Duden Korrektor 6 prüft die Rechtschreibung

Aus EasyLinux 01/2010

Duden Korrektor 6 prüft die Rechtschreibung

© Falko Matte, Fotolia

Korekt oder Korrekt?

Die integrierte Rechtschreibprüfung von OpenOffice findet leider nicht alle Fehler. Hier hilft ein Werkzeug wie der Duden Korrektor. Wir haben uns die aktuelle Version 6.0 angesehen und verraten, ob sich die Anschaffung lohnt.

Office-Dokumente sollten so fehlerfrei wie nur möglich sein, denn als Autor wollen Sie ja beim Leser einen positiven Eindruck erzeugen und den Inhalt gut vermitteln. Zwar gibt es in OpenOffice eine integrierte Rechtschreibprüfung, und Sie können nach Grammatikfehlern suchen oder Synonyme nachschlagen. Die Fehlerprüfung findet aber nicht jeden Patzer. Der Duden Korrektor vom Bibliographischen Institut Mannheim [1] verspricht eine bessere Trefferquote. Neben der Rechtschreib- und Grammatikprüfung helfen viele Zusatzfunktionen bei der Arbeit mit Office-Dokumenten, die das zeitraubende Nachschlagen in dicken Wälzern überflüssig machen.

Ein erster Blick

Die neue Version 6.0 des Duden Korrektors bekommen Sie bei Ixsoft [2] für 19,80 EUR. Wer sich StarOffice 9 Deluxe zulegt, erhält den Duden Korrektor nach der Registrierung als Bonus. Bei Linux-Discount [3] finden Sie zudem eine abgespeckte Starter Box des Duden, die allerdings keine Integration in OpenOffice bietet.

Auf dem Plastik-Cover steht, dass sich die DVD für Windows, Mac OS X und Linux eignet. Entsprechend enthält der Datenträger drei Ordner für diese Betriebssysteme. Die Installation der Software erfolgt einfach über den Extension-Manager von OpenOffice (Abbildung 1). Der Duden Korrektor setzt ein installiertes Java-Paket voraus. Dieses und außerdem das Paket openoffice.org-java-common installieren Sie über die Softwareverwaltung Ihrer Linux-Distribution. Nach dem obligatorischen Bestätigen des Lizenztextes steht die Erweiterung zur Verfügung. Eine kleine Symbolleiste bietet nun schnellen Zugriff auf die Funktionen (Abbildung 2).

Die Office-Bibliothek

Über die Office-Bibliothek können Sie elektronische Bücher aus dem Duden-Verlag direkt erwerben. Sie blättern durch die verfügbaren Titel und entscheiden sich für das Bestellen einer CD-ROM oder der elektronischen PDF-Variante. Für die Arbeit mit der Rechtschreibprüfung brauchen Sie diese Komponente allerdings nicht.

Die Office-Bibliothek installieren Sie in einem zweiten Arbeitsschritt. Dafür stehen im Ordner office-bib die Installationspakete zur Verfügung. Sie finden hier ein RPM-Paket für OpenSuse und ein Debian-Paket für Kubuntu. Nach der Installation taucht die Office-Bibliothek im KDE-Menü auf.

Der Duden Korrektor ergänzt die Voreinstellungen von OpenOffice um einen weiteren Unterpunkt (Abbildung 3). In fünf Dialogen stellen Sie das Verhalten der Erweiterung ein. Mit dem Festlegen einer Schreibweise und eines Stils grenzen Sie ein, welche Fehler die Software finden soll. Unter Filter definieren Sie Ausnahmen. Daneben erstellen Sie in den Einstellungen neue Benutzerwörterbücher und bestimmen das Verhalten bei Silbentrennungen. Die Einstellungen erreichen Sie auch über den Extension-Manager.

Fehler finden und korrigieren

Über die Add-On-Symbolleiste starten Sie die Rechtschreib- und Grammatikprüfung. Hier aktivieren Sie auch die automatische Korrektur. Die Erweiterung arbeitet mit dem gleichen Dialog wie die Standardprüfung von OpenOffice. Zu Beginn stellt sich der Duden Korrektor nicht gerade schlau an. Gerade bei Fremdwörtern und Fachbegriffen bietet er unsinnige Korrekturvorschläge an. So markiert er etwa den Namen des Linux-Händlers Ixsoft als Fehler und bietet als Alternative Softeis an. Rechtschreibfehler markiert der Korrektor mit roter Schrift, Grammatikfehler in Blau. Im Großen und Ganzen erledigt die Software ihre Aufgabe jedoch gut (Abbildung 4).

