Debian Edu 9 “Stretch”
Nach der Veröffentlichung von Debian 9 hat jetzt auch das Team um Debian Edu [1] eine neue Version online gestellt. Die auch als Skolelinux bekannte Distribution ist für den Einsatz an Schulen optimiert.
Mit Debian Edu können Lehrer schnell einen Computerraum mit einer Multi-User-Umgebung ausstatten und die Systeme einfach über ein Web-Interface verwalten. Da Debian Edu 9 auf Debian 9 Stretch basiert, erbt es auch dessen Neuerungen [2]. Darüber hinaus nutzt Debian Edu 9 ab sofort Plymouth [3] für die Startanimation, eine Ausnahme bilden nur die Betriebsarten bzw. Profile “Main Server” und “Minimal”. Weitere Informationen zur neuen Version liefert die offizielle Ankündigung [4]. (Tim Schürmann/hge)
KDE Plasma 5.10
Das KDE-Projekt [5] hat eine neue Version seiner Desktop-Umgebung veröffentlicht. Plasma 5.10 enthält viele kleine, aber nützliche Änderungen, so nutzt z. B. die Arbeitsfläche ab sofort standardmäßig die Ordner-Ansicht (“Folder View”): Dadurch lassen sich beliebige Dateien und Verzeichnisse auf der Arbeitsfläche ablegen. Zieht man zudem dort eine Datei auf ein Verzeichnissymbol, öffnet sich ein Fenster mit dem Verzeichnisinhalt. Dank dieser “Spring Loading” genannten Technik lassen sich Dateien einfach per Drag & Drop an die passende Stelle schieben. Das Raster, in dem die Symbole auf der Arbeitsfläche angeordnet werden, ist jetzt enger gefasst und somit optisch kompakter. Die Entwickler haben zudem nach eigenen Angaben die Performance von Folder View drastisch verbessert.
Anwender können ab sofort über die Ecken von Widgets deren Größe verändern. Wenn Sie die Alt- und die linke Maustaste gedrückt halten, können sie zudem das Widget verschieben. Die Symbole im Panel berücksichtigen jetzt die Einstellungen unter Symbole / Erweitert / Größe.
Die Fensterleiste (der Task Manager) erkennt Klicks mit der mittleren Maustaste. Über sie lassen sich u. a. die Fenstereinträge schnell gruppieren. Die Größe der Symbole in einer vertikalen Fensterleiste lässt sich jetzt einstellen. Plasma 5.10 erkennt weitaus mehr Programme, für die es in der Fensterleiste neue Einträge erstellt.
Auf dem Sperrbildschirm erscheinen jetzt die Bedienelemente für die Medienwiedergabe. Wechselt der Rechner in den Suspend-Modus, schaltet Plasma automatisch den Ton ab. Das Lautstärke-Applet hält für jeden Regler ein Kontextmenü bereit, über das Anwender das Gerät stumm schalten oder an die Kopfhörer umleiten können.
Neben diesen größeren Neuerungen gab es auf viele kleinere. So läuft der Sperrbildschirm ab sofort abgesichert in einer Sandbox. KRunner liefert als Suchergebnis auch nicht-installierte Anwendungen. Das Startmenü präsentiert auf Wunsch die häufig genutzten Anwendungen und Dokumente. Die Fenster von abgestürzten Anwendungen dunkelt Plasma 5.10 ab. Über ein neues Modul in den Systemeinstellungen können Anwender weitere Bilder für den Startbildschirm herunterladen und auswählen.
Die Softwareverwaltung Discover hat Backends für die alternativen Paketformate Flatpak und Snap erhalten. Die entsprechenden Funktionen gelten aber noch als experimentell. Die Bewertungen der Anwendungen bezieht Discover neuerdings aus den Ggnome Open Desktop Ratings [6].
Besitzer eines Touch-Screens können die Bildschirmtastatur auch im Anmelde- und Sperrbildschirm aufrufen. Plasma 5.10 unterstützt zudem von den Rändern ausgehende Wischgesten. Die linke Bildschirmseite wechselt standardmäßig zum nächsten Fenster.
Alle Neuerungen finden sich in den offiziellen Release Notes [7]. (Tim Schürmann/hge)
MP3-Patente ausgelaufen
Nachdem in April alle MP3-Patente ausgelaufen sind, haben jetzt die Entwickler von Fedora angekündigt, dass die Distribution in Kürze ganz offiziell MP3-Dateien abspielen und vor allem auch erzeugen kann [8]. Im letzten November liefen bereits die Patente für das Dekodieren von MP3-Dateien aus. Seitdem kann die Fedora Workstation über die mpg123-Bibliothek und Gstreamer MP3-Dateien abspielen.
