Mit der Code-Freigabe seines Linux-Treibers für Virtualisierung mit Hyper-V erregte Microsoft viel Aufsehen – doch kaum im Kernel angekommen droht der Code jetzt wieder herauszufliegen.
In einer Mail an die Kernel-Entwicklerliste referiert der für den Staging-Zweig verantwortliche Treiber-Maintainer Greg Kroah-Hartman aus seiner Anwärterliste die kommenden Kernel-Neuzugänge und informiert über verwaiste Treiber. Wenn sich keiner um den Code kümmere, entferne er die Treiber wieder aus dem Entwicklungszweig, warnt er, denn jener sei “kein Abfallplatz für toten Code”. Zu den Abschusskandidaten gehören neben einigen Android- und WLAN-Treibern auch der Hyper-V-Treiber von Microsoft.
Der Treiber aus Redmond hat offenbar schon reichlich Zeit gekostet, denn Kroah-Hartman schreibt, dass mehr als 200 Patches nötig waren, um den Code zur Kernel-Reife zu bringen. Offenbar wurde der Großteil der Arbeit von ihm selbst geleistet (“Jemand schuldet mir eine große Flasche Rum für den Job!”). Das eigentliche Problem ist aber, dass auf Seiten der Microsoft-Entwickler Funkstille herrscht: “Unglücklicherweise scheinen die Microsoft-Entwickler verschwunden zu sein, und keiner beantwortet meine Mails. Wenn sie nicht bald wieder auftauchen um sich um den Treiber zu kümmern, wird er im 2.6.33-er Release entfernt. Sehr schade.”
Der Kernel-Entwickler dürfte das speziell deswegen bedauern, weil es seinem Einsatz zu verdanken ist, dass Microsoft den Code unter der GPL zur Verfügung gestellt hatte. Im kommenden Kernel 2.6.32 wird der Hyper-V-Treiber auf jeden Fall auftauchen, wie Kroah-Hartman schreibt.
Den Staging Tree als Entwicklungszweig für den Linux-Kernel gibt es seit Juni 2008. Hier werden gezielt Treiber aufgenommen, die noch in einem frühen Entwicklungsstadium sind, der Code wird von Greg und einigen freiwilligen getestet und gesäubert.






Als hätte der gute Greg nicht so schon genug zu tun.