbar hält die Easy-Linux-Redaktion auch die Erweiterung FireTray [9]: Sie rüstet ein Taskleisten-Symbol nach, das die Anzahl der ungelesenen Mails auch dann anzeigt, wenn das Thunderbird-Programmfenster nicht sichtbar ist. Die Add-Ons laufen grundsätzlich wie das gesamte Programm sowohl unter Linux, Windows und Mac OS.

Gut vernetzt

Wie es sich für ein von einem Browser abstammendes Programm gehört, ist der Thunderbird-Kalender voll netzwerkfähig: Er synchronisiert Termine über das Cal-Dav-Protokoll, das die meisten Firmen-Groupware-Lösungen verstehen. Wer Erfahrung mit der Installation von Webanwendungen mitbringt, installiert sich Programme wie EGroupware [10] oder Tine [11] auf eigenen Servern und macht sich damit von Googles Kalender unabhängig.

Wenn Sie das nicht möchten, binden Sie Google-Calender-Termine und die Gmail-Kontakte über Erweiterungen [12] und [13] ein. Da der Google-Kalender auch Cal-Dav beherrscht, ist die Kalender-Erweiterung nicht unbedingt nötig, sie erweitert jedoch die Funktionalität.

Die Thunderbird-Releases folgen mit einer gewissen Verzögerung den Firefox-Versionen, finden also etwa im 3-Monats-Abstand statt. Allerdings halten sich die Neuerungen im Vergleich zum Browser, der regelmäßig neue Webtechnologien integriert, in Grenzen.

So zeigt die aktuelle Version 24 erstmals Ordner, in denen seit dem letzten Check neue Mails hereinkamen, in einer anderen Farbe an. Öffnen Sie bloß den Ordner, nicht aber die einzelnen Mails, so verschwindet diese farbliche Hervorhebung. Wie bisher markiert Thunderbird Verzeichnisse mit ungelesenen Mails fett und nennt die Anzahl der ungelesenen Nachrichten.

Die Redaktion meint

Es stört nicht, dass bei Thunderbird nur noch wenige neue Features hinzukommen. Im Gegenteil, irgendwann ist ein Programm umfangreich genug und statt die Anwender mit immer weniger gebrauchten Features zu nerven, sollten sich die Entwickler anderen Aufgaben zuwenden.

Die Erweiterung Lightning macht Thunderbird zu einer kompletten Groupware-Lösung, die, anders als das KDE-Gegenstück Kontact, einfach funktioniert.

Bewertung

5 von 5 Sternen

TV-Browser – Fernsehprogramm mit Online-Aktualisierung

Mehr und mehr Fernsehzuschauer verzichten auf die auf Hochglanzpapier gedruckten TV-Programmzeitschriften und informieren sich im Internet über interessante Sendungen. Das Java-Programm TV-Browser bietet eine optisch ansprechende und bequeme Alternative zu TV-Programm-Webseiten oder den oft lieblos umgesetzten elektronischen Programm-Guides der Satelliten-TV-Boxen.

Sicherlich gibt es eine bessere Verwendung für Bäume, als sie zu schreddern, zu bleichen und mit dem täglich wechselnden Fernsehprogramm zu bedrucken. Das Java-Programm TV-Browser [14] holt daher die aktuellen Daten für über 1000 Sender [15], darunter auch die von Sky, vom Server des TV-Browser-Teams und zeigt sie in einer den gedruckten Programmen ähnlichen Aufmachung auf dem Rechner an (Abbildung 5). Auch zeigt die Software auf Wunsch den Sendeplan von 100 Radiostationen inklusive der öffentlich-rechtlichen an.

Abbildung 5: Das Java-Programm TV-Browser liefert auf Basis der täglich aktualisiertem Daten des TV-Browser-Teams das Fernsehprogramm in optisch ansprechender Form frisch auf den Desktop.

Abbildung 5: Das Java-Programm TV-Browser liefert auf Basis der täglich aktualisiertem Daten des TV-Browser-Teams das Fernsehprogramm in optisch ansprechender Form frisch auf den Desktop.

Mithilfe des Kalenders und der Sendertabelle am rechten Fensterrand steuern Sie Tag und Sender an. Ein Filter in der oberen Symbolleiste pickt das Sportprogramm, Spielfilme oder Sendungen in HD heraus. Ergänzend gibt es auch eine Schlagwortsuche. Das Finden von Wiederholungen einer Sendung kostet nur einen Mausklick. Ein Doppelklick auf eine Sendung öffnet die Detailansicht, die alle vorhanden Daten zu einem Programmeintrag zeigt.

