Klappe, die zweite! Flyer mit Scribus und GIMP druckereigerecht erstellen
Nach dem ersten gut zur Druckerei hin- und gut aus der Druckerei zurückgekommenen Flyer stand vor einer Woche der nächste auf dem Plan. Diesmal gab es Hintergrund-Polygone und – oh graus – transparente Hintergründe von Piktogrammen.
Als ich anfing, lief alles wie immer, Hintergründe positioniert, Bilder in CMYK umgewandelt, eingefügt und alles lief gut, bis zu dem ersten Piktogramm (ein Logo), das sich eben nur in schwarz vom orangen Hintergrund abheben sollte – ohne weißen Hintergrund. Mein erster Gedanke war: Kein Problem, da wandelst du einfach das PNG in CMYK um und fügst es wie alle anderen Bilder ein. Weit gefehlt, da PNGs mit indizierten Farben arbeiten unterstützen sie von Haus aus kein CMYK. Egal, dann eben in TIFF umwandeln... schade nur, dass TIFF keine Transparenz kennt. Was nun, was tun?
Den Hintergrund einfach in der Farbe des Flyerhintergrunds anzulegen, kam leider nicht in Frage. (Ok, wenn ich einen PC mit Windows, teuren Grafikprogrammen und den passenden Farbprofilen gehabt hätte, vielleicht – aber auch nur vielleicht.) Da GIMP von Haus aus kein CMYK versteht, hätte ich die Farbe schätzen müssen, oder wenigstens mit dem passenden Monitor-Farbprofil und meinen Augen abgleichen müssen. Da das mit Sicherheit keine zufrieden stellende Lösung gebracht hätte blieb mir nur der Umweg über ein weiteres Format: SVG.
Mit SVG kann Scribus so vorzüglich umgehen, dass man sogar nachträglich die Farben der Vektorgrafik ändern kann. Naaa? Eine Idee, wozu das gut sein könnte?
Der Weg ist nun
Folgender: Das Piktogramm wird in Inkscape (natürlich, es geht hier um freie Sofware!) importiert. Hier wird es dann über den Dialog Pfad → Bitmap vektorisieren in eine Vektorgrafik umgewandelt. Mit den Einstellungen kann man ein wenig experimentieren, meist empfiehlt es sich entweder „Graustufen“ oder „Farben“ auszuwählen. Bei vielen Farben in der Quelldatei wir die Farbveränderung später in Scribus allerdings zu einer Sisyphusarbeit. Mit weißem Hintergrund wird nun das Bild als normales SVG gespeichert und in Scribus importiert(!).
Nun gilt es unter Bearbeiten → Farben die SVG-Farben (die in der Regel als RGB angelegt sind) durch CMYK-Farben zu ersetzen. Hierzu entfernt man am besten erst einmal alle unbenutzten Farben. Nun „bearbeitet“ man entweder die RGB-Farben und macht aus ihnen CMYK-Farben, die ähnlich aussehen, oder man löscht sie (wie beispielsweise unseren weißen Hintergund) und gibt als Ersatzfarbe unsere vorher festgelegte Hintergrundfarbe an. Nun hat das Piktogramm exakt die Hintergrundfarbe wie unser Flyer, ohne dass wir mit den von Druckereien so unbeliebten Transparenzen arbeiten müssen.
Es kann hin und wieder vorkommen, dass durch Unachtsamkeit ein SVG mit transparentem Hintergrund importiert wird. Bei der Druckvorstufenprüfung fällt das dann spätestens auf. Die Transparenz kann man direkt in Scribus eliminieren, in dem man in den Eigenschaften des SVG unter Farben den Deckkraftwert auf 100% hochregelt. Nun wird ein (meist weißer) Hintergrund sichtbar, den man nun auf die oben beschriebene Art in die gewünschte Farbe ändert.
Gutes Gelingen!
PS: Wie in jedem Post möchte ich auch hier auf die OpenSource-Bibelübersetzung Offene Bibel hinweisen.
PPS: Anregungen, Berichtigungen und Kommentare sind hoch willkommen!
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