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Anwenderorientiertes Ubuntu-Derivat Linux Lite 3.0

Intuitiv

Viele schlanke Distributionen buhlen auf älterer Hardware um die Gunst des Anwenders. Mit einem hohen Bedienkomfort ermöglicht Linux Lite speziell Umsteigern, ohne funktionelle Abstriche sofort loszulegen.

Viele Distributionen wenden sich in erster Linie an die Nutzer älterer Computer, auf denen Desktop-Boliden wie KDE oder Gnome nicht mehr flüssig arbeiten. Häufig kommt dann ein entsprechend einfacher Desktop zum Einsatz, der funktionell nicht mit den großen Arbeitsumgebungen mithalten kann.

Das aus Neuseeland stammende Linux Lite dagegen beschreitet einen anderen Weg: Als abgespeckter Ubuntu-Abkömmling richtet es sich vor allem an Linux-Einsteiger und bringt dabei einige Innovationen mit. Da Linux Lite 3.0 auf der aktuellen Ubuntu-Variante 16.04 mit LTS-Support basiert, gibt es Sicherheitsaktualisierungen noch über mehrere Jahre.

Die Hardware-Anforderungen fallen sehr moderat aus: Linux Lite begnügt sich bereits mit einer 700-MHz-CPU und 512 MByte Arbeitsspeicher, der Monitor sollte mindestens 1024 x 768 Bildpunkten darstellen können. Auch ältere Computer mit 4:3-Displays, etwa betagte Notebooks, kommen also problemlos mit Linux Lite zurecht.

Die jeweils rund 950 MByte großen 32- und 64-Bit-Images von Linux Lite erhalten Sie unter https://www.linuxliteos.com. Als Hybrid-Abbilder lassen sich die ISOs ebenso zum Anlegen einer startfähigen DVD nutzen wie zum Installieren des Systems auf einem USB-Stick.

Einstieg

Nach dem Booten testen Sie Linux Lite wahlweise im Live-Betrieb oder starten aus dem Grub-Menü ein bereits auf der lokalen Festplatte installiertes Betriebssystem. Im Live-Einsatz startet das Ubuntu-Derivat erstaunlich schnell in einen vollwertigen XFCE-Desktop. Man muss schon genauer hinsehen, um zu erkennen, dass es sich bei der optisch ansprechend gestalteten Arbeitsoberfläche tatsächlich um den früher recht einfach aufgebauten XFCE-Desktop handelt: Auf den ersten Blick besteht aufgrund der ähnlichen Optik sogar Verwechslungsgefahr mit der klassischen KDE-Oberfläche.

Linux Lite begrüßt Sie gleich nach dem Start mit einem Willkommensbildschirm, der das System vorstellt (Abbildung 1). Sie rufen durch einen Klick auf eine der Schaltflächen Informationen zur Funktionsweise des Betriebssystems und zu dessen Möglichkeiten ab. Ein Internet-Zugang ist dafür nicht unbedingt nötig, da Linux Lite die angebotenen Inhalte teils lokal speichert.

Abbildung 1: Der Willkommensbildschirm führt in das System ein.

Insbesondere das Help Manual gestalteten die Entwickler sehr praxisnah: Nach einem Klick auf diesen Button startet der Webbrowser Firefox und öffnet das bereits lokal abgelegte Handbuch, das Hinweise und Hilfestellungen zu vielen Konfigurationsoptionen bietet. Dabei rufen Sie die einzelnen Hilfeseiten über eine kachelähnliche Oberfläche ab. Die Anleitungen enthalten auch Abbildungen der aktuellen Menüs, sodass Sie sich schnell zurechtfinden (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Anwenderhandbuch macht mit dem System vertraut.

Auf die Platte

Den Desktop von Linux Lite zieren im Live-Betrieb lediglich drei Icons: Neben einem Symbol für den eingebauten Massenspeicher gibt es einen Starter zum Aufruf des Handbuchs sowie das Icon Install Linux Lite, über das Sie den von Ubuntu her bekannten Installer Ubiquity aufrufen. Er richtet die Distribution in wenigen Schritten auf der Platte ein, wobei Sie ein dort bereits vorhandenes System auf Wunsch weiter nutzen können.

Im ersten Schritt nach der Installation steht die deutsche Sprachanpassung über das Menü Settings | Language Support an, für die Sie einen funktionierenden Internet-Zugang benötigen. Die Lokalisierung dauert etwas, da das System neben den Sprachdateien für XFCE auch jene für Applikationen wie Gimp oder LibreOffice herunterlädt, die sehr umfangreich ausfallen.

Nach Abschluss der Lokalisierung starten Sie den Rechner neu. Die Anpassungsroutine fragt dabei nach, ob sie auch die Bezeichnungen der persönlichen Ordner in die deutsche Sprache umsetzen soll. Unabhängig davon sind bereits alle Menübezeichnungen und Anwendungen des Systems wunschgemäß modifiziert. Lediglich einige Erläuterungstexte in den XFCE-Menüs bleiben auch nach der Lokalisierung englischsprachig. Die entsprechenden Starter erschließen sich jedoch durch aussagekräftige Symbole und Bezeichnungen von selbst.

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