Internet-Radio: Programmtipps aus der Redaktion

Aus LinuxUser 02/2006

Internet-Radio: Programmtipps aus der Redaktion

Abgehört

Die LinuxUser-Redaktion stellt für Sie die Lauscher auf: Was hören Redakteure nach Feierabend oder bei der Arbeit? Hier finden Sie ein Best-of der persönlichen Favoriten.

Web- oder Internet-Radios erfreuen sich aus mehreren Gründen besonderer Beliebtheit: Zum einen finden sich darin alle gewünschten Formate und Geschmacksrichtungen; zum anderen erweitert sich das Sendegebiet im Gegensatz zum konventionellen Hörfunk dramatisch: So tönen auch im weit entfernten Ausland die heimischen Nachrichten.

Nicht zuletzt die leichte Bedienbarkeit führt zu einer großen Popularität bei den Hörern: Einfach die URL in den Browser laden, in den meisten Fällen leitet der den Stream an das passende Plugin weiter.

Neben dem Streaming-Angeboten der alteingesessenen Sendeanstalten sprießen in den letzten Jahren zunehmend kleine Stationen aus dem Boden, die sich ganz auf das Internet-Broadcasting spezialisieren und nur via WWW Präsenz zeigen. Sie beleben die Programmvielfalt ungemein, wenngleich sich nicht selten ein Betreiber in der juristischen Grauzone bewegt.

Ein Kessel Buntes

Was geht also ab zwischen Bits und Bytes? Die LinuxUser-Redaktion liefert Ihnen hier eine Hörprobe von Sendern, die bei den Redakteuren hoch im Kurs stehen. Lehnen Sie sich also zurück und klinken sich einfach mal für ein paar Minuten in die Kanäle ein.

Technik des Internet-Radios

Internet-Radios senden Multimedia-Inhalte. Diese haben die Eigenschaft, Bandbreite en masse zu beanspruchen. Um also über die mitunter langsamen Leitungen noch mit akzeptabler Geschwindigkeit zu senden, kommen mehrere Techniken zum Einsatz.

Durch Kompression drücken die Sender die Datenmenge. Sie setzen dabei auf bekannte Formate wie MP3, Real Audio oder die freie Variante Ogg. Aus der Windows-Welt entstammen die Formate Windows Media Audio und Windows Media Video für Ton- und Bilddaten. Das MPEG-4-Audioformat AAC (Advanced Audio Coding) kommt dagegen bei Apples iTunes zum Einsatz.

Passende Codecs bereiten die Daten für den Versand über das Netz auf. Den eigentlichen Transport übernimmt dann das Streaming-Protokoll. Hier existieren wieder unterschiedliche Standards: Weit verbreitet hat sich das Realtime Transport Protocol (RTP), aber auch das gute alte HTTP-Protokoll.

Zum Steuern der erforderlichen Bandbreite unterhalten sich Client und Server meist über einen weiteren Kanal. Dieser funktioniert bidirektional – das heißt, beide Parteien haben die Möglichkeit, Anfragen an den jeweils anderen Kommunikationspartner zu schicken.

College-Chaos und britischer Humor

Der Weltbürger Mathias Huber widmet sich neben seiner Arbeit als Redakteur mit unerschöpflicher Energie seiner umfangreichen Musiksammlung.

Der Weltbürger Mathias Huber widmet sich neben seiner Arbeit als Redakteur mit unerschöpflicher Energie seiner umfangreichen Musiksammlung.

Die Radiolandschaft der USA ist legendär: Unzählige kleine Stationen an den Colleges oder in lokaler Trägerschaft (Community Radios) sorgen für enorme Vielfalt. Dank Internet können auch Sie daran teilhaben. WFMU (http://wfmu.org) aus New Jersey beispielsweise bietet ein breites Spektrum an Musikstilen, die im Mainstream-Radio selten gespielt werden: Dazu gehören alte Soul-Räritäten in der Sendung “Downtown Soulville” und der atemberaubende Weltmusik-Mix von “Give the Drummer Some”. Der Sender bietet Live-Streams im Real- und MP3-Format sowie archivierte Sendungen und Podcasts.

Ebenfalls an der amerikanischen Ostküste ist WUSB zu Hause, genauer: auf dem Uni-Campus Stony Book in Long Island. In den neunziger Jahren exerzierte hier Eric Corley vor, was in einer unabhängigen Radiostation alles möglich ist: Nächtliche Telefondiskussionen über Gott und die Welt, eine Live-Reportage aus einer Telefonzelle und Musik aus einem Archiv von mehreren zehntausend LPs.