Im April beendeten das Fraunhofer IIS und Technicolor ihr Lizenzprogramm für das MP3-Format [9]. Kurz danach gab dann auch die Rechtsabteilung von Red Hat grünes Licht: Die Fedora-Entwickler dürfen offiziell auch das Erstellen von MP3-Dateien anbieten. Bis es so weit ist, müssen sich Anwender aber noch etwas gedulden: Wie das Team in einem Blog-Beitrag [8] erläutert, dauert es noch etwas, bis die entsprechenden Pakete vorbereitet und getestet sind. (Tim Schürmann/hge)
Linux Mint 18.2 heißt Sonya
Die Linux-Mint-Macher haben in einem Blog-Beitrag [10] einen Ausblick auf die kommende Version 18.2 ihrer Distribution gegeben. Diese trägt den Codenamen “Sonya” und kommt mit einigen Neuerungen. Linux Mint 13 erreicht hingegen sein Lebensende: Für diese alte Mint-Version stellen die Entwickler keine Aktualisierungen mehr bereit. Wer die auf Ubuntu 12.04 aufsetzende Distribution noch nutzt, findet im Linux-Mint-Forum eine Upgrade-Anleitung [11].
Das nächste Linux Mint 18.2 erhält den Namen Sonya. Diesen Namen wählte das Team als Erinnerung an die verstorbene Frau eines Mitentwicklers. Nutzer der Linux Mint Debian Edition dürfen sich über ein Update auf MATE 1.18 freuen. Da diese Version der Desktop-Umgebung komplett auf Gtk+ 3 aufsetzt, handelt es sich um ein größeres Update. Das Linux-Mint-Team hat dazu das MintMenu ebenfalls auf Gtk+ 3 portiert.
Die Entwickler arbeiten zudem an der nächsten Version der Desktop-Umgebung Cinnamon. Dort wird sich weiterhin im Hintergrund der Settings Daemon um das Power-Management, die X-Einstellungen, Eingabegeräte und ähnliche Dinge kümmern. Mit Cinnamon 3.4 nutzt der Settings Daemon jedoch mehrere Prozesse. Die für die einzelnen Aufgaben zuständigen Plug-ins laufen dann in separaten Prozessen. Damit sollen sich besonders viel Prozessorzeit verschlingende oder abgestürzte Plug-ins besser erkennen und isolieren lassen. Auch der Dateimanager Nemo soll mit zwei Prozessen arbeiten: Einer kümmert sich um die Desktopsymbole, während der andere die Dateimanagerfenster anzeigt.
Die Entwickler haben zudem in ihrem Blog-Post bestätigt, dass Mint 18.2 auf LightDM als Display-Manager wechselt. Damit muss gleichzeitig der Unity-Greeter gehen, den ein vom Linux-Mint-Team entwickelter Fork namens Slick-Greeter ersetzt. Er stellt den gleichen Anmeldebildschirm wie sein Vorgänger bereit, bietet aber mehrere Vorteile, u. a. kommt er mit hochauflösenden Monitoren (HiDPI) zurecht. (Tim Schürmann/hge)
Kernel 4.14 soll Langzeit-Support erhalten
In einem Beitrag auf Google Plus denkt Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman laut darüber nach, die Version 4.14 des Kernel wieder zwei Jahre lang mit Updates zu unterstützen.
Offensichtlich lief es mit der letzten Langzeitversion 4.9 nicht allzu schlecht, jedenfalls ist Entwickler Kroah-Hartman bereit, es noch einmal zu versuchen: Linux 4.14 soll der nächste Kernel sein, für den er Langzeit-Support verspricht. Mindestens zwei Jahre lang wird es dann Patches für diesen Kernel geben [12].
