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© Natalia Klenova, 123RF

Die richtigen Zutaten

Bash-Skripte leserlich programmieren

20.02.2014
Das geniale Skript aus dem letzten Monat enthält nur konfusen Spaghetti-Code, der nicht mehr verrät, was er tut? Mit unseren Tipps aus erprobten Styleguides sorgen Sie für Ordnung und Lesbarkeit.

Bash-Skripte helfen dabei, Dateien umzubenennen, eine große Adressliste zu sortieren oder ähnliche lästige Aufgaben zu erledigen. Die dabei meist unter hohem Zeitdruck geschriebenen Skripte sehen häufig abenteuerlich aus (Listing 1). Schnelle Hacks erfüllen zwar ihren Zweck, sind aber oft unübersichtlich, und die Funktionsweise ist meist eine Woche später komplett unklar. Aus diesem Grund geben viele Anwender die berühmten Einzeiler nicht weiter: Die Empfänger müssten sich erst langwierig einlesen. Schlussendlich ist ein solches kryptisches Skript nur schwer zu erweitern oder zu ändern.

Listing 1

#!/bin/sh
a="100"; b="3"; c="."; d="shot"; for i in `seq 1 $a`; do import -window root $c/$d$i.png; sleep $b; done; exit

Regulator

Aus diesen Gründen sollten Sie Bash-Skripte von Anfang an strukturieren, formatieren und vor allem kommentieren. Dabei helfen Richtlinien, wie sie erfahrene Programmierer in sogenannten Styleguides festgehalten haben. Zwei bekannte Leitfäden stammen von Google [1] und der Fachhochschule Südwestfalen [2]. Ob Sie lieber der privatwirtschaftlichen Anleitung (Abbildung 1) folgen oder der akademischen (Abbildung 2), das bleibt ganz Ihrem Geschmack überlassen; die grundlegenden Richtlinien sind überall gleich.

Abbildung 1: Detaillierte Informationen zu den einzelnen Richtlinien erhalten Sie bei Google, wenn Sie das Dreieck vor einer der Regeln anklicken.
Abbildung 2: Der Styleguide der FH Südwestfalen liegt als PDF vor – und geht nicht nur auf die Formatierung ein.

So sollte Ihr Skript zu Beginn immer die passende Shell nennen. Nutzt es etwa die Funktionen der Bash, schreiben Sie #!/bin/bash in die erste Zeile. Damit funktioniert das Skript auch auf Systemen, die die Bash nicht als Standard-Shell einsetzen, diese aber trotzdem installiert haben.

Frischluftzufuhr

Um das Skript übersichtlicher und leserlicher zu gestalten, sollten Sie den Code immer mit Einrückungen und Leerzeilen versehen. Das schlecht lesbare Listing 1 verwandelt sich auf diese Weise in das schon nicht mehr ganz so kryptische Listing 2.

Listing 2

#!/bin/bash
a="100"
b="3"
c="."
d="shot"
for i in `seq 1 $a`
do
  import -window root $c/$d$i.png;
  sleep $b
done;
exit

Jede Zeile nimmt dabei eine Anweisung auf, eine Leerzeile trennt zusammengehörende Teile des Codes. Letzteres trifft in Listing 2 etwa auf die For-Schleife zu. Die Anweisungen innerhalb eines solchen Blocks sollten Sie jeweils um eine Stufe nach rechts einrücken. Nutzen Sie dazu immer Leerzeichen und keine Tabulatoren: Letztere interpretieren Editoren unterschiedlich. Beinahe unisono empfehlen die Styleguides, jeden Tabulator durch zwei Leerzeichen zu ersetzen.

In Listing 2 steht das do in einer eigenen Zeile. Google empfiehlt, es noch in die Zeile mit dem for zu ziehen. Analoges gilt für eine While-Schleife sowie das then bei einem If-Block. Das else steht jedoch vorzugsweise wieder in einer eigenen Zeile, genauso wie das abschließende done. Apropos If-Anweisung: Google rät, anstelle von test und für dessen Abkürzung mit eckigen Klammern die doppelten Klammern zu verwenden:

if [[ ${dateiname} == "bild*" ]]; then ...

Diese Notation hat den Vorteil, dass sie reguläre Ausdrücke verarbeitet. Zudem reduziert sie Fehler, da die doppelten Klammern weder eigenmächtig Wörter abschneiden noch Dateinamen erweitern.

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