Tux goes Hollywood

FMX 2011: Open Source in der VFX-Branche

22.06.2011
Die großen Hollywood-Studios nutzen schon seit Jahren zum Erstellen der atemberaubenden Spezialeffekte fast ausschließlich Linux. Inzwischen hat die Branche auch den Nutzen freier Lizenzen erkannt und veröffentlicht einiges an Technologie als Open Source.

Was haben die Filme "King Kong", "Avatar", "Scooby Doo", "Wall-E", "Ratatouille", "Harry Potter and the Order of the Phoenix", "I am Legend", "X-Men" und "Pirates of the Carribean" gemeinsam? Das, was sie mit fast jedem Hollywood-Blockbuster gemeinsam haben: Die Spezialeffekte entstanden auf Workstations und Servern unter Linux. Die eingesetzte Software aber ist deswegen nicht zwangsläufig Open Source – ganz im Gegenteil, die entsprechenden Lizenzgebühren erreichen oft fünfstelliger Höhe. Im Unterbau sitzt allerdings Open Source, und der Trend geht dahin, auch beim Austausch von Projektdaten auf offene Standards zu setzen. Diese treiben die Studios und Softwareschmieden inzwischen selbst in Form von Open Source voran.

Geschichtliches

Die Studios vollzogen den große Schwenk zu Linux mit dem Niedergang des Betriebssystems Irix von Silicon Graphics, Inc. (SGI): Die meiste VFX-Software lief bis dahin auf eben diesem Betriebssystem. Zum größten Teil verfügten die Studios über Inhouse-Entwicklungen, aber auch einiges an Standard-Software wie Houdini oder Softimage wurde primär für Irix entwickelt, mit Ports auf andere Systeme.

Ein Wechsel von Irix zu Windows (oder auch Mac OS X) wäre vor allem bei der Portierung der Inhouse-Software deutlich teuer gekommen als der Wechsel auf Linux. Faktoren wie die Offenheit von Linux taten ihr übriges. Eines der ersten Studios, das auf Linux umstieg, war Digital Domain im Jahre 1997 bei den Filmen "Titanic" und "Dante's Peak". Erst etwas später folgten die Software-Hersteller, aber nachdem 1999 Houdini [1] von SideFx und 2001 sowohl Maya [2] (damals von Alias) als auch Softimage (damals von Microsoft) in Linux-Versionen erschienen, war der Weg zu Linux auch für Studios geebnet, die nicht ausschließlich Inhouse-Software einsetzten.

FMX 2011

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2011, und praktisch alle großen Studios setzen auf Linux. Wer heute als Technical Director im VFX-Bereich arbeiten will, muss entsprechende Kenntnisse mitbringen, und der Open-Source-Gedanke hält langsam aber sicher auch bei Eigenentwicklungen Einzug. Dabei stehen jedoch nicht Anwendungen im Fokus, sondern vielmehr Technologien zum Dateiaustausch wie freie Dateiformate und Frameworks. Dank besonders freizügiger Lizenzen (zum Beispiel New BSD) finden diese Technologien ihren Weg in fast alle großen proprietären Pakete, aber auch in freie Software wie Blender [3]. Auf der FMX, der größten deutschen Messe für Animation, Spezialeffekte, Spiele und interaktive Medien hatten die Großen der Branche Anfang Mai ein Stelldichein und erläuterten die Grundlagen ihrer Open-Source-Strategien.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2014: ANONYM & SICHER

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...