Die Installation von OpenSuse ist auch für Einsteiger leicht zu bewältigen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie das Linux-System von der Heft-DVD aufsetzen und was dabei zu beachten ist.
Mit dieser Anleitung verwandeln Sie Ihren PC oder Laptop in weniger als einer Stunde in einen Linux-Rechner. Es spielt dabei keine Rolle, ob auf dem Rechner bereits ein anderes Linux-System, Windows oder Mac OS vorinstalliert ist: OpenSuse verträgt sich mit diesen Systemen und kann auf Wunsch auch mit anderen Systemen zusammen installiert werden.
Aller Anfang
Haben Sie bereits etwas Erfahrung mit Computern, dann legen Sie jetzt einfach die DVD ins Laufwerk ein, starten den PC neu und folgen dann den Anweisungen des Installationsassistenten. Sind Sie bei einem Punkt unsicher, nutzen Sie die Hilfefunktion des Installationsprogramms YaST oder schauen in diesem Artikel nach.
Haben Sie noch nie Linux installiert, dann lesen Sie diese Anleitung am besten zunächst komplett durch und starten die Installation erst im Anschluss. Wenn Sie bereits OpenSuse-Anwender sind, finden Sie im folgenden Artikel ab Seite 31 eine Übersicht der wichtigsten Neuerungen in Version 11.4.
Mehrere Möglichkeiten
Für die Installation von OpenSuse 11.4 stehen Ihnen drei Wege zur Verfügung:
- über die Heft-DVD
- per Live-CD
- via USB-Stick
Verfügt Ihr Rechner über ein DVD-Laufwerk, dann benutzen Sie am besten die beiliegende Heft-DVD zur Installation. Die DVD unterstützt allerdings keinen Live-Modus, das heißt, dass Sie damit OpenSuse 11.4 nicht ohne Installation ausprobieren können.
Möchten Sie OpenSuse auf Ihrem Rechner zunächst testen, laden Sie eine der zwei verfügbaren Live-CDs von der OpenSuse-Webseite [1] herunter. Es gibt je eine Version mit dem KDE-4-Desktop und mit Gnome. Aus Platzgründen fehlen diese Live-CDs auf der Heft-DVD, den Download erreichen Sie unter [2]. Um die Live-CD problemlos zu starten, sollte Ihr Rechner über mindestens 1 GByte Hauptspeicher (RAM) verfügen. Die Live-CD lässt sich zum Testen und zur Neuinstallation nutzen, allerdings ist sie für ein Upgrade älterer Versionen nicht geeignet. Die Installation erfolgt auch bei der Live-CD über YaST (Abbildung 1).

Abbildung 1: Über die im Internet erhältliche Live-CD für KDE oder Gnome können Sie das Linux-System vor der Installation auch testen.
USB-Stick erstellen
Ebenfalls die Live-CD benötigen Sie, wenn Sie OpenSuse über einen USB-Stick installieren möchten. Sie brauchen dazu einen mindestens 1 GByte großen USB-Stick und die KDE- oder Gnome-Version der Live-CD. Anschließend gehen Sie unter Linux folgendermaßen vor:
- Laden Sie die gewünschte Live-CD herunter und schließen Sie den USB-Stick an den Rechner an.
- Wenn Sie mit einem älteren Linux-System arbeiten öffnen Sie ein Terminalfenster mit Administratorrechten, am einfachsten über [Alt]+[F2] und den Befehl
kdesu konsoleunter KDE, oder unter Ubuntu bzw. Gnomegksu /usr/bin/x-terminal-emulator. - Geben Sie den Befehl
fdisk -lein und suchen Sie nach Einträgen, die mitPlatte /dev/sdbeginnen (Abbildung 2). Bei/dev/sdXhandelt es sich um die Gerätebezeichnung unter Linux. - Notieren Sie sich, welche Gerätebezeichnung der USB-Stick bekommen hat (sollte aus der Größe in MByte ersichtlich sein). In den meisten Fällen dürfte das
/dev/sdbsein, überprüfen Sie aber zur Sicherheit immer die Ausgabe vonfdisk -l. Sind Sie sich nicht sicher, entfernen Sie den Stick, schauen sich die Informationen vonfdisk -lan, schließen den Stick wieder an und vergleichen die zwei Ausgaben. -
Übertragen Sie nun die ISO-Abbilddatei der Live-CD mit folgendem Befehl auf den USB-Stick. (Dieser Schritt löscht ohne Nachfrage sämtliche Dateien auf dem USB-Stick bzw. der angegebenen Gerätedatei!)
