Um die Jahrtausendwende startete John Harper die Entwicklung eines neuen Fenstermanagers namens Sawmill. Er sollte möglichst leichtgewichtig daherkommen, sich gleichzeitig aber auch flexibel erweitern lassen. Schon waren einige Versionen der Sägemühle erschienen, da tauchte ein Namenskonflikt mit einem kommerzielles Programm auf. Um einem Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen, entschied man sich für eine Umbenennung in Sawfish. Auf diesen Sägefisch wurde schließlich auch das Gnome-Projekt aufmerksam, das ihn lange Zeit als Unterbau für den gleichnamigen Desktop nutzte.
Mit Gnome 2.2 musste Sawfish dann aber dem noch heute in der Gnome-2-Serie verwendeten Metacity weichen. Daher stellte der Erfinder John Harper die Betreuung von Sawfish ein. In der Folge dümpelte das Projekt lange vor sich hin, bis sich schließlich 2007 Janek Kozicki und später Christopher Bratusek des verwaisten Klassikers annahmen. Dank vieler weiterer Mitstreiter folgt seitdem in relativ kurzen Abständen eine neue Version nach der anderen. Insbesondere seit dem letzten Jahr hat das Projekt wieder unglaublich an Fahrt aufgenommen.
Nach wie vor bringt Sawfish [1] extrem wenig Gewicht auf die Waagschale, bietet zudem extrem flexible Einstellungsmöglichkeiten und lässt sich dank Themes verschiedene Optiken überstülpen. Der Fenstermanager basiert in weiten Teilen auf einer Skriptsprache, die sich stark an der klassischen Programmiersprache Lisp anlehnt. Das ermöglicht, bei Bedarf alle wichtigen Funktionen schnell auszutauschen oder zu erweitern. Auch lässt sich jede von Sawfish angebotene Funktion mit einer beliebigen Taste oder Tastenkombination verknüpfen beziehungsweise auslösen. Für jedes Ereignis, wie etwa das Verschieben eines Fensters, darf der Benutzer selbst festlegen, was dabei passieren soll.
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