Offene Bibel auf der OpenRheinRuhr

Offene Bibel auf der OpenRheinRuhr
15.10.2010 18:39

Die OpenRheinRuhr ist eine Messe mit Kongress rund um Freie Software und Netzpolitik. Sie findet am 13.+14.11.2010 im Rheinischen Industriemuseum in Oberhausen statt. Mit von der Partie sind unter anderem so interessante Projekte wie Skolelinux, Drupal, diverse Linuxdistributionen (Ubuntu, Fedora, OpenSuse, Debian,...) und die FreeSoftwareFoundation Europe.

Während dieser Veranstaltung werde ich einen halbstündigen Vortrag zur Offenen Bibel halten dürfen. Er findet am Samstag, den 13. November von 14:05 bis 14:35 Uhr an der "Speakers Corner" statt.

Wer also schon immer mal in die Welt der Offenen Bibel reinschnupper wollte, hat hier die Gelegenheit.

Der Eintritt zur OpenRheinRuhr kostet 5€, bis zum heute (15.10.10) gibt es allerdings hier kostenlos Tickets zum Runterladen und ausdrucken.

Alle weiteren Informationenn zur OpenRheinRuhr findet ihr auf openrheinruhr.de.


Kommentare
OpenBible 2.0 ?
Bartosz Makara, Freitag, 15. Oktober 2010 19:11:12
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Die Bibel ist doch offen, seit dem sie existiert – jedenfalls für die Monarchen, Pfaffen und die Reichen. Da durfte während der Entstehung und Verbreitung so ziemlich jeder seine Wurstfinger rein tun und nach belieben hinzufügen, verändern und hinein deuten, der entweder reich oder mächtig genug war und zudem noch lesen konnte. Nicht umsonst hießen damals alle Unterdrücker «Herrscher von Gottes Gnaden».

Heute ist das nicht viel anders. Da wird herum gedeutet – gerne auch um kritische Stellen herum gedeutet – und Widersprüchliches umschifft, dass sich die Balken biegen.

Offenbar versuchen einige selbsternannte Gutmenschen seit einiger Zeit auch die OpenSource-Welt zu unterwandern.

„Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land.“
— Desmond Mpilo Tutu


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Re: OpenBible 2.0 ?
Wolfgang Loest, Freitag, 15. Oktober 2010 20:08:25
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Hallo Herr Makara,

1. Mit meinem Blogeintrag möchte ich niemanden missionieren, enteignen, beleidigen oder gängeln, ich möchte hauptsächlich auf eine Veranstaltung im OpenSource-Bereich hinweisen, bei der ich zufällig einen Vortrag halten darf.
2. Die Offene Bibel ist ein OpenSource Übersetzungsprojekt, das weder konfessionell, noch sonst irgendwie gebunden ist und wissenschaftlich arbeitet. Das Projekt entstand aus dem Fakt, dass keine moderne Bibelübersetzung ein freies Lizenzmodell benutzt.
3. Dass die Bibel Widersprüchliches enthält ist offensichtlich, um das zumindest ich nicht herumreden muss, wozu auch? Bei einer so langen Entstehungsgeschichte unterschiedlichster Bücher von unterschiedlichen Autoren ist das wohl irgendwie logisch. Nicht jeder Christ ist ein Fundi, der unbedingt beweisen muss, dass alles wortwörtlich "stimmt".
4. Das (Bibel)Texte bis heute immer wieder neu ausgelegt werden ist etwas völlig normales. Man liest und versteht eben auch z.B. das Gilgameschepos heute nicht mehr ohne Kommentar, geschweige denn ohne eine Übersetzung.
5. Es ist ein trauriger Fakt, dass manche Menschen Macht missbrauchen. Dazu braucht man aber keine Religion, man denke nur an das areligiöse Regime der DDR. Das Regime war genauso wenig "kommunistisch" (im eigentlichen Sinne), wie einige Herrscher der Vergangenheit christlich waren.
6. Für die sehr diffuse Behauptung, jeder mit Geld oder Macht hätte in der Bibel herumändern können möchte ich nur auf Bücher wie Jesaja verweisen, die sich gegen Machenschaften von Reichen und Mächtigen auflehnt. Eine ganze Entstehungsgeschichte können Sie aber gerne woanders lesen. Ich gebe Ihnen gerne Literaturhinweise.