dd if=opensuse.iso of=Gerätedatei
Den Platzhalter
opensuse.isomüssen Sie dabei durch den Dateinamen des heruntergeladenen ISOs ersetzten,Gerätedateidurch den passenden Eintrag. Ein korrekter Befehl wäre zum Beispieldd if=/home/benutzer/Downloads/openSUSE-11.4-GNOME-LiveCD-i686.iso of=/dev/sdb.
Je nach Geschwindigkeit und Größe des Sticks dauert das Kopieren rund zwei bis fünf Minuten. Sie sehen dann im Terminal eine Angabe, wie viele Bytes der Befehl dd gelesen und geschrieben hat. Danach können Sie den USB-Stick vom Rechner entfernen oder durch einen Neustart zur Installation benutzen.

Abbildung 2: Achten Sie beim Übertragen der ISO-Abbilddatei unbedingt darauf, die richtige Gerätedatei für den USB-Stick zu wählen und nicht etwa die eigene Festplatte zu formatieren.
Falls Sie OpenSuse 11.3 nutzen, gibt es auch einen anderen Weg, den USB-Stick zu erstellen. Installieren Sie dazu über YaST das Tool imagewriter und starten Sie es anschließend über den Befehl
kdesu imagewriter
Hier wählen Sie in der Dropdown-Liste den gewünschten USB-Stick aus (bei einem Stick sollte die Auswahl bereits stimmen) und ziehen danach aus dem Dateimanager die Abbilddatei ins vorgesehene Feld (Abbildung 3). Ein Klick auf Write überträgt das Image auf den Stick.

Abbildung 3: Mit Imagewriter erstellen Sie mit wenigen Mausklicks einen USB-Stick mit OpenSuse 11.4.
32 oder 64?
Auf der Heft-DVD finden Sie die 32-Bit-Version von OpenSuse 11.4, die OpenSuse-Webseite bietet außerdem eine 64-Bit-Version zum Download an. Die DVD eignet sich zur Installation auf praktisch allen PCs mit einer CPU von Intel, AMD oder Via, allerdings sollte Ihr Rechner über mindestens 512 MByte Hauptspeicher (RAM) und einen mindestens 500 MHz schnellen Prozessor verfügen (die Empfehlungen liegen bei mindestens 1 GByte RAM und 2.4 GHz-Prozessor).
Verfügt Ihr Rechner über einen Prozessor mit mehreren Prozessorkernen, noch besser über einen AMD-Prozessor, dann können Sie für die Installation die 64-Bit-Variante nutzen, die Sie zunächst herunter laden müssen – die 32-Bit-Version der Heft-DVD läuft aber auch auf 64-Bit-CPUs. Für andere Systeme oder wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Rechner eine 64-Bit-CPU besitzt, nehmen Sie die 32-Bit-Version.
Die 64-Bit-Variante bringt bei sehr rechenintensiven Aufgaben wie Audio- und Video-Kodierung, Verschlüsselung und Komprimierung einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil mit, allerdings kann es bei gewissen Multimedia-Anwendungen zu Kompatibilitätsproblemen kommen, weswegen die EasyLinux-Redaktion Linux-Einsteigern immer den Einsatz der 32-Bit-Version empfiehlt.
Der klassische Weg
Die Installation über die Live-CD oder den USB-Stick unterscheidet sich in ein paar Details von der Standardinstallation, die meisten Dialoge sind jedoch identisch. Der folgende Artikel beschreibt deshalb die Standardinstallation von DVD. Befindet sich auf Ihrem PC bereits eine ältere Version von OpenSuse, dann müssen Sie das System nicht neu installieren, sondern können ein Upgrade durchführen. Details dazu lesen Sie im Kasten Fliegender Wechsel.
