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© Medialinx AG

Schnelle Allround-Distribution mit aufgerüstetem Maté-Desktop

Gereifte Struktur

Die klare Struktur von Gnome 2 hat vielen Anwendern gefallen. Mit DMDc lebt sie in einem zeitgemäßen System als Maté-Desktop weiter.

Viele Freunde des inzwischen nicht mehr weiterentwickelten Desktops Gnome 2 sind inzwischen zu dessen Nachfolgeprojekt Maté gewechselt. Bislang bleibt die Zahl der Distributionen, die den Gnome-2-Fork als Oberfläche einsetzen, noch überschaubar. Mit DMDc (Debian Maté Desktop Cosillas) mischt nun ein sehr interessanter Allrounder in diesem Umfeld mit [1].

Das je nach Hardware-Architektur rund 1,9 GByte große ISO-Image der neuen Version 3.0 erhalten Sie entweder online oder über den beiliegenden Datenträger, falls Sie die DVD-Edition dieser Ausgabe erworben haben. Nach dem Erstellen eines Bootmediums und Auswahl der passenden Sprache im Grub-Menü startet das Live-System in den grafischen Desktop. In den Tests geschah dies auch auf leistungsschwächeren Intel-Grafikkarten ohne Probleme.

Der Desktop kommt alles andere als spartanisch daher: Auf der rechten Seite finden Sie vertikal den digitalen Kalender Rainlendar [2], während die Entwickler links vertikal ergänzend zum horizontalen Panel am oberen Bildschirmrand Adeskbar [3] integrierten. Dieses Anwendungspanel bringt deutlich kleinere Icons mit als seine Pendants aus Unity und Gnome 3. Dadurch wirkt es nicht nur optisch weniger aufdringlich, sondern bringt deutlich mehr Starter unter.

Auf dem Desktop selbst finden Sie neben den altbekannten Symbolen Rechner, Persönlicher Ordner und Mülleimer ein weiteres Icon zum Installieren des Systems. Dahinter verbirgt sich eine Routine, mit der Sie in wenigen Schritten unter Zuhilfenahme von Gparted die Massenspeicher aufteilen, Benutzerkonten anlegen und die Lokalisierung vornehmen. Dann packt die Routine etwa 4,4 GByte in rund 1800 Paketen auf die Platte.

Flottes Arbeiten

Nach einem zügigen Neustart selbst auf nicht mehr ganz taufrischen Rechnern mit Doppelkernprozessoren bot das ausschließlich als 64-Bit-Variante angebotene System im Test eine enorme Software-Vielfalt.

Der Maté-Desktop lässt sich exakt so bedienen wie das altgewohnte Gnome 2, wobei die Entwickler jedoch einige aus dem Gnome-Fundus stammenden Anwendungen bei DMDc durch teils völlig unbekannte Programme ersetzt haben. In der Adeskbar-Leiste finden sich im oberen Bereich bereits mehrere Applikationen angedockt, während am unteren Rand einige Icons zum Starten von Dateimanager und Terminal residieren, so auch eine Schaltfläche zum Herunterfahren oder Neustarten des Systems.

Im horizontalen Panel am oberen Bildschirmrand finden sich rechts der Systemtray und links die drei Menüs Anwendungen, Orte und System. Außerdem gibt es mehrere Container mit Icons, die das Einbinden und Aushängen von Partitionen und Laufwerken erlauben. Daneben erlaubt ein Umschalter den Wechsel zwischen den Arbeitsflächen, eine kleine Anzeige gibt Auskunft über die Systemlast.

Grundsolide

Trotz des optisch konventionell wirkenden Desktops fasst DMDc unter der Haube größtenteils topaktuelle Software zusammen: Neben dem Kernel 3.11-2, Maté 1.6 und dem MDM-Displaymanager in Version 1.2.5 bietet das System volle Unterstützung für Compiz und Emerald.

Neben altbekannten Software-Boliden bringt DMDc auch eine ganze Reihe nahezu unbekannter Applikationen mit, die teilweise stark auf Social Networks und Online-Dienste fokussieren. Hier fehlt allerdings teilweise die deutsche Lokalisierung. Das eher unbekannte Jitsi [4] beispielsweise ermöglicht die Videokommunikation mithilfe verschiedenster standardisierter Protokolle und Dienste unter einer einheitlichen Oberfläche (Abbildung 1).

Abbildung 1: Jitsi ermöglicht Videokonferenzen über unterschiedliche Kanäle.

Einen Client für den Cloud-Dienst Dropbox starten Sie wie Jitsi per Mausklick aus der Adeskbar am linken Bildschirmrand. Mit Tixati [5] findet sich in diesem Panel außerdem eine Bittorrent-Software, die bei einem ähnlichen Funktionsumfang wie die herkömmlichen Torrent-Clients ein hübsch aufgepepptes Interface bietet.

In den Untermenüs stecken weitere exotische Schmankerl: Insbesondere unter Internet und Multimedia pflegten die Entwickler eine ganze Reihe interessanter Anwendungen ein. Dazu zählen mit GrooveOff [6] und gSharkDown [7] zwei Audioplayer, die frei erhältliche Musik auf den Seiten des Grooveshark-Dienstes [8] suchen, diese bei Bedarf auf die Festplatte kopieren und die Dateien offline abspielen.

Im Menü Internet gibt es neben zahlreichen Applikationen zur Nutzung diverser Online-Dienste das kleine Programm Wifi Guard [9]. Letzteres ermöglicht, Eindringlinge im heimischen WLAN über regelmäßige, automatisierte Scans automatisch zu lokalisieren (Abbildung 2).

Abbildung 2: Dank Wifi Guard schleust sich künftig kein Unbefugter mehr unbemerkt ins WLAN ein.

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