Die Sendung trug den programmatischen Titel “Brain Damage” und ist unter http://www.2600.com/braindamage/ archiviert. Eric ist unter dem Namen Emmanuel Goldstein auch Herausgeber des Hacker-Fanzines 2600 und plaudert mit seinen Kollegen in der Sendung “Off the Hook” (http://www.2600.com/offthehook/) wöchentlich über Mobiltelefone, RFID-Chips, Datenschutz und Politik.

Nicht jenseits des Atlantik, sondern nur einen Sprung über den Ärmelkanal entfernt betreibt die britische Rundfunkanstalt BBC eine große Internet-Abteilung. Es lohnt sich, das breite Radio-Angebot mit Sport, Nachrichten und aktueller britischer Musik unter http://www.bbc.co.uk/radio/ zu durchforsten.

Mein besonderer Tipp ist jedoch BBC 7 http://www.bbc.co.uk/bbc7/, das Unterhaltungssendungen aus den letzten 50 Jahren aus dem Archiv zaubert. Hier treffen Sie alte Bekannte wie Miss Marple und Sherlock Holmes und können manchen Schatz aus der BBC-Geschichte neu entdecken: Beipielsweise hören Sie, was Erzkomödianten wie Peter Sellers und John Cleese in den fünfziger und sechziger Jahren im Radio getrieben haben, bevor sie durch Film und Fernsehen weltberühmt wurden.

Vieleicht gehören Sie aber auch zu den ersten, die den nächsten Superstar des britischen Humors bei den BBC New Comedy Awards kennen lernen. Auf der Seite “Listen Again” stehen jeweils alle Sendungen der vergangenen Woche als Real-Streams zur Verfügung.

Mit Groove und Seele

Der Eidgenosse Marcel Hilzinger ist Suse-Guru und integriert alles in sein Linux-System, was es an portablen Geräten gibt.

Der Eidgenosse Marcel Hilzinger ist Suse-Guru und integriert alles in sein Linux-System, was es an portablen Geräten gibt.

Jazz, Funk und Soul ohne Ende spielt SwissGroove auf http://63.249.3.194:8010 und über zahlreiche weitere Mirrors. SwissGroove bietet genau den Mix an feinem Jazz und funkigem Soul, den ich für meine Arbeit brauche. Bekannte und unbekannte Interpreten lösen sich dabei gleichmäßig ab. Leider geht es dem Sender zurzeit finanziell nicht prächtig – eine echte Gefahr für meine Artikel. Aktuelle Informationen und Playlisten für diverse Player stellt das Online-Radio unter http://www.swissgroove.ch bereit. Als Player benutze ich Xmms.

Zum Glück existieren in den Weiten des Internets noch mehrere Internetradios mit groovigem Jazz, sodass bei einem Worst-Case-Szenario meist noch eine Alternative übrig bleibt. Die heißt in diesem Fall http://smoothjazz.com und sendet unter anderem unter der URL http://64.236.34.4:80/stream/1005. Auch Smoothjazz beitet eine ausgewogene Mischung aus melodischem Soul und groovigem Jazz, in erster Linie Instrumentals. Vorbildlich: Der Sender führt auch Xmms als unterstützen Player auf.

Heimatliche Klänge

Als Schweizer in Deutschland braucht man ab und zu auch die richtige Portion Folklore. Für die sorgt Radio Top auf http://streaming5.sunrise.ch:8162. Hier läuft täglich Musik, wie Sie die 30- bis 40-jährigen vermutlich noch aus der Schulzeit kennen. Aber auch aktuelle Hits stehen auf dem Sendeplan. Am Schweizerdeutsch der Moderatoren und Moderatorinnen erfreut sich natürlich die ganze Redaktion. Infos zum Sender finden Sie auf http://www.radiotop.ch.

Ab und zu höre ich auch Radio24. Das erste Privatradio der Schweiz, das vor der Liberalisierung des Radiomarktes über seine “illegalen” Sendestationen in Italien die Süd- und Zentralschweiz mit aktuellen News und coolem Sound berieselte, bietet auch heute noch ein ausgewogenes Angebot aus aktuellen Hits und Evergreens.

Infos gibt’s unter http://radio24.ch. Einen Live-Stream finden Sie zum Beispiel unter http://206.165.150.201:80/radio24-hi. Er lässt sich allerdings nur mit MPlayer abspielen. Bei beiden Sendern gehören allerdings auch Werbeblöcke zum Standard-Programm.