Die automatische Korrektur sollten Sie nicht verwenden, da sie leider einige Fachbegriffe verändert. Sinnvoll ist es hingegen, die Prüfung direkt bei der Eingabe einzuschalten, um Tippfehler sofort zu erkennen und zu berichtigen. Es ist auch möglich, bestimmte Wörter nachzuschlagen und so die richtige Schreibweise zu ermitteln.

Das Programm beherrscht fünf Schreibvarianten und verschiedene Worttrennungsarten. Über den Einstellungsdialog entscheiden Sie sich für eine Version. Die Dudenempfehlung erweist sich in den meisten Fällen als die richtige Wahl. Sie prüft Texte auf die von der Duden-Redaktion empfohlene Schreibweise. Journalisten verwenden am besten den Stil Presse. Mit konservativ greifen Sie, wenn es bei einem Wort mehrere Möglichkeiten gibt, auf die alte Rechtschreibung zurück. Das Gegenteil erreicht die Variante progressiv, welche im Zweifel die neue Rechtschreibung verwendet. Wählen Sie tolerant, entscheiden Sie sich bei Wörtern manuell für eine Version. Sowohl die alte als auch die neue Rechtschreibweise erkennt der Korrektor dann als korrekt an, was aber zu einer gemischten Schreibweise im Textdokument führt, die Autoren vermeiden sollten.

Bei der Grammatikprüfung kann sich der Anwender die jeweils gültige Regel ansehen. Das Programm prüft auf richtige Zeichensetzung, korrekte Groß- und Kleinschreibung sowie Getrennt- und Zusammenschreibung. Auch Abstände bei Datumsangaben, Gradangaben und Abkürzungen kontrolliert der Korrektor.

Extras

Ein Handbuch zum Programm finden Sie in Form einer PDF-Datei auf der DVD. Ein weiteres existiert für die Office-Bibliothek. Über letztere können Sie auch eine elektronische Variante des Duden installieren. Dazu wählen Sie in der Office-Bibliothek Durchsuchen und dann die Datei pc_bib.inf. Beachten Sie, das sich hinter pc-bin.inf eine ältere Version verbirgt. Sie bestätigen den Lizenztext und blättern anschließend über ein Dialogfenster im Duden herum (Abbildung 6).

Ein kleines Zettelchen in der DVD-Hülle verrät zudem, dass Sie als interessierter Anwender auf der Webseite des Duden-Supports [4] eine Faksimile-Ausgabe des allerersten Duden aus dem Jahr 1880 vorfinden. Sicherlich ein interessantes Buch, in das jeder, der sich für die deutsche Sprache und ihre Entwicklung interessiert, einmal einen Blick werfen sollte. Um dieses E-Book zu erhalten, müssen Sie den Duden Korrektor registrieren. Wenn Sie das Archiv entpacken, erhalten Sie dann aber leider nur eine exe-Datei für Windows, die unter Linux nicht brauchbar ist. Für die Rechtschreibprüfung benötigen Sie dieses Gimmick aber nicht.

Fazit

Der Duden Korrektor leistet eine bessere Arbeit als die in OpenOffice integrierte Rechtschreibprüfung. In einigen Fällen verhält sich das Programm aber etwas störrisch. Nicht jedes als Fehler gemeldete Wort ist auch tatsächlich ein Fehler. Gerade Fremdwörter und Fachbegriffe machen dem Programm Schwierigkeiten. Hier müssen Sie das Wörterbuch schrittweise mit neuen Inhalten füllen, was aber nicht ungewöhnlich ist. Der Duden als elektronisches Nachschlagewerk ist eine gelungene Zugabe. Alles in allem ein empfehlenswertes Programm für alle, die mit OpenOffice Dokumente verfassen und dabei Wert auf korrektes Deutsch legen.

Infos

[1] Webseite des Duden-Verlags: http://www.duden.de

[2] Linux-Shop Ixsoft: http://www.ixsoft.de

[3] Linux-Shop Linux-Discount: http://www.linux-discount.de

[4] Support-Bereich: http://www.duden.de/support

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2 Kommentare
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Simsalabum
16 Jahre her

Schones Review, aber gebt das nächste mal bitte an, das es keine 64bit Version gibt.

Danke…

Gelegenheitsschreiber
16 Jahre her

Hallo von meiner Seite!

Wie sieht es mit der Performance aus?

Aus älteren Beiträgen zu früheren Versionen wurde immer vom Dudenkorrektor abgeraten, weil es die Performance von OOo in den Keller zieht. Und heute?

Und ich stimme meinem Vorschreiber zu: Der Hinweis auf nur 32 Bit ist wichtig.

Gelegenheitsschreiber

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