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Mit Just Browsing spurlos im Internet surfen

Rückstandsfrei

Mit Just Browsing hinterlassen Sie beim Surfen im Internet auf dem System keine Spuren.

Nicht erst seit der NSA-Abhöraffäre sind Sicherheit und Anonymität beim Surfen im Internet in aller Munde. Um hohen Ansprüchen an den Datenschutz zu genügen, bedarf es bei Firefox und Co. allerdings erheblicher Nacharbeit. Zudem erfordert das Härten des Systems gegen unerwünschtes Mitlesen insbesondere der Werbeindustrie umfassende Kenntnisse.

Beim auf Arch Linux basierenden Just Browsing sparen Sie sich diese Arbeiten, denn es bringt bereits entsprechend vorkonfigurierte Webbrowser mit. Als reine Live-Distribution unterbindet es zudem jeden Kontakt von außen mit der Festplatte des Rechners, sodass eine Surf-Session keine dauerhaften Spuren hinterlässt.

Dabei beinhaltet Just Browsing von Haus aus proprietäre Firmware-Dateien zum Betrieb von WLAN-Komponenten. Diese müssen Sie bei manchen anderen Distributionen erst aus dem Internet beziehen und von Hand ins System integrieren.

Auf geht's

Auf der Webseite des Projekts steht nicht nur das ISO-Image der Distribution [1] zum Download bereit: Sie finden dort auch eine Anleitung, um das Image auf unterschiedlichsten Boot-Medien zu nutzen [2].

Nach dem Hochfahren erscheint zunächst ein Grub-Bildschirm mit einer stattlichen Zahl von Boot-Optionen. Unter anderem wählen Sie hier aus, welchen Browser das System nach dem Booten startet. Für schwachbrüstige Hardware empfiehlt sich Chromium, der erheblich flinker an die Arbeit geht als Firefox. Außerdem stellen Sie hier gleich die passende Sprache ein, sodass Menüs und Tastatur wie erwartet funktionieren.

Anschließend bootet das System in den bislang selten anzutreffenden, aber pfeilschnellen Fenstermanager i3, dem am unteren Bildschirmrand ein Panel zur Seite steht (Abbildung 1).

Abbildung 1: Just Browsing startet sofort automatisch den Browser.

Firefox

Nun öffnet sich ohne weiteres Zutun der vorab ausgewählte Browser. Firefox fällt dabei durch eine ganze Reihe vorkonfigurierter Anpassungen auf. Neben einer zusätzlichen Lesezeichenleiste, die zu stark frequentierten Diensten verlinkt, finden Sie in der Menüleiste am oberen Fensterrand zwei neue Schaltflächen: Der mit Hide My Ass! beschriftete Knopf ermöglicht den Aufruf einer Seite über einen Proxy-Server, während Turn Off the Lights das Fenster des Browsers abdunkelt und so das Betrachten von Videos wie im Kino ermöglicht.

Auch die Leiste mit den Elementen für die Navigation enthält zusätzliche Elemente: Hier schalten Sie durch einen Klick auf die Schaltfläche mit dem kursiven F das Laden von Flash-Filmen ein oder aus. Besonders Seiten, die sehr viele Animationen enthalten, laden nach dem Abschalten oft deutlich schneller. Ein weiterer Button direkt daneben ermöglicht es, einen Screenshot anzufertigen.

Die sorgfältige Vorkonfiguration des Browsers zeigt sich, wenn Sie über das Menü Extras | Add-ons | Erweiterungen die in Firefox bereits integrierten Zusatz-Apps aufrufen. Hier finden Sie neben dem Werbeblocker Adblock Plus und dessen Erweiterungen zusätzlich Anti-Tracking-Tools sowie kleine Addons, die unter anderem Downloads erleichtern. Aus unbekanntem Grund haben die Entwickler allerdings das Addon Ghostery – es blockt Tracking-Pixel – nicht vorinstalliert. Ebenso fehlt die Extension BetterPrivacy, die lästigere Flash-Cookies aus dem System entfernt.

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