Ich hoffe, dass meine Antwort ein wenig mit Vorurteilen aufräumen konnte und nicht nur Trollfütterei war.


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Re: OpenBible 2.0 ?
Bartosz Makara, Montag, 25. Oktober 2010 21:28:39
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Eine Herumtrollerei ist dies von meiner Seite mit Sicherheit nicht.

Ob Sie jemanden missionieren möchten, mag ich hier nicht sagen, weil ich Sie nicht kenne. Fakt ist jedoch, dass sich die Kirche überall hinein drängt und krampfhaft alles versucht zu missionieren. Es gibt katholische und evangelische Krankenhäuser, Schulen, Internate und Kindergärten. Ja sogar christlichen Death Metal gibt es. Hier wird offensichtlich viel dafür getan, um besonders junge Menschen in Verbindung mit der Religion zu bringen. Alles nur Zufall?

Von der Taufe ganz abgesehen, die eine Freikarte für den Einstieg in die religiöse Welt ist, noch bevor man überhaupt ein Wort sprechen kann. Da wird keiner gefragt, es wird einfach über den Kopf hinweg entschieden. Austreten darf man dann allerdings erst mit 14 Jahren und darf dafür – je nach Bundesland – sogar etwas abdrücken. Der Vergleich ist sicherlich drastisch, aber ich finde dennoch nicht daneben: (National)Sozialistische Herrschaft funktioniert ähnlich. Hier wurde in der Vergangenheit auch von klein auf und möglichst in allen Bereichen das Gehirn gewaschen.

Sie mögen das vielleicht anders sehen, aber für mich persönlich ist dies eine Art der modernen Missionierung. Und das halte ich für wesentlich gefährlicher als Fundamentalismus, denn es ist die Art bei einem „hinten rum“ sich einzuschleichen. Fundamentalismus ist zumindest noch leicht zu durchschauen, denn wenn mir so ein Hirnamputierter mit der Tür ins Haus kommt, dann weiß ich wenigstens zweifelsfrei wen ich vor mir habe.

Und natürlich gibt und gab es Unterdrückung und Machtmissbrauch auch außerhalb von Religionen, das ist unbezweifelbar. Der gewaltige Unterschied ist nur der, das hier – zum Beispiel beim Christentum – in einem großen Stil versucht wird das eigene Handeln als das gute und richtige Handeln zu verkaufen. Der Staat, und somit auch der Steuerzahler, finanzieren das alles auch noch – unabhängig vom Glauben. Dabei wird leicht vergessen, dass diese „gute Religion“ schon einiges auf dem Kerbholz hat und einige Menschen das Leben kostete.

Sie persönlich denken vielleicht anders und mögen Vieles sicherlich nur gut meinen – und einige Ihrer Kollegen mit Sicherheit auch, kein Zweifel – aber sie alle sind Vertreter einer großen Weltreligion, mit einer dunklen Vergangenheit, die so flexibel und unbestimmt wie nur möglich zu bleiben versucht, um ja nicht eines Tages sich und vor allen anderen eingestehen zu müssen, dass man im Grunde nie etwas wirklich wusste. Die Kirche, ihre Vertreter und ihre Anhänger sind nämlich kein Bisschen besser oder schlechter als jedes andere Lebewesen auf diesem Planeten – ganz unabhängig davon an was es glaubt oder ob es überhaupt glaubt. Es wird ihnen nur durch Vielerlei vorgegaukelt dies sei so. Schlimm sind nur all die, die ernsthaft meinen, dass gute Taten nur durch ihren Glauben möglich werden. Wer zum Beispiel meint (in der Kirche) für Opfer welcher Art auch immer beten zu müssen, ist in meinen Augen ein Heuchler, der nur sein eigenes Gewissen durch Zeitvertreib zu waschen versucht, denn davon wird auch niemand satt oder gesund.

Und kommen Sie mir bitte nicht mit Jesaja. Wenn ich die Missbrauchsfälle in den katholischen Internaten aufklären möchte, dann wende ich mich damit doch auch nicht an Juristen, die der Kirche nahe stehen.


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