Im Paradies

Will ich einfach mal ausspannen, klicke ich auf den Playlist-Eintrag von http://www.radioparadise.com. Auf der URL http://64.236.34.4:80/stream/1048 spielt der kleine Privatsender 24 Stunden am Tag Musik, die eigentlich allen gefällt. Neben MP3 und Real-Media sendet das Online-Radio auch in AAC+. Linux gehört auf der Website nicht zu den Exoten: Mit Xmms und VLC führt RadioParadise sogar zwei kompatible Player auf.

Berlin, Teheran, Marseille

Der Berliner Kristian Kißling arbeitet für das Competence Center Software und beschäftigt sich hauptsächlich mit Multimedia-Themen.

Der Berliner Kristian Kißling arbeitet für das Competence Center Software und beschäftigt sich hauptsächlich mit Multimedia-Themen.

Seit dem 1. Februar 2005 schickt Motor FM regelmäßig seinen Indie-Rock über den Äther. Der Berliner Radiosender – gegründet vom Ex-Universal-Chef Tim Renner – promotet neue unbekannte Musik abseits des Mainstream. Der Privatsender verzichtet völlig auf Werbung oder Nachrichten und finanziert sich über Parties, den Verkauf von Musik via Internet sowie Merchandising: Das ist in der privaten Radiolandschaft recht ungewöhnlich.

Motor FM spielt gute, aber oft unbekannte lokale Künstler wie “T.Raumschmiere” oder “The Robocop Kraus”, aber auch erfolgreiche internationale Indie-Bands wie “Art Brut” oder “Block Party”. In Berlin teilt sich der Sender die Frequenz 106.8 MHz mit dem Kindersender Radio Teddy und ist von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens on air; in Stuttgart empfängt man ihn den ganzen Tag über 97,2 MHz. Wohnen Sie nicht in der Gegend, hören Sie den Sender über das Internet: Die Webseite www.motor.de bietet einen Livestream an, den Sie unter Linux mit dem Mplayerplugin empfangen.

Radio Darvish

Bei Tar, Setar, Du oder Tombak handelt es sich nicht um neue Linux-Archiv-Formate, sondern um traditionelle persische Musikinstrumente. Der Radiosender Radio Darvish ist nach Darvish Khan benannt: Der Musiker aus Teheran lebte von 1872 bis 1926 und führte erfolgreich klassische persische Musik auf, wobei er auch auf die oben genannten Instrumente zurückgriff.

Sein Erbe vermittelt nun das iranische Internet-Radio www.radiodarvish.com: Die Musik klingt für europäische Ohren ungewohnt, entfaltet aber nach einer Weile des Hörens eine ganz eigentümliche Faszination. Insbesondere die rein instrumentalen Stücke erinnern stark an die psychedelischen Sounds der 60er Jahre.

Radio Grenouille

Marseille, die alte französische Hafenstadt, lebt von ihren afrikanischen Einwanderern, der Nähe zum Meer und gilt als französische Hochburg des Hip-Hop. Den spielt der lokale Sender Radio Grenouille ebenso wie traditionelle französische Musik und Indie-Rock. Mitunter laufen aber auch ganz abseitige musikalische Beiträge, die in kein Schema passen: etwa Avantgarde-Musik im Stil von John Cage.

Das Experiment ist gewagt und fordert die Hörer ebenso heraus, wie die Hafenstadt ihre Besucher. Im Internet lauschen Sie dem Sender über die Webseite www.grenouille888.org/dyn/sommaire.php3. (kki)

Mutterland der Internet-Träume

Der Wahlmünchner Oliver Frommel leitet das Competence Center Software und kümmert sich in dieser Funktion um alle anfallenden Fragen aus dem Bereich.

Der Wahlmünchner Oliver Frommel leitet das Competence Center Software und kümmert sich in dieser Funktion um alle anfallenden Fragen aus dem Bereich.

Aus dem Mutterland aller Internet-Träume kommt soma.fm, ein Internet-Radiosender, der gleich mehrere Streams anbietet. Die Server stehen in einem Keller in San Francisco, in der Gegend South Of Market, was teilweise den eigentümlichen Namen erklärt. Die musikalische Bandbreite reicht von Ambient (“Groove Salad”), über House und Funk (“Secret Agent”) bis zu Indie-Rock und Pop (“Indie Pop Rocks”). Alle Streams finden sich aufgelistet in unterschiedlichen Qualitäten und Formaten auf der Homepage (Abbildung 1).

