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© Kristja, sxc.hu

Chefsache

Bewerbungen erstellen mit der LaTeX-Klasse Modern CV

20.08.2012
Der erste Eindruck zählt – insbesondere bei Bewerbungen. Mit der LaTeX-Klasse Moderncv geben Sie Ihren Dokumenten ein professionelles Layout.

Eine Bewerbung ist Ausdruck der Persönlichkeit – nicht nur inhaltlich, sondern gerade durch das Erscheinungsbild. Farben, Linien und Schriftart sollten sich zu einem so harmonischen Gesamtbild zusammen fügen, das Ihr Gegenüber im optimalen Fall von Ihren Fähigkeiten überzeugt.

Wer in LaTeX für seinen Lebenslauf und das Anschreiben auf die Dokumentenklasse Moderncv [1] setzt, der darf zwischen verschiedenen Layouts und Farben wählen, um einen persönlichen Stil im Dokument zum Ausdruck zu bringen. Dieser Artikel bezieht sich auf die Moderncv-Version 1.0 vom 26. März 2012. Bei älteren Versionen stehen einige der beschriebenen Funktionen nicht bereit.

Grundeinstellungen

Wie bei jedem LaTeX-Dokument fällen Sie alle wichtigen Entscheidungen in der Präambel: Zunächst wählen Sie moderncv als Dokumentenklasse aus und geben Papierformat, Schriftgröße und Schriftstil an (Listing 1).

Listing 1

\documentclass[a4paper,11pt,roman]{moderncv}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[ngerman]{babel}
\moderncvstyle{Stil}
\moderncvcolor{Farbe}
\usepackage{pdfpages}
\usepackage{graphicx}

Das Papierformat DIN A4 hat sich bei Bewerbungen im deutschsprachigen Raum schon lange durchgesetzt; Sie sollten es daher nicht ändern. Als sinnvolle Schriftgrößen bieten sich 10, 11 oder 12 Punkt an. Zusätzlich bestimmen Sie, ob Sie eine Schriftart mit Serifen (roman) oder ohne Serifen (sans) haben wollen, wobei eine Schriftart mit Serifen eher klassisch, eine ohne eher modern wirkt.

Für die deutsche Sprache nutzen Sie die entsprechende Zeichenkodierung. Damit haben Sie die Möglichkeit, Umlaute und das scharfe S direkt einzugeben. Linux-Systeme verwenden üblicherweise das UTF-8-Format. Der passenden Befehl finden Sie in der zweiten Zeile von Listing 1.

Führt der Einsatz von UTF-8 zu Fehlern oder der falschen Darstellung von Zeichen, verwenden Sie alternativ latin9 als Zeichenkodierung. Damit LaTeX die Sonderzeichen im Dokument korrekt (und schön) setzt, wählen Sie den passenden Zeichensatz für die Ausgabe aus (Zeile 3).

Um Deutsch in neuer Rechtschreibung als Sprache einzustellen, laden Sie mit dem Befehl aus Zeile 4 des Listings das Babel-Paket. Damit trennt LaTeX bei Bedarf Wörter an der Spaltengrenzen, was ein ruhigeres Schriftbild erzeugt. Möchten Sie Ihre Dokumente in alter Rechtschreibung setzen, geben Sie stattdessen german als Klassenoption an.

Als nächstes bestimmen Sie den Stil und die Farbe des Layouts. Dazu dient der Befehl aus Zeile 5 von Listing 1. Die Klasse bietet die vier Stile casual, classic, oldstyle und banking an. Anschließend wählen Sie eine der Farben Blau (blue), Orange (orange), Grün (green), Rot (red), Violett (purple), Grau (grey) und Schwarz (black) aus (Zeile 6).

Anhänge

In vielen Fällen verschicken Sie Bewerbungen als PDF-Datei per Mail. Mit dem Paket moderncv erzeugen Sie aber lediglich das Anschreiben und den Lebenslauf. Oft ist es notwendig, den beiden Dokumenten eingescannte Zeugnisse beizufügen.

Haben Sie die Zeugnisse als PDF-Datei gespeichert, bietet sich der Einsatz des Pakets pdfpages [2] an (Listing 1, Zeile 7). Möchten Sie die Zeugnisse als Bilddatei einfügen, nutzen Sie dazu das Paket graphicx (Zeile 8). Idealerweise liegen die eingescannten Zeugnisse dazu als PNG-Datei vor.