Das Genre-Plug-in sortiert die Sendungen nach Genres. Allerdings leben Redaktionen der Sender beim Vergeben der Genrezuordnungen offenbar in erster Linie ihre Kreativität aus, statt auf, womöglich gar senderübergreifende, Konsistenz zu achten.

So war ein Western nur unter klassischer Western zu finden, nicht in der Kategorie Western. Ob jemand gezielt nach Weltraummonster-Filmen (von RTL II für “Virus” vergeben) sucht, sei dahingestellt. Doch schon diese nicht besonders systematische Kategorisierung macht das Aufspüren von Sendungen, die den eigenen Interessen entsprechen, leichter, als es in gedruckten Programmübersichten je sein wird.

Andere Plug-ins zeigen Erinnerungen beim Start ausgewählter Sendungen oder exportieren die Auswahl in eine iCal-Kalenderdatei. Auch die Personal-Video-Rekorder-Software VDR [16] lässt sich direkt aus TV-Browser heraus programmieren.

Datenquelle

Das bisher Genannte mag Besitzer einer digitalen Fernsehkarte oder einer Settop-Box nicht sonderlich beeindrucken, denn der bei DVB mitgelieferte elektronische Programmguide leistet Vergleichbares. Doch fallen sowohl die optische Aufbereitung des Programms in den meisten Settop-Boxen als auch die Qualität der EPG-Daten selbst ziemlich lausig aus.

TV-Browser dagegen stellt das Programm übersichtlich und gut lesbar dar. Auch die Datenqualität fällt gemessen an der Tatsache, dass kein bezahltes Redakteurs-Team die Texte gegenliest, gut aus: Stets waren beim Durchblättern in der Detailansicht die Schauspieler gelistet – und zwar nicht an einer beliebigen Stelle im beschreibenden Text, sondern in einer gesonderten Spalte. Das gilt auch für die Genre-Angabe und den Titel der Folge oder Sendereihe.

Wer einen Software-Video-Rekorder wie VDR oder MythTV [17] benutzt, weiß dagegen aus leidvoller Erfahrung, dass es kaum möglich ist, mit Suchanfragen zwischen einem echten Western, einer Doku über das Drehen eines Westerns oder einem Krimi zu unterscheiden, dessen Beschreibung den Satz “Schießerei wie in einem Western” enthält.

Die eigentliche Leistung des TV-Browser-Teams liegt daher darin, das Fernsehprogramm aus legalen Quellen zusammenzutragen und zum Download anzubieten: Die meisten Fernsehsender rücken ihr Programm erst nach einer Presseakkreditierung heraus. Zudem liefert es jeder Sender in einem anderen Datenformat, was die elektronische Bündelung aufwändig macht.

Rechtliche Winkelzüge

Auch erhielten die TV-Browser-Entwickler Ende 2007 Post vom Rechtsanwalt mit Hinweis zum Urheberrecht der Sender auf das Fernsehprogramm und mussten die Verbreitung für Pro Sieben, Sat1, RTL, RTL2, N24 und weitere Sender einstellen. Im Moment dürfen sie lediglich Titel und Sendezeiten dieser Anbieter aus einer elektronischen Quelle nutzen.

Die Beschreibungen zu Sendungen der genannten Anbieter stammen daher aus der Open Movie Database [18]. Anwender von TV-Browser verknüpfen die Sendungen mithilfe des WirSchauen-Plug-ins [19] direkt im TV-Browser-Programm mit dem passenden Eintrag in der Filmdatenbank.

Spielfilme dieser Sender erscheinen daher im Programm in der Regel mit einer aussagekräftigen Beschreibung, die von Freiwilligen geschrieben wurde und nicht von der Pressestelle der Sender stammt. Es existiert jedoch auch das Plug-in CleverEPG [20], das lückenlosere Daten kostenpflichtig auf Abonnement-Basis zugänglich macht.

Die Redaktion meint

Mit Ausnahme der Tatsache, dass Sie damit keine Fliegen erschlagen können, ersetzt das Computerprogramm TV-Browser die gedruckten Programmzeitschriften würdig. Der eine oder andere kommentierende Artikel der kostenpflichtigen Programmhefte mag einem abgehen, doch dafür erhalten Sie ohne einkaufen gehen zu müssen immer das aktuelle Programm.

Bewertung

5 von 5 Sternen

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