Insbesondere die Linux-Distributoren dürfte diese Nachricht interessieren, da sie von langlebigem Kernel-Support profitieren. So verwendet das frisch erschienene Debian 9 mit Kernel 4.9 den aktuellen LTS-Kernel. Im Vorfeld von dessen Entwicklung hatte Kroah-Hartman die Befürchtung geäußert, dass Entwickler unreife Features in den Kernel schieben, sobald sie vom Langzeit-Support hören [13]. Das war aber offenbar nicht der Fall, daher folgt nun ein weiterer LTS-Kernel-Versuch. (Kristian Kißling/hge)
Alte Skype-Versionen zurückgezogen
Microsoft hat im Juni angekündigt, dass Skype for Linux in den Versionen 4.3 und älter ab 1. Juli 2017 nicht mehr funktioniert. Wer Skype unter Linux weiterhin nutzen wolle, müsse die aktuelle Version des Programms herunterladen, heißt es auf der Skype-Webseite [14]. Damit seien dann kostenfreie Skype-to-Skype-Calls, Videoanrufe zu den Kontakten und freies Instant Messaging möglich.
Den Download des aktuellen Clients gibt es in Form von Debian- und RPM-Paketen. Microsoft nennt ein 64-Bit-Ubuntu 14.04 oder aktueller, Debian 8 oder aktueller, OpenSuse ab Version 13.3 oder Fedora ab Version 24 als Voraussetzung. (Ulrich Bantle/hge)
GnuPG-Projekt startet neue Spendenkampagne
Um die Weiterentwicklung der Verschlüsselungssoftware GnuPG sicherstellen zu können, starten die Entwickler eine neue Spendenaktion. GnuPG bildet den Unterbau vieler kryptografischer Programme, wie etwa Enigmail, und verschlüsselt so täglich zahlreiche E-Mails.
Derzeit arbeiten sechs Entwickler in Vollzeit an der beliebten Verschlüsselungssoftware. Um die Entwicklung dauerhaft fortführen zu können, benötigen die GnuPG-Entwickler 15?000 Euro pro Monat. Dieses Geld möchten sie mit einer neuen Spendenkampagne einsammeln.
Über die Spendenseite [15] kann man dem GnuPG-Team einen Einmalbetrag überweisen oder direkt einen Dauerauftrag erteilen. Zahlen lässt sich dabei via Kreditkarte, PayPal, Überweisung oder mit Bitcoins.
Die 15?000 Euro sind dabei nur das Mindestziel, als erweitertes Ziel haben die Entwickler 30?000 Euro angesetzt. Das Geld soll nicht nur in die Wartung von GnuPG fließen, auch die Dokumentation soll verbessert werden. Zudem sollen Entwickler unterstützt werden, die GnuPG in ihre Werkzeuge und Programme integrieren. Im Fokus stehen dabei die GPGTools [16], die unter anderem Aktivisten und Journalisten für eine abgesicherte Online-Kommunikation nutzen. Ausführlichere Informationen zur Spendenkampagne gibt es auf der Spendenseite; bei Redaktionsschluss standen die Zähler bei knapp 3?000 Euro monatlich und 24?000 Euro an Einmalspenden. (Tim Schürmann/hge)
Windows 10 S ohne Linux
Gerade feierte Windows die Verfügbarkeit von Linux-Distributionen im Windows-Store, da rudert das Unternehmen für Windows 10 S auch schon wieder zurück: Diese Version sei “optimiert für Sicherheit”, und Microsoft nimmt das zum Anlass, “unsichere” Windows-Store-Anwendungen zu sperren, darunter auch Linux-Distributionen.
Windows 10 S richte sich an “Lehrer und Grundschüler, Studierende ohne Technikkenntnisse, Content-Erzeuger, Künstler und so weiter”, erklärte der Microsoft-Projektmanager Rich Turner in einem Blog-Post [17], und laut der deutschsprachigen FAQ [18] ist Windows 10 S “von Studierenden, Schülern und Lehrkräften inspiriert und das beste Windows, das jemals für Bildungseinrichtungen entwickelt wurde” – mit eingebauten Bildungslücken, wie es scheint.
Windows 10 S sei auf Sicherheit optimiert, schreibt Turner und unterstütze daher nicht alle im Windows Store erhältlichen Anwendungen. Nur weil Apps im Windows-Store stecken, seien diese nicht automatisch sicher – und damit nicht automatisch geeignet, unter Windows 10 S zu laufen. Während Anwendungen, die zur Universal Windows Platform (UWP) gehören, in einer Sandbox laufen und nur begrenzten Zugriff auf Hardwareressourcen haben, gehöre Linux zu einer “exotischen Art von App-Paketen”, wie Turner es ausdrückt. Diese Exoten stammen zwar ebenfalls von Microsoft-Partnern und werden auch als UWP-Apps installiert, doch die Kommandozeile laufe mit den Rechten des lokalen Users und habe damit mehr Zugriffsrechte als eine “gewöhnliche” UWP-App, so seine Erklärung. Das betreffe aber auch die Windows-Kommandozeile, die PowerShell.