Bilddateien im JPEG-Format wären zwar ebenfalls möglich, jedoch erweist sich dieses Format für den Scan von Dokumenten als nicht ideal. Die Dateinamen geben Sie in jedem Fall mittels eines eigenen Befehls im Hauptteil an.

Absenderangaben

Um Ihrem künftigen Arbeitgeber die Möglichkeit zu geben, Sie zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen, dürfen die vollständigen Absenderangaben nicht fehlen. Listing 2 zeigt einen exemplarischen Block mit den wichtigsten Angaben. Mittels der Befehle in den Zeilen 1 und 2 geben Sie Vor- und Nachname an.

Listing 2

\firstname{Hal}
\familyname{Pycroft}
\address{Arthur-Pinner-Platz 100}{12345 Neustadt}
\phone{+49~(0)123~456789}
\mobile{+49~(0)170~123456789}
\fax{+49~(0)123~456789}
\email{hal.pycroft@example.com}
\homepage{www.example.com}

Die Unterscheidung ist erforderlich, da die Dokumentenklasse Vor- und Nachname je nach ausgewähltem Stil unterschiedlich setzt. Beim Stil casual erscheinen die Namensbestandteile in unterschiedlichen Grautönen (Abbildung 1). Es folgen die Anschrift (Zeile 3), die Telefon-, Handy- und Faxnummer (Zeile 4 bis 6). Einen ungewollten Zeilenumbruch in einer Telefonnummer verhindern Sie, indem Sie geschützte Leerzeichen mittels Tilde (~) eingeben.

Abbildung 1: Je nach Stil setzt LaTeX die Angaben zum Absender in unterschiedlichen Farben und wechselndem Design.

Für E-Mail-Adresse und Homepage gibt es eigene Befehle (Zeile 7 und 8). Die Mail-Adresse sollte seriös wirken und idealerweise aus Ihrem Namen bestehen. Nicknames und Phantasienamen sind in Bewerbungen in der Regel fehl am Platz. Die Homepage gehört nur in das Anschreiben, wenn ein Bezug zur Stelle existiert.

Wollen Sie weitere Informationen angeben, nutzen Sie dazu den Befehl \extrainfo{}, der mehrfach auftauchen darf. An welcher Stelle und in welcher Form die Angaben im Dokument erscheinen, hängt vom Stil ab, den Sie ausgewählt haben.

Nicht zu unterschätzen ist das Potenzial des Bewerbungsfotos: Es lohnt sich, hier in einen professionellen Fotografen zu investieren, damit es in guter Qualität und hoher Auflösung vorliegt. Sie binden Ihr Foto mit dem folgenden Befehl ein:

\photo[Höhe][Rahmendicke]{Datei}

Wollen Sie das Foto skalieren, geben Sie in die erste eckige Klammer die Höhe ein, auf die Sie das Bild skalieren möchten. Die Breite berechnet sich automatisch aus dem Seitenverhältnis. LaTeX setzt in der vorher ausgewählten Farbe einen Rahmen um Ihr Bild, dessen Dicke Sie in der zweiten eckigen Klammer festlegen. Soll kein Rahmen um das Bild erscheinen, geben Sie hier 0mm an. Schließlich tragen Sie den Dateinamen des Bilds ein. Wo im Dokument das Bild erscheint, hängt wiederum vom Stil ab.

Zum Schluss geben Sie mit dem Befehl \title{Titel} einen Titel für den Lebenslauf an. Als Text bietet sich beispielsweise "Lebenslauf" oder "Curriculum Vitae" an. Die Software bietet die Möglichkeit, dem Titel mit dem Befehl \quote{Zitat} ein passendes Zitat beizustellen. Hier gilt ebenfalls: Wo und wie Titel und Zitat im Lebenslauf erscheinen, hängt vom ausgewählten Stil ab.

Damit haben Sie die Präambel der Bewerbung komplettiert. Nun liegt es an Ihnen, mit den verschieden Stilen, Farben und Möglichkeiten beim Formatieren zu experimentieren, um das für Sie passende Layout zu finden.

Bewerbungsschreiben

Haben Sie das bevorzugte Layout ausgewählt und die persönlichen Informationen eingegeben, folgt nun der Hauptteil, der wie bei allen LaTeX-Dateien zwischen den Befehlen \begin{document} und \end{document} steht.

Die Dokumentenklasse moderncv bietet nicht nur die Möglichkeit, den Lebenslauf zu erstellen, sondern seit der Version 1.0 zusätzlich auch das Bewerbungsschreiben. Allerdings entspricht das Ergebnis nicht den deutschen Konventionen für Briefe.

