Aus EasyLinux 07/2017

Nachrichten

MATE 1.18.0 veröffentlicht

Die Entwickler der Desktop-Umgebung MATE [1] haben eine neue Version freigegeben. Sie basiert erstmals komplett auf GTK+3. Des Weiteren dürfen sich Anwender über einige neue, wenn auch nur kleinere Funktionen freuen.

MATE verlangt ab sofort GTK+ in der Version 3.14 oder höher. Mit dem älteren GTK+2 lässt sich die Desktop-Umgebung nicht mehr übersetzen. Die Entwickler haben zudem die Bibliothek libinput integriert, die Mäuse und Touchpads anbindet. In diesem Zug gibt es separate Einstellungen für Links- und Rechtshänder sowie die (Zeiger-)Beschleunigung.

Die meisten Änderungen hat der Dateimanager Caja erfahren: Er sammelt jetzt mehrere anstehende Kopiervorgänge in einer Warteschlange. Das Kopieren von Dateien können Anwender zudem pausieren. Bevor Caja eine Datei in den Papierkorb schiebt, bittet es um eine Bestätigung für diesen Vorgang. Sofern die Maus spezielle Vor- und Zurück-Buttons besitzt, kann man mit ihnen zwischen den Verzeichnissen navigieren. Außerdem meldet Caja jetzt, wenn man ausgeworfene externe Datenträger sicher entfernen kann.

MATE 1.18 [2] verbessert die barrierefreie Benutzung – insbesondere für Menschen mit einer Sehschwäche. Bei aktivierter Bildschirmsperre erscheint das vom Anwender gewählte Hintergrundbild. Verbessert haben die Entwickler zudem das Panel und den Archivmanager Engrampa. Alle weiteren kleinen Änderungen listet die offizielle Ankündigung auf. (Tim Schürmann/hge)

[1] http://mate-desktop.org/

[2] http://mate-desktop.org/blog/2017-03-13-mate-1-18-released/

KDE-Groupware Kube 0.1.0

Die KDE-Entwickler haben eine erste Version ihres neuen E-Mail- und Groupware-Clients Kube [1] freigegeben. Als „Tech Preview“ gekennzeichnet, ist sie allerdings noch nicht für den Praxiseinsatz vorgesehen.

Die niedrige Versionsnummer 0.1.0 schlägt sich auch im Funktionsumfang nieder: Derzeit kann Kube 0.1.0 lediglich ein E-Mail-Postfach via IMAP anzapfen. Anwender können dann ihre E-Mails lesen, sie zwischen den Ordnern verschieben, Nachrichten löschen und neue schreiben. Das Lesen gelingt auch bei verschlüsselten Nachrichten.

GMail-Konten unterstützt Kube derzeit allerdings noch nicht vollständig. Des Weiteren fehlen noch viele Funktionen, die man von einem E-Mail-Client erwarten würde – die wollen die Entwickler als Nächstes nachrüsten. Anschließend steht die Implementierung eines Adressbuchs auf der Agenda. Ausführlichere Informationen zu Kube 0.1.0 liefert ein Blog-Beitrag [2]. (Tim Schürmann/hge)

[1] https://phabricator.kde.org/project/profile/43/

[2] https://cmollekopf.wordpress.com/2017/03/03/release-of-kube-0-1-0/

Neue Desktop-Umgebung UKUI

Die Entwickler des Ubuntu-Derivats Ubuntu Kylin [1] entwickeln eine neue eigene Desktop-Umgebung namens UKUI [2]. Sie basiert auf der Desktop-Umgebung Mate, orientiert sich in ihrem Design stark an Windows und soll zum Standard in Ubuntu Kylin 17.04 werden.

Ubuntu Kylin richtet sich primär an chinesische Nutzer. Mit der Entwicklung an UKUI begann das Kylin-Team bereits im Oktober. Nutzer von Ubuntu Kylin 16.04 und 16.10 können bereits eine Preview-Version ausprobieren. Nach derzeitigen Plänen soll die neue Desktop-Umgebung offenbar standardmäßig in Ubuntu Kylin 17.04 zum Einsatz kommen.

