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© PCLinuxOS

PCLinuxOS für Ein- und Umsteiger

Aus der Ecke

PCLinuxOS gehörte lange zu den Geheimtipps. Inzwischen spricht das System durchgehend Deutsch und öffnet sich so einer neuen Zielgruppe.

Das als reine Community-Distribution seit zehn Jahren in den Vereinigten Staaten entwickelte PCLinuxOS [1] hat sich jenseits des Atlantiks als feste Größe etabliert und gehört in den USA und Kanada zu den beliebtesten Linux-Varianten. Dabei wollten die Entwickler von Anfang an einen leicht zu bedienenden Desktop schaffen, der es sowohl Ein- als auch Umsteigern einfach macht.

Das Betriebssystem stammte ursprünglich vom französischen Mandrake Linux ab und bringt daher noch heute einige Elemente des Vorgängers in nahezu unveränderter Form mit, wie etwa das Kontrollzentrum zum Verwalten des Systems (Abbildung 1). Andere Komponenten des Originals tauschten die Entwickler dagegen aus: So setzt PCLinuxOS zum Verwalten der Pakete nicht auf Urpmi, sondern nutzt Apt-RPM mit Synaptic als grafisches Frontend. Bereits seit 2007 hält das System per Rolling Release den Software-Bestand stets aktuell.

Abbildung 1: Oldie but Goldie: Das immer noch zeitgemäße Kontrollzentrum von PCLinuxOS stammt vom Vorläufer Mandrake Linux.

Neben der fehlenden Unterstützung für andere Sprachen als Englisch verhinderte in den letzten Jahren vor allem die Tatsache, dass PCLinuxOS nicht in einer Variante für 64-Bit-Hardware bereitstand, eine breitere Akzeptanz.

Version 2014.08

Mit der im August freigegebenen Version 2014.08 gibt es PCLinuxOS mit den Desktops KDE, LXDE und Mate, wobei der KDE-Desktop gleich in drei Varianten bereitsteht: Während das "FullMonty"-Derivat [2] viele zusätzliche Programme und Codecs enthält und als ISO-Image rund 4 GByte umfasst, fällt die herkömmliche KDE-Version mit knapp 1,7 GByte deutlich kleiner aus.

Das "FullMonty"-System verfolgt dabei ein neues Konzept: Es bietet sechs vorkonfigurierte virtuelle Arbeitsoberflächen, die jeweils Software für eine spezifische Aufgabe bereithalten. So wechseln Sie per Mausklick zwischen einer Auswahl von Büroprogrammen und einem Desktop, der für Aufgaben im Netz optimiert ist.

Die Variante "MiniMe" bietet in Kombination mit dem Tool Mylivecd außerdem die Möglichkeit, ein individuelles Linux-System zusammenzustellen. Hier haben die Entwickler den KDE-Desktop rigoros entschlackt, sodass das komplette ISO-Image mit weniger als 700 MByte problemlos auf eine CD passt [3]. Alle Spielarten von PCLinuxOS stehen sowohl in 32- als auch in 64-Bit-Ausgaben bereit.

Installation

Im Test sollte ein eigenes System ohne unnötigen Ballast entstehen. Daher kam zur Installation die "MiniMe"-Version für 64-Bit-Architekturen zum Einsatz, die von einer CD direkt auf dem internen Massenspeicher landete. PCLinuxOS gestattet auch einen Live-Betrieb, der allerdings in dieser Variante aufgrund weniger Applikationen kaum sinnvoll erscheint.

Das Setup basiert auf dem Mandriva-Installer, der trotz fortgeschrittenem Alters nach wie vor einen einfachen Weg eröffnet, um das System einzurichten. Nach dem Einrichten der Massenspeicher, dem Anlegen eines Benutzers samt Passwort sowie der Konfiguration des Bootmanagers packt die Routine die Software in wenigen Minuten auf die Festplatte.

PCLinuxOS nutzt voreingestellt Grub als Bootmanager; es besteht jedoch die Möglichkeit, Grub2 oder Lilo zu installieren. Falls Sie ein Betriebssystem oder Linux-Derivat auf der Festplatte einsetzen, das mit dem Dateisystem ZFS arbeitet, sollten Sie unbedingt Grub2 zum Starten auswählen, da Legacy Grub mit diesem nicht harmoniert.

Nach einem anschließenden Neustart begrüßt PCLinuxOS Sie mit einem optisch recht konservativ gehaltenen KDE-Desktop in Blautönen. In den Menüs findet sich kaum Software, weshalb KDE sehr schnell startet.

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