Da bei Bewerbungen Formalia eine große Rolle spielen, ist es sinnvoll, das Schreiben stattdessen mit der Dokumentenklasse scrlttr2 aus dem KOMA-Paket zu erstellen [3] und moderncv nur für den Lebenslauf zu verwenden. Das Paket pdfpages verwenden Sie dann in der Brief-Datei und fügen den als PDF-Datei abgespeicherten Lebenslauf dem Brief an.

Obwohl Sie vielleicht in der Praxis nicht auf das Feature zurückgreifen, lohnt es sich trotzdem, einen kurzen Blick auf die Brieffunktion von moderncv zu werfen. Listing 3 enthält ein Beispiel für ein Anschreiben.

Listing 3

% ... Präambel ...
\begin{document}
\recipient{An die\\Franco-Midland-Eisenwarengesellschaft}{z.~Hd. Herrn Arthur Pinner\\Hauptstraße 123\\12345 Neustadt}
\date{\today}
\opening{Sehr geehrter Herr Pinner,}
\closing{Mit freundlichen Grüßen}
\enclosure{Lebenslauf, Diplom-Zeugnis}
\makelettertitle
nochmals vielen Dank für das Stellenangebot, das Sie mir gemacht haben. Anbei übersende ich Ihnen wie gewünscht meinen Lebenslauf und einen Scan meines Diplom-Zeugnisses. Ich würde mich freuen, bald wieder von Ihnen zu hören und für Ihre Firma arbeiten zu können.\\
\makeletterclosing
\newpage
% ... Lebenslauf ...
% ... Anlagen ...
\end{document}

Mit dem Befehl \recipient (Zeile 3) geben Sie die Empfängerdaten der Firma ein, bei der Sie sich bewerben wollen. Der Befehl umfasst zwei geschweifte Klammern, von denen die erste den Firmennamen aufnimmt und die zweite die Anschrift. Im Bewerbungsschreiben erscheint der Inhalt der ersten Klammer entgegen deutschen Konventionen fett gesetzt, der Inhalt der zweiten normal. Das Datum geben Sie mit dem Befehl \date an (Zeile 4), wobei Sie entweder ein bestimmtes Datum von Hand eintragen oder mit dem Befehl \today das jeweils beim Erstellen aktuelle Datum erzeugen.

Die Anrede tragen Sie mit \opening und die Schlussformel mit \closing ein (Zeile 5 und 6). Eine Liste der Anlagen, die Sie beifügen, erstellen Sie mit dem Befehl \enclosure (Zeile 7). Die Dateinamen der Anlagen geben Sie später über einen eigenen Befehl an. Unglücklicherweise stellt die Klasse dieser Liste immer das englische Wort enclosure voran, obwohl Sie wie oben beschrieben Deutsch als Sprache ausgewählt haben.

Es folgt der Befehl \makelettertitle, der LaTeX veranlasst, aus diesen Angaben das Briefpapier zu erstellen, und der den Beginn des Brieftextes markiert (Zeile 8). Wie das Briefpapier aussieht, hängt vom Stil ab, den Sie ausgewählt haben. Die Seitenaufteilung des Briefpapiers entspricht bei keinem der Stile der deutschen Norm für Briefe.

Sollten Sie trotzdem diese Vorlage verwenden, gilt es nun, den Text des Bewerbungsschreibens einzugeben (Zeile 9). Das Ende des Anschreibens markieren Sie mit dem Befehl \makeletterclosing, der LaTeX veranlasst, die Schlussformel und die Auflistung der Anlagen auszugeben (Zeile 10). Am Ende geben Sie noch den Befehl \newpage ein, damit LaTeX den darauf folgenden Lebenslauf auf einer neuen Seite beginnt (Zeile 11). Abbildung 2 zeigt ein Anschreiben im Stil banking und der Farbe blau.

Abbildung 2: Das komplette Anschreiben im Stil banking und in der Farbe blue. Das Ergebnis entspricht nicht deutschen Konventionen.

Lebenslauf

Der Lebenslauf enthält insbesondere Angaben zu Schulausbildung, Studium, Berufsausbildung und -tätigkeit, Weiterbildung, besonderen Qualifikationen und Kenntnissen sowie Publikationen. Ihr Bewerbungsfoto, den Titel des Lebenslauf und gegebenenfalls das beigefügte Zitat haben Sie bereits in der Präambel angegeben. Listing 4 enthält ein Beispiel für einen Lebenslauf. Eingeleitet wird der Lebenslauf mit dem Befehl \makecvtitle (Zeile 4).

