Wer sich einen schnellen Überblick über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ubuntu-Derivate verschaffen möchte, liegt mit dem Ubuntu 11.04 LinuxUser Sixpack goldrichtig.
Traditionell veröffentlichen diverse Projekte zeitgleich mit dem Release von Ubuntu [1] ihre eigenen, angepassten Distributionen. In der Hauptsache unterscheiden sie sich durch das Verwenden eines anderen Desktops: So setzt Kubuntu [2] auf KDE 4.6, Lubuntu [3] auf den leichtgewichtigen LXDE-Desktop und Xubuntu [4] auf den nicht minder schlanken XFCE 4.8.
Alle diese Distributionen fasst das LinuxUser Ubuntu Sixpack zusammen. Darüber hinaus enthält der Datenträger noch Mythbuntu [5], mit dem Sie Ihren PC in ein Multimedia-Center umfunktionieren. Sollte es im System mal haken, bietet der Ubuntu Rescue Remix [6] viele wertvolle Werkzeuge, um den Rechner wieder flott zu bekommen. Welche der Distributionen Sie starten möchten, wählen Sie am Boot-Screen.
Alle genannten Distributionen starten nach Anwahl zunächst in den Live-Modus. Sie erhalten also nach dem Booten ein vollständiges System, das sich nur marginal von der installierten Variante unterscheidet. Das gibt Ihnen Gelegenheit, sich zu entscheiden, welches davon für Sie das richtige ist. Haben Sie eine Auswahl getroffen, finden Sie auf dem Desktop jeweils ein Icon namens Ubuntu 11.04 installieren. Ein Klick darauf startet die Installationsroutine. Eine Ausnahme von dieser Regel stellt der Ubuntu Rescue Remix dar, welcher in ein Terminal bootet und keine Installationsroutine mitbringt.
Die folgenden Kurzbeschreibungen der Distributionen helfen Ihnen vorab, die für Sie richtige auszuwählen.
Der Klassiker
Version 11.04 von Ubuntu gilt für viele als Meilenstein, weil Canonical einen wichtigen Paradigmenwechsel vollzieht: Die Abkehr vom Standard-Gnome-Desktop hin zu Unity, das vor allem eine deutlich einfachere Benutzung auf mobilen Geräten wie Netbooks und Tablet-PCs verspricht. Es steht Ihnen jedoch frei, jederzeit auf die Standard-Gnome-Variante zu wechseln. Auch ohne nachträgliche Installation verfügt die Distribution schon über eine beinahe komplette Ausstattung. So bietet LibreOffice eine vollständige Bürosuite und Shotwell eine formidable Bilderverwaltung. Das Abspielen von Audio und Video übernimmt der Totem-Videoplayer zusammen mit Banshee. Für Interaktion im Web sorgt Firefox zusammen mit dem Mailclient Evolution und dem Instant Messenger Empathy. Beim Speicherverbrauch begnügt sich die Distribution mit moderaten 220 MByte im Leerlauf. Damit eignet sie sich durchaus auch für ältere PCs.
Der Moderne
KDE-Liebhaber kommen mit Kubuntu voll auf ihre Kosten. Die Distribution wartet mit Version 4.6 des Windowmanagers auf, der optisch von von allen den modernsten Eindruck hinterlässt. Das ist jedoch nicht das einzige Unterscheidungsmerkmal zu Ubuntu: Die K-Variante bringt nämlich die ganze Palette an KDE-Anwendungen für die verschiedensten Einsatzzwecke mit. So dient als Audioplayer Amarok, das Abspielen von Videos übernimmt der Dragon Player. Zum Mastern von DVDs und CDs kommt das allseits bekannte K3b zum Einsatz. Auch in Sachen Paketverwaltung geht Kubuntu mit dem KPackageKit eigene Wege. Allerdings geht die Distribution nicht ganz so sparsam mit den Systemressourcen um wie Ubuntu: Mit 300 MByte Hauptspeicherverbrauch im Leerlauf belegt es um die Hälfte mehr.
Die Sparsamen
An die Puristen unter den Ubuntu-Liebhabern richten sich die Distributionen Lubuntu und Xubuntu. Sie setzen auf die alternativen Desktops XFCE und LXDE, die sich unter anderem durch einen sparsamen Ressourcenverbrauch und eine vergleichsweise schnörkellose Oberfläche auszeichnen. Der Sparkurs setzt sich auch bei den Programmen fort: So nutzt Xubuntu den schlanken Datei-Browser Thunar, die Anzeige von Bildern übernimmt Ristretto. Bei der Kommunikation im Internet kommen die üblichen Verdächtigen Firefox, Thunderbird und Pidgin zum Einsatz. Auf eine Office-Suite verzichtet die Distribution ganz, stattdessen bietet sie zur Tabellenkalkulation Gnumeric und zur Textverarbeitung Abiword. Als Paketmanager setzt die Distribution mit Synaptic dagegen auf Hausmannskost. Ähnlich ausgestattet präsentiert sich Lubuntu, allerdings setzt diese Version auf den Chromium Webbrowser und den Mailclient Sylpheed. Das Abspielen von Musik übernimmt Audacious, Filme gibt der Gnome Mplayer wieder.
Der Unterhalter
Einen Sonderfall im Distro-Reigen nimmt Mythbuntu ein, dessen Einsatzzweck ausschließlich darin besteht, den PC in ein Multimedia-Center zu verwandeln (Abbildung 1). Das schließt sowohl das Abspielen von Musik, Filmen, DVDs und Bildern ein als auch die zeitgesteuerte Aufnahme von TV-Sendungen, sofern der Rechner eine kompatible TV-Karte besitzt. Als Herz des Systems kommt dafür der Namenspatron MythTV zum Einsatz. Darüber hinaus besitzt das System diverse Zusatzfunktionen, beispielsweise um den Rechner mit einer geeigneten Fernsteuerung oder einem Android-Handy mit der passenden App zu kontrollieren. Daneben bietet die Distribution eine Reihe von Zugriffsmöglichkeiten übers Netz, etwa SSH oder SMB, die Sie ebenfalls direkt beim Setup aktivieren.
Der Rettungsring
Last but not least booten Sie von der DVD die Rettungsdistribution Ubuntu Rescue Remix. Wie eingangs erwähnt verzichtet sie auf eine grafische Oberfläche. Ihr Haupteinsatzzweck gilt der Wiederherstellung von Daten sowie der Reparatur defekter Dateisysteme und Partitionstabellen. Dafür stellt sie Programme wie Testdisk, PhotoRec, Partimage und Sleuthkit zum Einsatz bereit.
Infos
[1] Ubuntu: http://www.ubuntu.com
[2] Kubuntu: http://www.kubuntu.com
[3] Lubuntu: http://lubuntu.net
[4] Xubuntu: http://www.xubuntu.org
[5] Mythbuntu: http://www.mythbuntu.org
[6] Ubuntu Rescue Remix: http://ubuntu-rescue-remix.org







Interessantes Material, aus dem die DVD gefertigt ist. Ich habe mich spontan in die Zeit der 5,25”-Floppy-Disks zurückgesetzt gefühlt! Nur die Papphülle fehlt. :-)
Ich bin hier vielleicht mit dem kommentar falsch, aber sollte die Lubuntu distro nicht in einen desktop starten? Wenn ich lubuntu auswaehle bekomme ich eine shell(die erste) und ausserdem noch alle bis f6 die desktop shell f7 ist jedoch leer und ich hab keine ahnung wie man die nun manuell starten wuerde??