Das von der polnischen Sicherheitsexpertin Joanna Rutkowska geleitete Invisible Things Lab hat eine auf Fedora und Xen basierte Linux-Distibution vorgestellt, die Anwendungen in separaten virtuellen Maschinen ausführt.
Joanna Rutkowska dürfte den regelmäßigen LinuxCommunity-Lesern nicht unbekannt sein. Im letzten Jahr hat Sie über eine Live-Distro vorgeführt, wie man an Daten herankommt, die mit TrueCrypt verschlüsselt wurden. Ihr neuester Streich ist nun eine sichere Linux-Distribution mit dem Namen Qubes OS.
Qubes OS basiert auf Fedora 12 als Linux-Basis, Xen als Virtualisierungslösung sowie dem gewöhnlichen X-Server und KDE als Desktop. Der Clou an der Distribution: Praktisch jede Anwendung wird in einer separaten virtuellen Maschine gestartet. So lässt sich Firefox in der virtuellen Maschine1 zum Beispiel zum Lesen von News nutzen, für das Internet-Banking startet man den Browser hingegen in einer zweiten virtuellen Maschine und so weiter.
Beim Desktop haben sich Rutkowska und Ihr Entwicklerpartner Rafal Wojtczuk für KDE 4 entschieden. Die Wahl des Desktops ist insofern nicht irrelevant, da der Desktop über spezielle Shortcuts Copy & Paste Aktionen über einzelne virtuelle Maschinen hinaus zulässt. Dieses Feature funktioniert in Qubes OS nur mit KDE.
Zurzeit befindet sich die Distribution noch in einem frühen Alpha-Zustand, Interessierte finden im Qubes-OS-Wiki eine Installationsanleitung. Ein erstes komplettes Release planen die Entwickler für Ende 2010. Die technischen Details zu Qubes OS verrät dieses PDF-Dokument, der Quellcode steht in mehreren Git-Repositories bereit.