UKUI ist ein Fork des Mate-Desktops. Optisch wirkt die neue Desktop-Umgebung wie eine Mischung aus verschiedenen Windows-Versionen. Offiziell unterstützen die UKUI-Entwickler derzeit Ubuntu, Ubuntu Kylin und Debian.

Als Grund für die Entwicklung einer neuen Desktop-Umgebung geben die Entwickler an, dass die meisten Chinesen mit der Windows-Benutzeroberfläche vertrauter seien. Aufgrund der notwendigen (Code-)Änderungen an Mate sei zudem ein Fork notwendig gewesen [3]. UKUI lässt sich bei Bedarf parallel zu Mate installieren. Mittlerweile spricht die Desktop-Umgebung in der Version 2.0 neben Chinesisch auch Englisch.

Ausprobieren lässt sich UKUI derzeit über eine Installation aus einem Personal Package Archive (PPA) [4] oder mit der dafür bereitgestellten Ubuntu Kylin 16.04 UKUI Preview [5]. Letztgenannte stammt allerdings noch aus dem Oktober 2016 und spricht ausschließlich Chinesisch. (Tim Schürmann/hge)

[1] https://www.ubuntu.com/desktop/ubuntu-kylin

[2] http://www.ukui.org/

[3] https://bugs.launchpad.net/ubuntukylin/+bug/1663477

[4] https://launchpad.net/~ubuntukylin-members/+archive/ubuntu/ukui

[5] http://www.ubuntukylin.com/downloads/show.php?lang=en&id=122

OpenSuse Leap wird als Rolling-Release entwickelt

OpenSuse ändert den Entwicklungsprozess der Leap-Distribution. Es wird während der Entwicklung, beginnend mit OpenSuse Leap 42.3, keine Alpha- und Beta-Versionen mehr geben. Stattdessen findet die Entwicklung im „Rolling-Release“-Verfahren statt.

Anders als bei Tumbleweed wird aus OpenSuse Leap in der finalen Version aber keine Rolling Release. Bei der derzeit für Ende Juli geplanten Veröffentlichung von OpenSuse 42.3 wird der Rolling-Release-Prozess ab dem Goldmaster-Status gestoppt, und es gibt ein klassisches Update und ISO-Dateien. Release-Manager Ludwig Nussel beschreibt die anstehende Version 42.3 in der Ankündigung des neuen Entwicklungsprozesses als kleineres Update [1]. (Ulrich Bantle/hge)

[1] https://lists.opensuse.org/opensuse-factory/2017-03/msg00302.html

Davinci Resolve 12.5 als Linux-Version

Der Softwarehersteller Blackmagic Design hat seinen Videoeditor Davinci Resolve 12.5 [1] für Linux angekündigt. Red Hat und Centos sind offiziell als unterstützte Plattformen genannt.

Zur Wahl stehen die kostenfreie Version und die kostenpflichtige Ausgabe Davinci Resolve Studio. Kunden sollen mit dem Linux-Angebot kostengünstige Workstations für das Video-Editing und Farbkorrekturen zusammenstellen können. Unter Linux unterstütze Davinci Resolve bis zu zwei GPUs, die Studio-Edition für rund 1000 US-Dollar bis zu acht GPUs. Bislang gab es Davinci Resolve nur als speziellen Build für Linux – die nun veröffentlichte Linux-Ausgabe steht laut Ankündigung des Hersteller [2] den Versionen für macOS und Windows in nichts nach. Bestandskunden sollen ihre für die kostenpflichtige Variante nötigen Dongles für alle Plattformen nutzen können. (Ulrich Bantle/hge)

[1] https://www.blackmagicdesign.com/products/davinciresolve

[2] https://www.blackmagicdesign.com/media/release/20170302-03

Mozilla macht Pocket zum Open-Source-Projekt

Mozilla hat Read It Later, den Hersteller der Browser-Erweiterung Pocket [1], gekauft und will die Software als Open-Source-Projekt weiterführen. Pocket bietet die Möglichkeit, Webseiten oder Videos für späteres Offline-Lesen oder Anschauen zu markieren. Das ist unter anderem für Mobilgeräte interessant, da diese mitunter nur einen sehr langsamen Zugriff aufs Internet haben. Pocket eignet sich aber auch für geräteübergreifende Dokumentensammlungen, denn es synchronisiert die getroffenen Entscheidungen über verschiedene Geräte und Plattformen hinweg. Zugleich können die Nutzer von Pocket die Inhalte bewerten, wodurch ein Empfehlungssystem entsteht.