Abbildung 1: soma.fm deckt mit acht Streams ein breites Geschmacksspektrum ab.

Abbildung 1: soma.fm deckt mit acht Streams ein breites Geschmacksspektrum ab.

Wer wissen will, wie das tolle Stück heißt, das eben lief, kann für jeden Kanal in einer Song History auf der Webseite nachsehen.

Rusty Hodge, der sich schon seit 1995 mit Internet-Radio beschäftigt, gründete Soma.fm; im Jahr 2000 erfüllte sich endlich sein Traum: Der Sender ging online. Zwischendurch existenziell bedroht durch absurd hohe Sendegebühren (die mittlerweile auch bei Internet-Sendern anfallen), streamt soma.fm zur Zeit acht Sender, weitere sollen folgen.

Weil aber auch kleine Internet-Radios in USA weiterhin Gebühren zahlen müssen, braucht soma.fm die finanzielle Unterstützung der Hörer – für eine Spende von 50 Dollar gibt es sogar ein T-Shirt.

Breakbeats und Samba

Wo Soma.fm auf klar abgegrenzte Spartenkanäle setzt, ist Dublab.com (Abbildung 2) immer für eine Überraschung gut. Der musikalische Stil ist mit “Eclectic” gut beschrieben. Minutenlange Breakbeats wechseln mit Samba und Low-Fi-Stücken ab, die wie Simon und Garfunkel klingen – nur ohne die akustische Gitarre. Dub spielt dublab.com natürlich auch, gelegentlich.

Ansonsten bleibt Dublab.com seinem Motto “positive music and culture” treu. Der einzige Wermutstropfen ist der Zugang: Weil der Link zum Stream in einem Flash-Applet versteckt ist, klappt es nur, wenn der Browser richtig konfiguriert ist. Für alle anderen sei hier die aktuelle Adresse des Streams genannt: Es ist http://205.188.215.225:8008/listen.pls

Abbildung 2: Dublab.com ist immer für eine musikalische Überraschung gut.

Abbildung 2: Dublab.com ist immer für eine musikalische Überraschung gut.

Oldschool-Hip-Hop

Zum Schluss noch ein Tipp für Hip-Hop-Fans: Beatbasement.com spielt 24 Stunden am Tag Hip Hop im Sinne des Erfinders. Zwar nur mit 24 Kbit, aber dafür mit fetten Bässen sprudelt der Stream aus den Speakern. Selten gibt es bekannte MTV-Größen wie Eminem zu hören; hier treten Altmeister wie Guru und Kool Keith mit musikalisch originellen Beats in den Ring.

Wer einmal einschlägige amerikanische Rap-Sender gehört hat, weiß das werbefreie Programm von Beatbasement zu schätzen. Auch hier gilt das Gesagte: Die Betreiber sind auf Spenden der Hörer angewiesen. Keep it real!

Klassik satt

Der überzeugte Franke Peter Kreussel arbeitet im Competence Center Software und sitzt, wenn nicht vor dem Rechner, öfter mal vor seinem E-Piano.

Der überzeugte Franke Peter Kreussel arbeitet im Competence Center Software und sitzt, wenn nicht vor dem Rechner, öfter mal vor seinem E-Piano.

Es soll auch Menschen geben, die mit Techno und Hip Hop permanent auf Kriegsfuß stehen, bei denenen House und Charts vorwiegend Fluchtreflexe auslösen und denen Pop schließlich viel zu seicht ist – die hingegen bei Neville Marriners Einspielung der Brandenburgischen Konzerte von Bach leuchtende Augen bekommen. Auch für sie liefert das Internet reichlich Hörmaterial.

Wer der hektischen Gegenwart ganz entrückt werden möchte, kommt bei Swissradio.ch auf seine Kosten: Neben dem Repertoire aus Barockoratorien, Mozart-Opern und romantischen Konzertwerken zeichnet sich die Radiostation dadurch aus, dass das Tonträgerarchiv zu 80 Prozent aus historischen Aufnahmen besteht. Ganz schön außergewöhnlich – vielleicht sogar verrückt.

Jedenfalls nennt sich die Radiostation “Radio Crazy”. Neben Klassik bietet Sie auch Jazz und Swing. Die Webseite finden Sie unter http://www.swissradio.ch, den Audiostream unter http://www.swissradio.ch/streams/6034.m3u.

