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Zorin OS: Ubuntu-Derivat für Umsteiger

14.01.2013 Linux haftet immer noch der Ruf des Nerd-Betriebssystems zu sein. Zorin OS möchte dieses Vorurteil widerlegen und lockt insbesondere Windows-Umsteiger mit einer leicht zu nutzenden Oberfläche.

Linux gilt als das Chamäleon unter den Betriebssystemen: Nirgends sonst finden sich derart viele unterschiedliche Arbeitsoberflächen. Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Viele Anwender scheuen sich, neue Bedienkonzepte zu erlernen – selbst dann, wenn sie sich alltäglich mit Schadprogrammen und Sicherheitslücken herumärgern müssen.

Daher setzt das aus Irland stammende Ubuntu-Derivat Zorin OS [1] auf Gnome und LXDE als Desktops, sodass Windows-Nutzer eine vertraute Umgebung vorfinden. Als Standard-Oberfläche dient Gnome 3.4.2 im klassischen Design, sodass sich auch Anwender ohne jegliche Linux-Kenntnisse sofort zurechtfinden. Das aktuelle Zorin OS 6.1 basiert auf Ubuntu 12.04 auf, das als Long Term Support-Variante auch auf dem Desktop noch lange Zeit Support erhält.

Versionen

Neben der als Core bezeichneten Version des Betriebssystems in 32- und 64-Bit-Varianten gibt es für ältere Computersysteme zusätzlich eine sogenannte Lite-Version sowie ein für Lehr- und Lernzwecke konzipiertes Educational-Image. Letzteres offeriert der Distributor wiederum für aktuelle und zusätzlich für ältere Hardware.

Core und Lite unterscheiden sich primär durch die Arbeitsoberfläche und den Kernel: Für ältere Hardware kommen der extrem Ressourcen schonende LXDE-Desktop sowie ein Kernel ohne PAE-Erweiterungen zum Einsatz. Damit lässt sich die Lite-Ausgabe auf so gut wie jeder x86-kompatiblen Hardware einsetzen. Dabei stehen unter den verschiedenen Varianten die gleichen Paketquellen bereit, sodass Sie keine Abstriche bei der Softwareauswahl hinnehmen müssen.

Überraschung

Nach dem Download und Brennen des etwa 1,4 GByte großen Core-Images auf eine DVD startet das Live-System in einen freundlich anmutenden Bildschirm, der außer der Panel-Leiste am unteren Rand und einigen links auf dem Desktop angeordneten Icons keine Überraschungen bietet.

Einen deutlichen Überraschungseffekt erlebten wir dagegen gleich beim ersten Test auf älterer Hardware: Offenbar haben die Entwickler massiv an einigen Grafiktreibern geschraubt, denn Zorin OS ließ sich auch von zwei unter Linux als sehr widerspenstig bekannten Grafikkarten von Intel und AMD/ATI nicht aus der Ruhe bringen. Bei der bislang von vielen Distributionen sehr schlecht unterstützten älteren Radeon-Grafikkarte von AMD/ATI aktivierte Zorin OS sogar problemlos 3D-Effekte – unter dem originalen Ubuntu 12.04 führt dies zum Absturz des Systems.

Die Software-Auswahl im Live-Modus weist wenige Besonderheiten auf: So dient als Standard-Webbrowser nicht etwa Firefox, sondern vielmehr Google Chrome in Version 23. Der glänzt speziell auf leistungsfähigeren Maschinen durch ein atemberaubendes Arbeitstempo. Ansonsten bietet die Distribution in den einzelnen Programmgruppen eine überschaubare Auswahl an Applikationen, die jedoch alle gängigen Einsatzbereiche abdeckt.

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