Listing 4

% ... Präambel ...
\begin{document}
% ... Anschreiben ...
\makecvtitle
\section{Schule, Berufsausbildung, Studium}
\cventry{10/2007--07/2012}{Diplom-Studium der Betriebswirtschaftslehre}{Neustädter Universität}{Neustadt}{Abschlussnote: 1,0}{}
\cventry{08/2002--09/2007}{Berufstätigkeit als Bankkaufmann}{Neustädter Bank}{Neustadt}{}{}
\cventry{09/1999--07/2002}{Ausbildung zum Bankkaufmann}{Neustädter Bank}{Neustadt}{Abschlussnote: 1,0}{}
\cventry{07/1999}{Abitur}{Neustädter Gymnasium}{Neustadt}{Abschlussnote: 1,0}{}
\section{Ehrenamtliche Tätigkeiten}
\cvitemwithcomment{seit 01/2000}{Neustädter Verein zur Rettung der Pinguine e.~V.}{Kassenwart}
\section{Sprachkenntnisse}
\cvitem{Deutsch}{Muttersprache}
\cvitem{Englisch}{CEF~C2}
\cvitem{Italienisch}{CEF~B2}
\section{Computerkenntnisse}
\cvdoubleitem{Betriebssystem:}{Linux}{Textsatz:}{\LaTeX}
\section{Publikationen}
\cvlistitem{Hal Pycroft: \textit{Die Geschichte des Eisenwarenhandels auf dem europäischen Kontinent.} Neustadt 2012.}
\section{Hobbys}
\cvlistdoubleitem{Schwimmen}{Fischen}
% ... Anlagen ...
\end{document}

Überschriften im Lebenslauf setzen Sie mit dem Befehl \section, Überschriften zweiter Ordnung mit dem Befehl \subsection. Für die Angaben im Lebenslauf hält das Paket moderncv verschiedene Befehle bereit. Für Angaben zu Schulabschluss, Berufsausbildung, Studium und Berufstätigkeiten steht der Befehl \cventry bereit.

Beispiele finden Sie in den Zeilen 5 bis 9 von Listing 4. In die erste geschweifte Klammer geben Sie den Zeitraum ein. Beim korrekten "Bis-Strich" handelt es sich typografisch um einen sogenannten Halbgeviertstrich, den Sie in LaTeX als doppeltes Minuszeichen (--) eingeben. Die zweite geschweifte Klammer ist für die Art der Ausbildung oder Tätigkeit vorgesehen (zum Beispiel Abitur, Studium, Berufstätigkeit), die dritte für die Organisation (zum Beispiel Gymnasium, Universität, Arbeitgeber) und die vierte für den Ort.

Bei Angaben zu Schule, Ausbildung und Studium haben Sie die Möglichkeit, in die fünfte geschweifte Klammer Ihre Abschlussnote einzutragen. Bei Angaben zur Berufstätigkeit bleibt diese Klammer leer. Möchten Sie darüber hinaus noch Angaben machen, steht dafür die sechste geschweifte Klammer bereit.

Für alle weiteren Einträge existieren zwei Typen von Befehlen, die es erlauben, die Angaben entweder tabellenartig oder listenförmig zu machen. Möchten Sie die Angaben als Tabelle gestalten und jedem Eintrag ergänzende Angaben beifügen, nutzen Sie den Befehl \cvitemwithcomment. Dieser Befehl umfasst drei geschweifte Klammern, von denen die erste für den Zeitraum, die zweite für eine aussagekräftige Beschreibung und die dritte für weitere Angaben gedacht ist. Er eignet sich beispielsweise für Angaben zu ehrenamtlichen Tätigkeiten (Listing 4, Zeile 11).

Verzichten Sie bei tabellenartigen Einträgen auf ergänzende Angaben, dann nutzen Sie stattdessen den Befehl \cvitem für einen Eintrag pro Zeile (Zeilen 13 bis 15). Dieser Typ beschränkt sich auf zwei geschweifte Klammern. Er eignet sich beispielsweise für Angaben zu Sprachkenntnissen, wobei in der ersten Klammer die Sprache, in der zweiten das Sprachniveau steht.

Wenn Sie Angaben tabellenartig machen und zwei Einträge pro Zeile erzeugen möchen, nutzen Sie den Befehl \cvdoubleitem. Dieser Befehl umfasst zweimal zwei geschweifte Klammern. Im Beispiel kommt er für Angaben zu Computerkenntnissen zum Einsatz (Zeile 17).

