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© Joana Croft, sxc.hu

Frische Schnittstellen

Sieben aktuelle Videoschnittprogramme im Vergleich

20.12.2012 Die richtige Wahl des Schnittprogramms erspart Ihnen viel Kopfschmerzen beim Bearbeiten von Clips. Ein Vergleich erleichtert die Auswahl des richtigen Werkzeugs.

Die Urlaubsfilme unter Linux schneiden zu wollen, glich noch vor wenigen Jahren einem kleinen Abenteuer. Die vorhandenen Programme ließen sich an einer Hand abzählen, wobei die meisten davon waren umständlich zu bedienen. Das hat sich gründlich geändert, zumindest, was die Quantität angeht: Zahlreiche quelloffene Tools für den Videoschnitt buhlen um Ihre Gunst.

Doch wie sieht es mit der Qualität aus? Um das festzustellen, lassen wir die sieben populären Schnittprogramme Auteur, Flowblade, Kino, LiVES, Openshot, PiTiVi und Cinelerra zum Test antreten. Die Macher des beliebten Kdenlive und des professionellen Lightworks werkelten zu Redaktionsschluss noch an neuen Versionen ihrer Schnittprogramme, weshalb wir beide in einer späteren Ausgabe nachreichen (siehe Kasten "Nachzügler").

Wer in den Untiefen des Internets sucht, findet dort noch einige weitere Videoschnittprogramme, die aber entweder seit mehreren Jahren auf Eis liegen oder ganz offiziell eingestampft sind.

Bedienung

Bis auf Kino setzen alle getesteten Programme das gleiche, etablierte Bedienkonzept: Sie arrangieren die Clips auf einer Zeitleiste und versehen sie dort mit Effekten. Vorhandenes Videomaterial gilt es zunächst zu importieren. Es landet anschließend in einer kleinen Medienverwaltung, die im einfachsten Fall aus einer Liste besteht.

Eine Vorschau hilft bei der Auswahl des richten Stücks und dem Begutachten des fertigen Films. Eine Linie in der Zeitleiste markiert dabei die gerade anzeigte Stelle. Die meisten Programmen bieten zusätzlich die Möglichkeit, einzelne Clips in einer speziellen Ansicht am Anfang und Ende zu kürzen ("trimmen").

Mitunter gibt es eine Funktion, durch die Sie Effekte über sogenannte Keyframes steuern. Diese nützlichen Helfer markieren jene Stellen im Film, an denen sich die Einstellungen der zugewiesenen Effekte ändern. Die Übergänge zwischen den Keyframes berechnet die Software automatisch. Auf diese Weise entstehen etwa butterweiche Blenden.

Aus dem fertigen Arrangement erstellt die Anwendung schließlich eine einzelne Videodatei, die Sie weitergeben oder auf DVD brennen. Dieses Exportieren bezeichnen die Werkzeuge als Rendern.

Auteur

Am 31. Januar 2011 veröffentlichte Neil Wallace die erste Version seines Schnittprogramms Auteur [1], nur eine Woche später erschien bereits die letzte – seitdem liegt das Projekt auf Eis. Nichtsdestotrotz läuft Auteur immer noch auf aktuellen Distributionen. Hier zahlt sich offensichtlich aus, dass die Software komplett in der Skriptsprache Python geschrieben ist.

Die Benutzeroberfläche erscheint klar und aufgeräumt: Links oben sammelt das Fenster Sources alle Filmstücke. In der Mitte thront die Vorschau, am unteren Rand logiert die Zeitleiste (Abbildung 1). Ganz rechts hilft ein Assistent bei den ersten Schritten. Haben Sie einen Clip einmal importiert, gibt es allerdings keine Möglichkeit mehr, diesen aus dem Projekt zu entfernen – diese Funktion war für eine dann nie erschienene Folgeversion geplant. Auteur verarbeitet prinzipiell hochauflösendes Material, Videos aus einer AVCHD-Kamera wollte das Programm im Test aber partout nicht schlucken.

Abbildung 1

Abbildung 1: Auteur bietet zwar eine aufgeräumte Benutzeroberfläche, aber auch nur wenige Funktionen.

Möchten Sie aus einem Clip nur einen Teil verwenden, müssen Sie das Filmchen explizit in der Vorschau öffnen, die entsprechende Stelle ansteuern und dort mit einem Klick auf die Schaltfläche mit dem Bleistiftsymbol gezielt schneiden. Da dabei eine Einzelbildvorschau fehlt, gerät das Finden der richtigen Stelle zum Geduldsspiel. Immerhin erlaubt das Programm, den Film in mehreren Stufen beschleunigt oder verlangsamt wiederzugeben und mit einem Regler schnell die ungefähre Position anzufahren.

Obwohl der Clip in der Zeitleiste liegt, bleibt das Nachbearbeiten eine Sisyphusarbeit: Um ein Video in der Zeitleiste zu teilen, klicken Sie es mit der linken Maustaste an. Es startet die Wiedergabe, die Sie rechtzeitig an der gewünschten Stelle stoppen. Dann setzen Sie an der so angefahrenen Stelle mit einem Klick auf den entsprechenden Knopf einen Schnitt. Entfernen Sie einen Clip aus der Zeitleiste, rücken automatisch alle nachfolgenden auf – Lücken entstehen so gar nicht erst.

Die Zeitleiste besitzt mehrere Register, die unterschiedliche Ansichten auf den arrangierten Film geben. Während die Timeline hilft, die Länge der einzelnen Filmschnipsel zueinander abzuschätzen, reiht das Register Clips sie einfach nur als Symbole hintereinander auf. Effekte oder Überblendungen fehlen ganz, weswegen sich Auteur auch nur zum Arrangieren und Schneiden von Clips verwenden lässt.

Das Schnittprogramm schert sich auch nicht darum, welche Auflösungen die Videos besitzen. Die Vorschau passt das gerade abgespielte Video einfach in das Fenster ein, der Clip erscheint somit oft gestaucht oder gequetscht. Beim Rendern des Videos übernimmt Auteur ohne Nachfrage die Abmessungen des größten Clips, die eigentliche Arbeit erledigt im Hintergrund das vom Mediaplayer Mplayer abstammende Werkzeug Mencoder. Dessen Einstellungen dürfen Sie vor dem Rendern noch nach Belieben anpassen.

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