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© Medialinx AG

Anwenderfreundliche Arch-Linux-Variante Manjaro

Kleine Tücken

Die auf Arch Linux basierende Distribution Manjaro punktet mit einem einfachen Bedienkonzept und leichter Wartbarkeit.

Arch Linux [1] gilt als robuste, topaktuelle, gut gepflegte Distribution, die nach dem Prinzipien von Linux From Scratch [2] entwickelt wird. Arch Linux und damit Manjaro [3] entsprechen dem KISS-Prinzip: Keep it simple, stupid. Das bedeutet sinngemäß, die Dinge so einfach wie möglich und nicht komplexer als nötig zu erledigen. Damit heben Arch und Manjaro sich von den Mainstream-Distributionen ab, die gern alles automatisieren und vor dem Anwender verstecken.

Installation

Manjaro kommt als Live-System, birgt allerdings einige Tücken: Beim Booten bietet es zwar als Option bei der Sprachauswahl Deutsch an, doch diese Auswahl führt – zumindest auf älterer Hardware – zu einem nicht startenden X-Server und damit zu einer reinen Textoberfläche.

Schlimm ist das nicht, da via setup zwei unterschiedlich ausgereifte Installationsskripte vorhanden sind, die auf einfache Weise zu einem robust eingerichteten System führen [4]. Insbesondere der Standard-Installer fällt zwar weder komfortabel noch besonders leistungsfähig aus (er unterstützt beispielsweise kein UEFI), dafür gut getestet und entsprechend sicher. Es gibt aber auch eine textbasierte Variante des Installers, die UEFI unterstützt.

Installations-Images stehen für 32- und 64-Bit Rechner bereit [5]. Beim Booten der Live-DVD mit den voreingestellten Optionen erscheint die grafische Oberfläche XFCE 4.10.

Als wichtige Erweiterung von Manjaro gegenüber Arch Linux fällt der grafische Installer ins Auge. Er steht im Live-System bereit, sobald dieses mit der grafischen Oberfläche gestartet ist. Er basiert auf jenem von Linux Mint, der sich wiederum von der Ubuntu-Version ableitet. Er bietet daher relativ wenig Überraschungen, erscheint aber deutlich weniger ausgereift als seine beiden Ahnen. Beim Partitionieren kommt GParted zum Einsatz – etwas umständlich, aber es funktioniert gut.

Das System unterscheidet sich von Arch Linux zudem durch den grafischen Paketmanager Pamac (Abbildung 1). Er vereinfacht die Installation neuer Komponenten ganz erheblich, obwohl er weder in Sachen Design noch von der Leistungsfähigkeit her Tools wie Synaptic das Wasser reichen kann. Immerhin: Pamac löst Abhängigkeiten zuverlässig auf und erlaubt es, mehrere Pakete in einem Schritt zu installieren oder entfernen.

Abbildung 1: Der Paketmanager Pamac ist einfach aufgebaut, arbeitet aber zuverlässig.

Als Rolling-Release-Distribution verfügt Manjaro stets über die neuesten Versionen der angebotenen Software. So steht als Kernel schon jetzt die Version 3.9 (RC 5-1) bereit – voreingestellt verwendet das System den Kernel 3.8.5. Beim Init-System setzt Manjaro auf Systemd. X.org ist in Version 1.14 an Bord, daneben finden sich Alsa 1.26 und Digikam 3.1.

Manjaro nutzt statt der Arch-Repositories eigene Varianten. Das hat den Vorteil, dass die Entwickler die in den Repos vorgehaltenen Pakete zunächst noch einmal testen können, bevor sie diese dem Anwender zur Installation anbieten. Die beiden System unterscheiden sich darüber hinaus in einer Reihe weiterer Details. Allerdings besteht die Möglichkeit, Manjaro bei Bedarf in ein Arch-Linux-System umzuwandeln.

Die Konfiguration vieler Systemkomponenten erfolgt mit den Tools der verwendeten Desktop-Umgebung, hinzu kommt der Manjaro Settings Manager (Abbildung 2). Er bietet aber derzeit noch nicht viele Möglichkeiten.

Abbildung 2: Der Manjaro Settings Manager bietet derzeit noch wenig Möglichkeiten zum Einstellen des Systems.

Manjaro setzt bei der grafischen Oberfläche voreingestellt entweder auf XFCE oder Openbox. In den Repositories stehen aber unter anderem auch Gnome, Maté, Cinnamon, KDE und Enlightenment 17 bereit. Bei den Multimedia-Komponenten bieten die Entwickler viele unterschiedliche Programme an, unter anderem aus dem KDE- und Gnome-Fundus. Spezielle Codecs, wie sie bei Ubuntu in restricted extras bereit stehen, sortiert Manjaro nicht aus, sondern integriert sie direkt ins System.

Fazit

Manjaro präsentiert sich – anders als viele andere kleine Distributionen – als ausgewachsenes und ausgereiftes System. Allerdings reicht der Umfang der Software-Repositories nicht an jenen großer Distributionen wie Ubuntu oder Debian heran. Schwerpunkte in den Repositories sind Multimedia-Komponenten und Grafiktools.

Durch das Rolling-Release-Prinzip stellt Manjaro immer die neuesten Software-Versionen bereit, was sicherlich vielen Anwendern entgegenkommt. Mit den grafischen Tools zum Installieren und Verwalten des System fällt es selbst weniger erfahrenen Nutzern leicht, das System einzurichten.

Der größte Vorteil von Manjaro liegt wahrscheinlich in der Schlichtheit des Systems: So können erfahrenere Anwender vieles selbst ergänzen und einzustellen. Im Manjaro-Blog [6] und dem Projekt-Wiki [7] finden Sie dazu umfangreiche Informationen. 

Infos

[1] Arch Linux: https://www.archlinux.org

[2] Linux From Scratch: http://www.linuxfromscratch.org

[3] Manjaro-Homepage: http://manjaro.org

[4] Installation mit dem Text-Installer: http://e-tutorial.info/how-to-install-manjaro-linux/

[5] Manjaro herunterladen: http://sourceforge.net/projects/manjarolinux/files/release/0.8.5/

[6] Manjaro-Blog: http://blog.manjaro.org

[7] Manjaro-Wiki: http://wiki.manjaro.org

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Kommentare
Kleine Tücken
Viktoria Schubert (unangemeldet), Montag, 13. Mai 2013 19:50:05
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Dass da nicht so viel in den Repositorys ist, ist mir bisher überhaupt nicht aufgefallen, mit dem AUR sollte man doch am Ende echt glücklich werden, oder?


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