Möchten Sie Ihre Angaben lieber als listenartig mit vorangestelltem Aufzählungzeichen anlegen, nutzen Sie den Befehl \cvlistitem für einen Eintrag pro Zeile. Dieser Eintragstyp mit einer geschweiften Klammer eignet sich beispielsweise für eine Liste Ihrer Publikationen (Zeile 19).

Wollen Sie listenartige Angaben mit zwei Einträgen pro Zeile machen, nutzen Sie den Befehl \cvlistdoubleitem (Zeile 20). Er eignet sich beispielsweise zum Auflisten von Hobbys. Als Symbol für Aufzählungen verwendet LaTeX – falls Sie nichts anderes angeben – einen Kringel in der ausgewählten Farbe. Möchten Sie das ändern, nutzen Sie den Befehl

\renewcommand{\listitemsymbol}{Symbol}

Zu den üblichen Aufzählungszeichen gehört der Spiegelstrich, den Sie als doppeltes Minuszeichen (--) eingeben, oder der Punkt, den das Paket textcomp über den Befehl \textbullet\ bereit stellt. Die Tilde (~) beziehungsweise der abschließende umgekehrte Schrägstrich (\) sorgen dafür, dass zwischen Zeichen und Eintrag ein Leerschritt bleibt.

Wie LaTeX Ihre Angaben im Lebenslauf setzt, hängt vom verwendeten Stil ab. Probieren Sie aus, wie die verschiedenen Befehle in den verschiedenen Stilen wirken: So finden Sie schnell das für Sie passende Layout. Abbildung 3 zeigt einen Lebenslauf im Stil casual und der Farbe Blau.

Abbildung 3: Der Lebenslauf im Stil casual und der Farbe Blau.

Anlagen

Neben dem Anschreiben und dem Lebenslauf gehören zu einer Bewerbung in der Regel Kopien der Zeugnisse. Scannen Sie die Zeugnisse ein, die Sie beifügen möchten, und speichern Sie diese entweder als PDF-Daatei oder Grafikdatei im PNG-Format ab.

Damit man die Dokumente gut lesen kann, sollte die Auflösung nicht unter 300 dpi liegen. Üblicherweise reichen Schwarzweiß-Scans aus. Die Kunst dabei: Es gilt die richtige Balance zwischen möglichst hoher Auflösung und möglichst geringer Dateigröße zu finden. Immerhin möchten Sie ja den Personalchef nicht schon beim Erhalt der Bewerbung verstimmen, indem Sie sein Postfach mit einer zu großen Datei überfrachten. Als grober Richtwert sollten Sie 2 MByte nicht wesentlich überschreiten.

Haben Sie Ihre Zeugnisse als PDF-Datei abgespeichert, laden Sie wie oben beschrieben in der Präambel das Paket pdfpages. Im Hauptteil nutzen Sie den folgenden Befehl, um die PDF-Daten in das Dokument einzubinden:

\includepdf[pages=Seitenzahlen]{Dateiname}

Haben Sie Ihre Zeugnisse stattdessen als PNG-Dateien abgespeichert, laden Sie in der Präambel das Paket graficx. Im Hauptteil nutzen Sie den folgenden Befehl, um die Grafikdateien in das Dokument einzubinden:

\includegraphics{Dateiname}

Diese Methode ist jedoch weniger elegant: Da die Zeugnisse üblicherweise das A4-Format voll ausfüllen und daher über den Textbereich hinausragen, meldet LaTeX grundsätzlich eine Overfull \hbox oder eine Overfull \vbox.

Fazit

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Dieser kleine Workshop hat Ihnen einen Übrblick über die Möglichkeiten von Moderncv verschafft. Stellen Sie sich aus den vielfältigen Stil- und Farbvorlagen Ihr persönliches Layout zusammen und machen Sie Eindruck mit Ihrer Bewerbung. 

Der Autor

Der Benediktiner-Mönch Daniel Tibi nutzt LaTeX nicht nur mit Begeisterung in seinem Theologie-Studium an der Ruhr-Universität Bochum, sondern auch bei seiner Arbeit als Autor und Übersetzer.

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Kommentare
\photo[Höhe][Rahmendicke]{Datei}
Alex (unangemeldet), Donnerstag, 21. November 2013 15:25:01
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Ist es nicht die Foto-Breite, die man in eckigen Klammern angibt? Bei mir schien es jedenfalls so zu funktionieren.


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