In der Open Source Project Lounge in Halle 2 der Cebit geben die Entwickler von Bind 10 eine Vorschau auf die kommende Version des Nameservers und suchen Kontakt zur Community.
Bind 10 soll die mittlerweile rund 10 Jahre alte Version 9 ablösen, auf der nach Schätzung der Entwickler 80 Prozent aller DNS-Server laufen. Zu den angestrebten Features der nächsten Generation zählt bessere Cluster-Fähigkeit: Der Server soll sich nicht nur in einem Cluster betreiben lassen, wie es bereits jetzt einige Anwender mit selbstgemachten Skripten tun – Bind 10 soll von Haus aus mit Management-Schnittstellen zur Kommunikation innerhalb des Clusters ausgestattet sein.
Daneben planen die Entwickler ein generische Schnittstelle für den Datenspeicher, an die sich Dateien, SQL-Datenbanken und weitere Alternativen anschließen lassen. Damit soll Bind 10 auch die Bedürfnisse großer Registrare mit Millionen von Einträgen oder von ISPs mit vielen kleinen Zonen bedienen, wie der Projektleiter Shane Kerr gegenüber der Redaktion erläuterte. Auf längere Sicht soll Bind 10 auch eine vollständige Umsetzung von DNSSEC enthalten.
Die Entwicklung ist bei der Non-Profit-Organisation ISC angesiedelt, Während Bind 9 hauptsächlich von den ISC-Entwicklern geschrieben und gewartet wurde, soll Bind 10 als Community-Projekt entstehen und damit auf einer breiten Know-How-Basis fußen. Daher haben die Entwickler eine Projektseite mit Wiki, Repository-Zugang und Bugtracker eingerichtet. Das erste Release soll eine Technology-Preview am 19. März werden, die die Ergebnisse des ersten Jahres Arbeit an Bind 10 zeigt. Eine erste Produktivversion soll es 2012 geben.
Als Sponsoren fungieren derzeit Länder-Registries, unter anderem von Japan, Kanada und Deutschland. Das Projekt sucht aber noch Unterstützer aus anderen Branchen, um ein Produkt zu erstellen, das möglichst vielen Bedürfnissen gerecht wird. Der Server ist in den performancekritischen Teilen in C++, ansonsten in Python programmiert, der Quellcode steht unter BSD-Lizenz. Shane Kerr und Kollegen sind während der Cebit im Open Source Park in Halle 2 in der Project Lounge zu finden.






