AA-123RF-28835418-damedeeso-123RF.jpg

© damedeeso, 123RF

System sichern und wiederherstellen mit Systemback

Schnappschuss

Systemback sichert oder klont auf Knopfdruck das komplette laufende System und stellt es bei Bedarf wieder her.

Windows bietet die äußerst nützlichen Wiederherstellungspunkte. Dabei sichert das Betriebssystem auf Knopfdruck den aktuellen Zustand des kompletten Systems. Später kann man diese Sicherung wiederherstellen und somit zum alten Zustand zurückkehren. Das kommt besonders dann gelegen, wenn eine neu installierte Software Amok läuft oder man versehentlich die Konfiguration auf den Kopf gestellt hat. Unter Linux fehlte eine entsprechende Funktion bislang. Um das System zu sichern, musste man entweder ein Backup-Programm bemühen oder aber umständlich aus einem Live-System wie Clonezilla [1] die komplette Partition sichern.

Genau das ändert das noch recht junge Werkzeug Systemback: Es sichert auf Knopfdruck das laufende System und stellt es bei Bedarf wieder her. Zusätzlich bietet Systemback die Möglichkeit, das aktuelle System oder eine der Sicherungen auf einen anderen Datenträger zu kopieren – besonders nützlich, wenn Sie mit dem System auf einen neuen Computer wechseln möchten.

Als Bonus erstellt Systemback auf dem Rechner ein Live-System, das sich auf einen USB-Stick oder eine DVD schreiben lässt. Abschließend übernimmt das Tool auch noch die Aktualisierung und versucht ein defektes System zu reparieren. Es gibt allerdings einen kleinen Wermutstropfen: Systemback läuft derzeit ausschließlich unter Debian "Jessie" sowie auf Ubuntu und dessen Derivaten, wie etwa Linux Mint 17.

WARNUNG

Probieren Sie das Sichern und Wiederherstellen mit Systemback zunächst auf einem Testsystem aus. Im Fall der Fälle wissen Sie dann, welche Schritte Sie vornehmen müssen. Verlag und Autor übernehmen keine Haftung für eine Fehlbedienung oder Softwarefehler.

Startrampe

Wie Sie Systemback installieren, hängt von der verwendeten Distribution ab. Läuft auf Ihrem Rechner Ubuntu oder eine darauf basierende Distribution, binden Sie lediglich ein PPA ein und spielen daraus dann das Paket systemback ein (Listing 1).

Listing 1

$ sudo add-apt-repository ppa:nemh/systemback
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install systemback

Unter Debian "Jessie" laden Sie von Sourceforge [2] die aktuelle Version von Systemback herunter. Achten Sie dabei darauf, das Systemback Install Pack zu erwischen, das Sourceforge standardmäßig zum Herunterladen anbieten sollte. Entpacken Sie das erhaltene Archiv auf die Festplatte und starten Sie dann als Benutzer root das Skript install.sh, das durch die Installation der Software führt.

Systemback starten Sie entweder über das Dash beziehungsweise Startmenü oder indem Sie im Terminal den Bandwurmbefehl aus Listing 2 aufrufen. Um seine Arbeit erledigen zu können, fordert Systemback beim Start Systemverwalter- beziehungsweise Root-Rechte an. Danach erscheint das Hauptfenster aus Abbildung 1.

Listing 2

$ /usr/lib/systemback/sbsustart systemback
Abbildung 1: Die Benutzeroberfläche von Systemback spricht derzeit ausschließlich Englisch.

Lagerhaus

Standardmäßig speichert Systemback alle Sicherungen im Verzeichnis /home. Um das zu ändern, klicken Sie rechts oben im Eingabefeld Storage Directory auf die drei Punkte rechts neben /home. Die mit einem roten X markierten Verzeichnisse kann Systemback nicht nutzen.

Im ausgewählten Verzeichnis erstellt Systemback später das Verzeichnis Systemback, in dem dann wiederum die einzelnen Sicherungen landen. Aus diesem Grund muss dieses Verzeichnis mindestens doppelt so viel Speicherplatz bereitstellen wie das System derzeit belegt. Den entsprechenden Wert verrät beispielsweise das Kommandozeilentool df -h in der Spalte Benutzt.

Systemback sichert lediglich das System sowie die Konfigurationsdateien aus den Benutzerverzeichnissen. Um Daten und Dokumente müssen Sie sich folglich selbst kümmern. Unter Konfigurationsdateien versteht Systemback alle Dateien und Unterverzeichnisse, die mit einem Punkt beginnen, wie etwa .config.

Sie können gezielt eine oder alle Konfigurationsdateien von der Sicherung ausschließen, indem Sie im Hauptfenster auf Exclude klicken. Im neuen Fenster wählen Sie jetzt in der Liste auf der linken Seite die Datei beziehungsweise das Verzeichnis an, das nicht in den Sicherungen landen soll. Klicken Sie dann auf den nach rechts gerichteten Pfeil (Abbildung 2). Versehentlich ausgeschlossene Einträge entfernen Sie über den Pfeil nach links wieder aus der Auswahl. Mit Back kehren Sie zum Hauptfenster zurück.

Abbildung 2: Hier würde Systemback das Verzeichnis .cache von der Sicherung ausschließen.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 7 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • CAINE 6.0 veröffentlicht
    Die italientische Distribution CAINE basiert auf Ubuntu und bringt zahlreiche Werkzeuge für forensische Analysen und das Penetration Testing mit. Die Version 6.0 aktualisiert hauptsächlich die enthaltenen Anwendungen, bietet aber auch ein paar kleinere Neuerungen.
  • Intuitiv
    Viele schlanke Distributionen buhlen auf älterer Hardware um die Gunst des Anwenders. Mit einem hohen Bedienkomfort ermöglicht Linux Lite speziell Umsteigern, ohne funktionelle Abstriche sofort loszulegen.
  • Erste Hilfe für Festplatten
    Die Live-Distribution Parted Magic enthält eine ganze Sammlung von Werkzeugen, um Festplatten einzurichten und verloren gegangene Daten wiederherzustellen.
  • Kopie auf die Schnelle
    Mit Qt4-Fsarchiver sichern Sie per Mausklick Dateien, ganze Partitionen und komplette Festplatten-Images.
  • Einfach gestrickt
    Qt4-Fsarchiver sichert nicht nur auf unkomplizierte Weise Dateien und ganze Partitionen, sondern kann auch komplette Festplatten-Images schreiben und wiederherstellen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...