Legen Sie die Heft-DVD ein und starten Sie den Rechner neu. Sie sehen jetzt den OpenSuse-Bootbildschirm (Abbildung 4). Lädt bei einem Neustart nicht automatisch die DVD, müssen Sie zunächst einige Einstellungen im BIOS Ihres Rechners ändern. Drücken Sie dazu beim Start des Rechners je nach Hersteller die Taste [Entf],[F2] oder [F1], damit sich das BIOS öffnet. Dann ändern Sie unter Advanced BIOS Options oder Boot die Reihenfolge der Laufwerke so, dass das CD-/DVD-Laufwerk an erster Stelle steht (First Boot Device).

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Abbildung 4: Hier drücken SieF2, um die Sprache auf Deutsch umzustellen.Neben der Installation befinden sich im Bootmenü noch weitere Einträge, um den Rechner auf Hardware-Probleme zu überprüfen (Speichertest und Firmware-Test), beziehungsweise um bei Problemen über die DVD ein Linuxsystem zu starten. Haben Sie den Verdacht, die DVD sei beschädigt, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Redaktion auf. Defekte DVDs ersetzen wir Ihnen kostenlos.
Wenn Sie keinen Eintrag auswählen, startet OpenSuse nach einer Zeit automatisch das auf der Festplatte installierte System. Möchten Sie OpenSuse installieren, dann wählen Sie über die Pfeiltasten den Eintrag Installation aus und drücken Sie [Eingabe].
Fliegender Wechsel
Mit der Version 11.1 hat OpenSuse erstmals die Möglichkeit eines offiziellen Distributionssprungs über das Kommandozeilentool zypper in die Distribution integriert. Möchten Sie die Version 11.3 auf 11.4 auffrischen, ohne dazu über die DVD installieren zu müssen, starten Sie zunächst YaST und ändern über Software | Repositories verwalten bei sämtlichen Paketquellen den Pfad von 11.3 zu 11.4. Erfahrene Nutzer können diesen Schritt auch auf der Kommandozeile vornehmen. Achten Sie darauf, mindestens die Software-Verzeichnisse oss und update aktiviert zu haben. Falls Sie Packman oder andere zusätzliche Repositories nutzen, dann sollten Sie diese auch auf Version 11.4 umstellen. Besondere Vorsicht ist bei Nutzern geboten, die proprietäre 3D-Treiber von ATI oder Nvidia einsetzen: Hier sollten Sie warten, bis ATI und Nvidia passende Repos zur Verfügung stellen, da YaST sonst die verfügbaren freien Treiber installiert, die je nach Karte keine 3D-Beschleunigung anbieten.
Haben Sie die Repositories auf Version 11.4 angepasst, öffnen Sie ein Terminalfenster und geben hier folgende Befehle ein:
sudo zypper refresh sudo zypper dup -d sudo zypper dup
Der erste Befehl frischt die Liste der verfügbaren Pakete auf, der zweite lädt sämtliche Updates herunter und der dritte installiert dann die Pakete. Nach einem Neustart sollte Ihr System auf dem aktuellsten Stand sein. Alternativ zu diesem Update auf der Kommandozeile, können Sie Ihr System auch ganz normal über YaST aktualisieren, wie im Abschnitt “Willkommen bei YaST” beschrieben.
Willkommen bei YaST
Nach der Auswahl von Installation begrüßt Sie das OpenSuse-Installations- und Systemverwaltungsprogramm YaST. Im Willkommensdialog sehen Sie neben einer Kurzinfo zum Datenträger die Lizenzvereinbarung von Novell sowie Sprach- und Tastaturauswahl. Mit einem Klick auf Weiter landen Sie bei der Auswahl der Installationsart. Befindet sich auf dem Rechner schon ein OpenSuse-System, können Sie dieses aktualisieren (Abbildung 5). Alternativ nehmen Sie das Upgrade direkt im alten System (idealerweise OpenSuse 11.3) vor. Die Installation können Sie an jeder beliebigen Stelle abbrechen, dann erscheint ein Textmenü. Über die Zeilen Installation starten | Rettungssystem starten landen Sie im Systemreparaturmodus. Sie sollten diese Auswahl wirklich nur dann treffen, wenn Sie Ihr bereits installiertes Linux-System nicht mehr starten können.