Mozart komplett

Den echten Klassik-Fan treibt es zum Wahnsinn, dass viele Radiostationen nur einzelne Sätze der kunstvoll duchkomponierten Gesamtwerke übertragen. Dies ist bei Mozart-mp3.com anders. Wie der Name schon sagt, beschränkt sich die Station ganz auf Mozart-Werke.

Wen es nicht stört, dass Sender den Audiostream nur in 32Kbit/s ausliefert, der findet unter http://www.live365.com/play/293999?SaneID=62.245.157.194-1135937415896&AuthType=NORMAL&VisitCount=1 rund um die Uhr die Musik, die nach Meinung mancher auch im Himmel spielt.

Das City of Birmingham Symphony Ochestra hat sich international Bewunderung erspielt. Der ehemalige Chefdirigent Simon Rattle feierte mit diesem Klangkörpter stürmische Triumphe. Aufnahmen mit dem sehr diszipliniert spielenden Orchester gelangen über den Link http://70.85.180.114:8080 in Ihren Audio-Player und in Ihr Ohr. Das gesamte Radioangebot der Stadt Birmingham finden Sie unter http://www.birminghamusic.com/radio.php.

Schau mir in die Ohren, Kleines

Mehr für entspannende Hintergrundbeschallung geschaffen ist der Livestream von Klassikradio.de. Hier wechseln klassische Werke mit neueren Kompositionen für Symphonieorchester. Von 18-20 Uhr spielen der Sender Klassiker der Filmmusik. Klassikradio zeichnet sich durch eine gute Tonqalität in 128Kbit/s aus. Das Programm finden Sie unter http://www.klassikradio-shop.de/playlist/, den Audiostream unter http://212.211.137.136/3165klassikradio_live.mp3?=.wmv.

Stauschau und Kultkomplex

Der Westfale Andreas Bohle sucht auch nach sechs Jahren in München immer noch eine gute Pommes Schranke zum Mitnehmen auf die Hand.

Der Westfale Andreas Bohle sucht auch nach sechs Jahren in München immer noch eine gute Pommes Schranke zum Mitnehmen auf die Hand.

Als Kind des Ruhrgebiets habe ich es nicht leicht mit dem Radioprogramm meiner bayrischen Wahlheimat. Weitgehend ironiefrei und charts-mäßig nicht immer aktuell dudelt “Hits mit Fritz (Egner)” am Sonntagmorgen aus dem Gerät. Da bleibt nur der Griff zur Maus, um sich mit einem Klick den Sound von Einslive (http://www.einslive.de), dem ehemaligen WDR 1, aus dem Netz zu holen. Lockere Sprüche und aktuelle Musik am Tage und durchaus abseitige und trendige Tracks am Abend und in der Nacht, beispielsweise bei Klaus Fiehe im Kultkomplex.

Das Einslive-Team sendet rund um den Tag Nachrichten, Wetter und Stauschau (Verkehrfunk) in gut verdaulichen Häppchen. Neben Musik gibt es noch Serien und Reportagen. Der Sender bietet das Programm als Real Media Stream an, der sich aber automatisch nach 20 Minuten abschaltet, um keine hohe Download-Kosten zu verursachen.

Seriös recherchiert

Wenn mir das seichte Geplätscher aus Nordrhein-Westfalen zu sehr auf die Nerven geht, schaue ich bei den Kollegen vom Deutschlandfunk (http://www.dradio.de) vorbei. Allein bei er Web-Seite kommt schon Freude auf: Recht übersichtlich finde ich hier schnell die Hintergrundinfos zu aktuellen und vergangenen Beiträgen. Manches bietet der Sender auch zum nochmal Hören an.

Interessante Features und Berichte zu aktullen Themen ergänzen die Hörbeiträge, die nicht nur an der Oberfläche kratzen und spannend aufbereitet sind. Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur senden im Netz in den Formaten MP2, Flash, Real und WMP. Dazu liefern bei Sender noch Podcasts aus, mit denen Sie auf einem iPod das Programm mitnehmen können.

Vielfalt im Netz

Das Webradio belebt eine schon abgeschriebene Technik wieder neu und bereichtert diese mit den Möglichkeiten des Internets. Für Sie als Hörer bedeutet es noch mehr Vielfalt und einen Zugang an einem Punkt, an dem heutzutage viele Menschen ohnehin zahlreiche Stunden verbringen.

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