Auf die Frage eines Nutzers, ob denn wenigstens SSH (Secure Shell) unter Windows 10 S laufe, antwortet Turner ausweichend: Es gebe Putty und SSH-Client-Apps im Store, die vielleicht auch unter Windows 10 S laufen. Der Fragende solle ihn doch informieren, wenn er eine SSH-App findet, die unter Windows 10 S läuft. Das ist eine merkwürdige Antwort für einen Projektmanager.
Doch nicht nur Linux dürften Windows-10-S-User vermissen: Auf dem System läuft als Standardbrowser Microsoft Edge und als Standardsuche Bing. Laut deutscher FAQ lassen sich andere Browser und Suchmaschinen herunterladen, die im Windows Store verfügbar sind. Der Store akzeptiert allerdings nur solche Apps, die zum Browsen die HTML- und JavaScript-Engines der Windows-Plattform verwenden [19].
Auch externe Spiele-Plattformen wie Steam können ihre Software nicht unter Windows 10 S anbieten. Wer solche Programme vermisst, hat dann nur die Möglichkeit, gegen einen Aufpreis zu Windows 10 Pro zu wechseln. (Kristian Kißling/hge)
Mate-Entwickler liebäugeln mit Mir
Die aus Gnome 2 hervorgegangene Desktop-Umgebung Mate erfreut sich wachsender Beliebtheit. Den in naher Zukunft anstehenden Umstieg auf den X11-Nachfolger Wayland kann das kleine Team jedoch nicht stemmen. Einen Ausweg könnte das Mir-Projekt bieten.
Aktuelle Versionen von Mate [20] basieren auf Gtk+ 3 und nutzen im Hintergrund den Fenstermanager Marco, der wiederum von Metacity abgeleitet ist. Eben jener Fenstermanager setzt jedoch das alte X Window System voraus, das der Konkurrent Wayland in der nahen Zukunft ablösen soll.
Die nötigen Anpassungen an Wayland kann das kleine Mate-Team jedoch nicht leisten. Wie Mate-Entwickler Martin Wimpress in einem Google+-Post [21] berichtet, habe man mit den Entwicklern von Mir [22] Kontakt aufgenommen. Gemeinsam wollen die Entwickler die Frage klären, ob Mir als so genannter Wayland-Compositor taugt. Ihn umzuarbeiten, wäre zwar noch immer eine Menge Arbeit, die sei aber wesentlich geringer, als alles selbst neu zu programmieren. (Tim Schürmann/hge)
Linux-Trojaner befällt Raspberry Pi
Der Anitvirenspezialist Dr. Web berichtet von einem Linux.MulDrop.14 getauften Linux-Trojaner, der versucht, sich über den SSH-Zugang auf Raspberry Pis einzunisten [23]. Er kommt laut der Analyse von Dr. Web als Bash-Skript über offene SSH-Zugänge, bei denen das Standardpasswort nicht geändert wurde.
Gelingt dem Trojaner die Infektion, ändert er das Passwort und schließt einige Prozesse. Zudem durchsucht er das Netzwerk um festzustellen, ob weitere Raspberrys verfügbar sind. Anschließend, und das ist sein Ziel, versucht er Kryprowährung zu schürfen. Dr. Web nennt allerdings wenig Details. (Ulrich Bantle/hge)
Infos
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http://www.linux-magazin.de/NEWS/Debian-9-ersetzt-MySQL-und-IPtables
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https://fedoramagazine.org/full-mp3-support-coming-soon-to-fedora/
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http://www.audioblog.iis.fraunhofer.com/mp3-software-patents-licenses/
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https://plus.google.com/+gregkroahhartman/posts/DmKQJZMVTXG%20
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http://kroah.com/log/blog/2016/09/06/4-dot-9-equals-equals-next-lts-kernel/
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https://blogs.msdn.microsoft.com/commandline/2017/05/18/will-linux-distros-run-on-windows-10-s/
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https://support.microsoft.com/de-de/help/4020089/windows-10-s-faq
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https://msdn.microsoft.com/en-us/library/windows/apps/dn764944.aspx#pol_10_2