OpenSuse richtet die Hardware Ihres Rechners vollautomatisch ein. Sollten dabei Probleme auftreten, müssen Sie die Markierung vor der Checkbox Automatische Konfiguration verwenden entfernen. Ein Klick auf Weiter führt Sie zur Zeitzonen-Auswahl. Hier müssen Sie in der Regel bei der passenden Sprachauswahl nur auf Weiter klicken. Im nächsten Installationsfenster können Sie die gewünschte Arbeitsumgebung auswählen.
Desktop und Partitionierung
Der Standarddesktop von OpenSuse ist KDE-4. Sind Sie mit der vorgeschlagenen Auswahl zufrieden, dann bringt Sie Weiter zum nächsten Dialog. Entscheiden Sie sich für die Gnome-Arbeitsumgebung, markieren Sie den Eintrag Gnome. Für einen XFCE- oder LXDE-Desktop, sowie für spezielle Ansprüche ohne grafische Oberfläche, wählen Sie zunächst Andere. Verfügt Ihr Rechner über lediglich 512 MByte Hauptspeicher oder weniger, dann empfiehlt sich anstelle von KDE oder Gnome den schlanken LXDE-Desktop zu installieren. Markieren Sie dazu den Eintrag Andere und wählen Sie danach LXDE aus der Liste aus.
Unabhängig vom gewählten Desktop-Typ landen Sie im nächsten Schritt beim Partitionierungsdialog von YaST. Unter Linux ordnet man jeder Partition einen so genannten Einhängepunkt (mount point) zu. Das Pendant zum Windows-Verzeichnis C:\ heißt unter Linux Wurzelverzeichnis. Es hat einen Schrägstrich / als Einhängepunkt. Hier liegt das eigentliche System. Für / müssen Sie eine eigene Partition anlegen, da Sie sonst nichts installieren können. Die Größe der Partition hängt von der Festplatte ab. Mindestens 4 bis 5 GByte sollten es sein, mehr als 10 bis 15 GByte lohnt sich kaum. Eine weitere Partition müssen Sie für den virtuellen Speicher, den so genannten Swap-Bereich anlegen. Diese Partition sollte mindestens so groß wie der Arbeitsspeicher Ihres Rechners sein. Mit 2 bis 3 GByte sind Sie auf der sicheren Seite. Der virtuelle Speicher benötigt keinen Einhängepunkt.
Sie sollten für das Verzeichnis /home ebenfalls eine separate Partition anlegen. Diese entspricht ungefähr dem Verzeichnis Eigene Dateien unter Windows. Linux speichert hier aber nicht nur Dokumente, sondern auch sämtliche persönlichen Einstellungen, Schriften, Symbole, Hintergrundbilder und so weiter. Je größer /home ist, desto mehr Platz haben Sie für Ihre Daten.
Wenn es sich auf Ihrer Festplatte ein bereits installiertes Betriebssystem befindet, versucht OpenSuse auch automatisch den vorhandenen Plattenplatz so optimal wie möglich aufzuteilen. In den meisten Fällen geht das durch Verkleinerung bestehender Partitionen und Anlegen von zusätzlichen. In einigen Fällen schlägt YaST aber auch vor, bereits bestehende Partitionen zu löschen. Zum Beispiel dann, wenn Sie anstatt der Aktualisierung eines installierten OpenSuse-Systems eher die Neuinstallation auswählten. Durch das Löschen einer bestehenden Partition gehen aber sämtliche Daten in dieser Partition verloren. Achten Sie deshalb besonders auf die Einträge, die im Vorschlag von YaST rot markiert sind!