Mozilla hatte bereits seit einiger Zeit mit den Pocket-Entwicklern kooperiert, die Übernahme ist aus dieser Zusammenarbeit heraus entstanden [2]. Ursprünglich war Pocket ein Browser-Add-on für Mozilla, nach und nach mauserte sich das Projekt zu einem eigenen Unternehmen. Die Pocket-Macher geben an, mehr als zehn Millionen aktive Nutzer zu haben und in Hunderte Apps integriert zu sein. (Kristian Kißling/hge)

[1] https://getpocket.com/

[2] https://blog.mozilla.org/blog/2017/02/27/mozilla-acquires-pocket/

Neue Studie: Autorschaft im Kernel

Der Code-Autorschaft im Kernel widmet sich eine Studie, die kürzlich erschienen ist [1]. Sie betrachtet die Autorenentwicklung in einer historischen Perspektive und kommt zu verschiedenen Erkenntnissen. Die Studie wertet die Autorschaft für den Code des Betriebssystemkerns über einen längeren Zeitraum aus. Sie wurde zur 13. International Conference on Open Source Systems (OSS) eingereicht und akzeptiert und soll dort vorgestellt werden. Der untersuchte Zeitraum beginnt bei Linux-Kernel 2.6.12, der im Juni 2005 erschien, und endet bei Kernel 4.7 vom Juli 2016 – es geht also um elf Jahre.

Zu den Ergebnissen gehört unter anderem, dass überhaupt nur 26 Prozent der Kernel-Entwickler signifikante Beiträge zum Kernel liefern. Und während eine kleine Drei-Prozent-Gruppe von Topentwicklern für Hunderte von Dateien verantwortlich zeichnet, tragen die meisten Entwickler (75 Prozent) höchstens bis zu elf Dateien bei.

Wenig überraschend sitzt Linus Torvalds als „gutwilliger Diktator“ an der Spitze der Entwickler, hat aber in den untersuchten elf Jahren auch Verantwortung abgegeben. Der Anteil der von ihm als Autor unterzeichneten Dateien pro Release sank in diesem Zeitraum von 45 auf 10 Prozent. Auch interessant: Experten übernehmen im Kernel die Aufgaben und helfen auch weniger erfahrenen Entwicklern. Aber zwischen den Experten gibt es deutlich weniger Kooperationen.

Wer sich die komplette Studie anschauen möchte, findet sie auf Arxiv.org [1], eine Auswertung gibt es auf Medium.com [2]. (Kristian Kißling/hge)

[1] https://arxiv.org/abs/1703.02925

[2] https://medium.com/@aserg.ufmg/f4a0b286512e

Mageia bereitet Version 6 vor

Mageia Linux [1] und OpenMandriva [2] sind die beiden Nachfolger der Mandriva-Distribution, die Alt-Linuxern noch als Mandrake Linux bekannt ist. Beide Projekte hatten zuletzt im Dezember neue Versionen veröffentlicht (Mageia 5.1, OpenMandriva 3.01), und das Mageia-Team hat in seiner letzten vor Redaktionsschluss erreichbaren Wochenübersicht [3] Hoffnungen geweckt, dass in Kürze mit einem Release Candidate für Mageia 6 zu rechnen ist – dieser ist vielleicht bei Erscheinen dieser Ausgabe schon verfügbar.

Neu wird in der kommenden Mageia-Version der Einsatz des Paketverwalters DNF (Dandified Yum) [4] sein, der mit APT (Debian, Ubuntu etc.) und Zypper (OpenSuse) vergleichbar ist und schon in aktuellen Versionen der Linux-Distribution Fedora eingesetzt wird. Mageia hat hier bisher auf die (noch aus Mandrake-Linux-Zeiten stammende) Eigenentwicklung URPMI gesetzt.

