Software für die Wiedergabe von kopiergeschützten DVDs, MP3-Dateien und anderen Audio- und Videoformaten müssen Sie unter Linux erst nachinstallieren. Die Frage nach der Legalität räumt Fluendos Software aus dem Weg.
Dass DVD-Player Ihre gekauften DVDs abspielen, ist keineswegs selbstverständlich. Ein Abspielschutz namens CSS (Content Scrambling System) sorgt dafür, dass die meisten kommerziellen DVDs erst laufen, wenn der Player die passenden Schlüssel bereitstellt. Diese erwirbt der Hersteller für mehrere tausend US-Dollar im Jahr bei der DVD Copy Control Association.
Mit Hilfe der Bibliothek Libdvdcss umgehen viele Privatanwender diese Beschränkung, doch ist diese Lösung zum Umgehen des Kopierschutzes verboten. Vor allem für Firmen, die Linux einsetzen, ist der Einsatz eines “offiziellen” DVD-Player-Programms sinnvoll – auf diese Weise müssen sie keine Abmahnungen und Strafen befürchten. Auch für den Einsatz von proprietären Codecs verlangen einige Firmen Lizenzgebühren. Verkauft ein Anbieter ein Programm mit MP3-Support, halten die Fraunhofer-Gesellschaft, Thomson und Alcatel-Lucent die Hand auf.
DVD Player
Fluendos DVD Player [1] spielt dank einer Lizenz ganz legal CSS-geschützte DVDs ab. Der Player kostet – ohne Codecs – knapp 20 Euro und unterstützt OpenSuse, Kubuntu, Mandriva und andere aktuelle Linux-Distributionen (Abbildung 1). Sie erhalten ihn unter anderem bei Ixsoft [2]. Beim Kauf gibt es einen Download-Link und ein Jahr Support. In diesem Zeitraum spielen Sie kostenlos Updates ein und stellen Supportanfragen per E-Mail. Danach funktioniert die Software weiterhin, lässt aber keine Aktualisierungen mehr zu.
Der DVD-Player unterstützt die Ausgabe von Dolby Digital 5.1, zeigt DVD-Menüs korrekt an und beherrscht den Vollbildmodus. Brechen Sie die Wiedergabe ab, merkt sich der Player die Position. Zudem gibt er DVDs aus allen Regionen wieder, während die im Handel erhältlichen Player meist nur DVDs der Region 2 (West- und Mitteleuropa) abspielen.
Das Codec-Paket
Wollen Sie nicht nur DVDs, sondern auch Video- und Audiodateien aus dem Internet abspielen, fehlen häufig die dafür nötigen Codecs. Fluendos Codec-Paket unterstützt neben einer ganzen Reihe von Windows-Media-Formaten auch Dateien im MP3-, AAC- (iTunes, iPod), DivX- und MPEG-2/4-Format. Das Codec-Paket erhalten Sie für Kubuntu, OpenSuse und Mandriva bei Fluendo und Händlern für 28 Euro – auch hier mit Support für ein Jahr. Da die Codecs als Plug-ins für Gstreamer vorliegen, brauchen Sie für die Multimedia-Wiedergabe einen auf Gstreamer aufsetzenden Player wie Totem, Banshee, Kaffeine oder Amarok. Ein Wermutstropfen: Sie dürfen die Software nur auf einem Rechner einsetzen.
Weitere Codecs von Fluendo
Über die Webseite von Fluendo beziehen Sie noch weitere Codecs, wie etwa den kostenlosen MP3-Decoder. Die MPEG- und Windows-Media-Codecs stehen zudem als eigenständige Pakete zur Verfügung. Überdies bietet Fluendo einen Streaming-Server (Flumotion) und einen Media Player (Moovida) an, die Fluendos Codecs nutzen und sich explizit für die Verwendung in Media-Server-Systemen eignen.
Fazit
Fluendos kommerzielle Angebote schließen eine Lücke. Gerade für kleine Unternehmen, Selbständige, Vereine und Ämter ist die legale Wiedergabe von proprietären und kopiergeschützten Inhalten wichtig. Der DVD-Player und die Codecs funktionieren sehr gut.
Infos
[1] Fluendo: http://www.fluendo.com/shop/product/fluendo-dvd-player/
[2] Linux-Shop ixsoft: http://www.ixsoft.de