Schauen Sie sich den Vorschlag von YaST genau an und entscheiden Sie sich dann für eine der folgenden Möglichkeiten:
- Vorschlag annehmen -> Klick auf Weiter
- Vorschlag teilweise annehmen -> Klick auf Partitionsaufbau bearbeiten
- Vorschlag komplett ignorieren -> Klick auf Partitionsaufbau erstellen
Die Checkbox LVM-basiert richtet sich an erfahrene Nutzer mit speziellen Anforderungen an die Partitionierung. Steht ihnen für die Installation von OpenSuse eine neue Festplatte zur Verfügung, dann wählen Sie den Menüpunkt Partitionsaufbau erstellen. YaST zeigt dann als Nächstes den Dialog Vorbereiten der Festplatte an. Hier markieren Sie die gewünschte Festplatte und klicken auf Weiter. Vorsicht: YaST wird sämtliche Daten auf der ausgewählten Festplatte löschen!
Partitionen anlegen
Möchten Sie die Größe der Partitionen selbst bestimmen, wählen Sie Partitionsaufbau bearbeiten oder Benutzerdefinierte Partitionierung. In beiden Fällen landen Sie beim Dialog Festplatte vorbereiten: Expertenmodus (Abbildung 6). Der Artikel beschreibt im Folgenden, welche Partitionen Sie für eine erfolgreiche Installation von OpenSuse benötigen und wie Sie diese anlegen. Bei Auflösungen unter 1280 x 1024 Pixeln zeigt der Dialog den Text der meisten Buttons vermutlich nur teilweise an. Mehr Platz schaffen Sie, indem Sie die linke Spalte über die drei grauen Punkte mit der Maus einfach ausblenden.

Abbildung 6: Die Partitionierungsübersicht von YaST bietet sehr viele Möglichkeiten. In der Regel benötigen Sie nur die Einträge unter “Festplatten”.
- Um eine neue Partition anzulegen, brauchen Sie zunächst einmal genügend leeren Platz bzw. einen nicht partitionierten Bereich auf Ihrer Festplatte. Installieren Sie OpenSuse neben Windows, dann muss die Windows-Partition zuerst verkleinert werden. Die gewünschte Festplatte wählen Sie in der Systemansicht aus. Die Gerätebezeichnung für die erste Festplatte ist in der Regel
/dev/sda. In der rechten Fensterhälfte zeigt das Partitionierungsmodul nun die zwei Reiter Überblick und Partitionen an. - Wechseln Sie auf den Reiter Partitionen und wählen Sie die zu verkleinernde Partition aus, drücken Sie dann auf Größe ändern und geben Sie die neue Größe für diese Partition an. Nun haben Sie einen nicht partitionierten Bereich, wo Sie die Partition für OpenSuse anlegen. Wenn Sie für die Installation eine neue leere oder eine zweite Festplatte verwenden, dann können Sie diesen Schritt natürlich überspringen, achten Sie aber auf die Auswahl der richtigen Festplatte.
- Um die neue Partition für das OpenSuse-System anzulegen, drücken Sie unter Partitionen die Taste Hinzufügen.
- Wählen Sie als Typ Erweiterte Partition und teilen Sie der neuen Partition am einfachsten sämtlichen freien Speicher zu (Maximale Größe). Lassen Sie aber etwas leeren Platz auf der Festplatte übrig, können Sie zusätzlich am Ende noch eine extra FAT-Partition anlegen, die Sie sowohl von Ihrem Linux- als auch aus Ihrem Windows-System erreichen. Drücken Sie auf Beenden, und die Übersicht zeigt jetzt einen neuen Eintrag vom TypExtended an.
- Klicken Sie erneut auf Hinzufügen, um nun innerhalb der erweiterten Partition eine logische Partition zu erstellen. Richten Sie zunächst eine Partition für den virtuellen Speicher (Swap) ein. Auf diese Partition schreibt das System, wenn im Hauptspeicher (RAM) kein freier Platz mehr ist. Wählen Sie dazu als Benutzerdefinierte Größe, ähnlich wie die Größe des Hauptspeichers in Ihrem Rechner, 1 bis 3 GByte und klicken Sie auf Weiter
- Markieren Sie den Punkt Partition formatieren und wählen Sie unter Dateisystem den Eintrag Swap aus. Unter Einhängeoptionen soll als Einhängepunkt ebenfalls swap erscheinen. Ein Klick auf Beenden legt den Swapbereich an.