Einen genauen Terminplan für die Veröffentlichung der finalen Version gibt es nicht; bis Mai sollten die Arbeiten aber abgeschlossen sein. (Hans-Georg Eßer/hge)

[1] http://www.mageia.org/de/

[2] https://www.openmandriva.org/

[3] http://blog.mageia.org/de/2017/03/25/woechentliche-zusammenfassung-2017-woche-12/

[4] http://dnf.baseurl.org/

EmmabuntüsDE 1.02 veröffentlicht

Das Emmabuntüs-Projekt hat die auf Debian basierende Variante ihrer Distribution aktualisiert. Sie nutzt jetzt unter anderem die Suchmaschine Lilo, unterstützt UEFI-Rechner, bringt ein Handbuch mit und basiert auf Debian 8.7.

Die Distribution Emmabuntüs [1] richtet sich vor allem – aber nicht nur – an Hilfsorganisationen, die mit der Distribution gebrauchte Rechner bestücken und unter anderem in Entwicklungsländern einsetzen sollen. Darüber hinaus soll die Distribution leistungsschwachen und alten Rechnern wieder neues Leben einhauchen und so den Müllberg verringern. Emmabuntüs gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, von denen die meisten auf Ubuntu bzw. Xubuntu aufsetzen.

Die Emmabuntüs Debian Edition, kurz EmmabuntüsDE oder EmmaDE, basiert hingegen auf Debian 8.7. Neu in EmmabuntüsDE 1.02 ist die bereits vorinstallierte Suchmaschine Lilo [2], die gemeinnützige Projekte wie Emmabuntüs finanziell unterstützt. Das Emmabuntüs-Projekt leitet dabei sämtliche Einnahmen an französische gemeinnützige Partner weiter.

Des weiteren unterstützt EmmabuntüsDE 1.02 den UEFI-Standard während der Installation. Vorinstalliert ist zudem das englische Handbuch „The Beginners Handbook“. Darüber hinaus kommt das System jetzt besser mit i586-Prozessoren (Nicht-PAE-Systemen) zurecht. Die Emmabuntüs-Tutorials liegen zudem in englischer Sprache vor. Als Desktop-Umgebung kommt Xfce zum Einsatz.

Auf der Webseite [1] sind ISO-Images für 32- und 64-Bit-Maschinen erhältlich. Alle weiteren Neuerungen listet die offizielle Ankündigung [3] auf. (Tim Schürmann/hge)

[1] http://emmabuntus.sourceforge.net/

[2] https://www.lilo.org/en/

[3] http://emmabuntus.sourceforge.net/mediawiki/index.php/March_20_2017_EmmaDE_with_Lilo_and_UEFI_included

Ubuntu 17.04 alias Zesty Zapus im April

Ubuntu hat die Desktop- und Server-Versionen von Ubuntu 17.04, Codename Zesty Zapus, in einer finalen Betaversion veröffentlicht. Damit landen auch die Betaversionen der offiziellen Geschmacksrichtungen Kubuntu, Lubuntu, Ubuntu Gnome, UbuntuKylin, Ubuntu MATE, Ubuntu Studio und Xubuntu auf den Download-Servern. Zudem begrüßt das Team Ubuntu Budgie in der Familie der Community-Ausgaben.

Als letzte geplante Betaversion für diese Ausgabe sollte Zesty Zapus frei von Showstoppern sein, zudem sind laut Projekt alle Features des kommenden Ubuntu an Bord. Wie immer gilt aber die Warnung, die Beta nicht produktiv einzusetzen.

Die Release Notes [1] nennen Details zu Ubuntu 17.04, das am 13. April erschienen sein soll. Dort sind auch die Downloads verlinkt. Für die aktuelle EasyLinux-Ausgabe lag der Termin einige Tage zu spät – wir werden die KDE-Version Kubuntu 17.04 mit der Heft-DVD der nächsten Ausgabe zur Verfügung stellen. (Tim Schürmann/hge)

[1] https://wiki.ubuntu.com/ZestyZapus/ReleaseNotes

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