- Klicken Sie anschließend wieder auf Hinzufügen und geben Sie eine Benutzerdefinierte Größe von höchstens 10 bis 15 GByte für das Systemverzeichnis an. Nach einem Klick auf Weiter erscheinen die Formatierungsoptionen für die neue Partition. Normalerweise wird unter Partition formatieren das Dateisystem
Ext4und unter Partition einhängen ein Schrägstrich als Einhängepunkt vorgeschlagen (Abbildung 7). Überprüfen Sie diese Optionen, und wenn alles stimmt, drücken Sie auf Beenden. - Es empfiehlt sich auf jeden Fall eine separate
/home-Partition anzulegen. Klicken Sie dazu wieder auf Hinzufügen und markieren Sie die Checkbox Maximale Größe. Klicken Sie auf Weiter und überprüfen Sie, ob Partition formatieren markiert undExt4als Dateisystem vorgeschlagen wird. Wenn es so ist, brauchen Sie hier nicht zu ändern. Der Punkt Partition einhängen sollte bereits auch markiert sein, aber den Einhängepunkt ändern Sie selbst auf/home.
Nach einem Klick auf Beenden sollten Sie jetzt unter Typ mindestens vier Einträge sehen: Extended, Swap und zweimal Linux native. Haben Sie vor der Installation bereits unter Windows eine Partition für OpenSuse angelegt, dann markieren Sie diese, wählen Löschen und legen dann wie oben beschrieben die drei neuen Partitionen an. Beachten Sie, dass beim Löschen von Partitionen sämtliche Daten darin verloren gehen. Sind Sie mit der Partitionierung fertig, führt Sie ein Klick auf Übernehmen wieder zum Dialog Vorschlag für Partitionierung zurück. Hier setzen Sie die Installation mit einem Klick auf Weiter fort.
Letzte Schritte
Im Dialog Neuen Benutzer erstellen geben Sie Ihren Namen, einen Login-Namen (Benutzername) und ein Passwort an. In der Grundeinstellung wird hier eine Automatische Anmeldung vorgeschlagen. Dementsprechend wird von dem Benutzer beim Systemstart kein Passwort verlangt. Möchten Sie aber doch, dass das System nur nach Angabe des Passworts gestartet wird, entfernen Sie hier die Markierung. In der Grundeinstellung benutzt OpenSuse das angegebene Passwort auch für den Systemadministrator Root, möchten Sie für Root ein anderes Passwort vergeben, entfernen Sie die Markierung vor dem entsprechenden Eintrag.
Es folgt der Dialog Installationseinstellungen. Er listet nochmals sämtliche Punkte auf, die YaST nach einem Klick auf Installieren durchführen wird (Abbildung 8). Per Mausklick auf eine der grünen Überschriften oder über die Dropdown-Liste Ändern können Sie die Einstellungen nochmals anpassen. Wählen Sie in diesem Dialog Abbrechen, startet YaST den Rechner nach einer kurzen Rückfrage neu, ohne am System etwas zu ändern. Per Klick auf Installation richtet YaST die ausgewählten Partitionen ein und überträgt die Software von der DVD auf die Festplatte. Der Vorgang dauert je nach verfügbarem Hauptspeicher und CPU-Geschwindigkeit zwischen 20 und 30 Minuten. Sie sehen dabei eine kleine Diashow mit den wichtigsten Features von OpenSuse 11.4.

Abbildung 8: Point of no return: Klicken Sie hier auf Installieren, richtet YaST openSUSE ein. Wählen Sie Abbrechen, dann bleibt das System unverändert.
Nachdem YaST die ausgewählten Pakete installiert hat, bootet das System. Da sich die DVD noch im Laufwerk befindet, sehen Sie nun wieder den Startbildschirm der OpenSuse-DVD. Drücken Sie hier einfach [Eingabe], um von der Festplatte zu booten. Haben Sie an den Einstellungen zur automatischen Konfiguration nichts geändert, richtet YaST nun die zentralen Hardwarekomponenten wie Netzwerk-, Grafik- und Soundkarte ohne Zutun ein. Nach Klicks auf Weiter und Beenden startet OpenSuse die grafische Oberfläche KDE.


