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Apto-was?

Aptosid: Debian "Sid" mit vielen Extras

21.10.2010
Sidux war gestern – doch Aptosid 2010-02 schließt nahtlos an die Tradition des Vorgängers an. Dabei hilft nicht zuletzt das Rolling-Release-Prinzip.

Anfang September hat sich das Sidux-Projekt aufgrund zunehmender Kontroversen vom Sidux e.V. [1] getrennt und beschlossen, die auf Debian basierende Distribution Sidux [2] unter dem Namen Aptosid [3] weiter zu entwickeln. Ihren Worten ließen die Entwickler rasch Taten folgen und veröffentlichten einige Tage später Aptosid 2010-02, Codename "Keres".

Verglichen mit der Sidux hat sich im ersten Aptosid-Release nicht allzuviel getan. "Keres" basiert auf dem Kernel 2.6.35.4, als Desktop-Umgebungen stehen KDE-full (KDE SC 4.4.5, Abbildung oben), KDE Lite und XFCE (Abbildung 1) zur Auswahl. Alle Aptosid-Abbilder lassen sich vor der Installation im Live-Betrieb testen. Gefällt und funktioniert alles, heben Sie das System mit Hilfe eines eigenen Installationsdialogs auf die Festplatte.

Abbildung 1: Aptosid gibt es nicht nur mit KDE, sondern auch mit dem schlanken XFCE-Desktop.

Anwender, die bisher mit Sidux gearbeitet haben, steigen fließend auf Aptosid um, indem sie in /etc/apt/sources.list.d/sidux.list entweder http://sidux.com/debian oder http://sidux.office-vienna.at/sidux/debian/ als Server angeben, anschließend apt-get update sowie apt-get dist-upgrade durchlaufen lassen und die Frage nach einem Wechsel auf Aptosid bejahen.

Aptosid formatiert bei einer Neuinstallation nur die Root-Partition, wofür es die Dateisysteme Ext2, Ext3, Ext4 und ReiserFS anbietet. Wollen Sie weitere Partitionen in die Installation einbeziehen, müssen Sie diese händisch vorbereiten. Das Einrichten des Systems läuft erstaunlich zügig ab; auf einem sieben Jahre alten Notebook stand die KDE-full-Version nach weniger als acht Minuten zum Start bereit. Wer Sidux bereits kennt, trifft in Aptosid viele alte Bekannte. So kümmert sich etwa das CLI-Werkzeug Ceni auch weiterhin um die Konfiguration der Netzwerkgeräte.

In der XFCE-Variante stehen für die Büroarbeit standardmäßig Gnumeric, Abiword und die Kalenderapplikation Orage bereit. Für Ausflüge ins Web dienen hier Iceweasel und Elinks, Chats laufen über den IRC-Client XChat. Multimediale Freuden bereiten die Bildbetrachter Ristretto und GPicview, der Mediaplayer Gxine und die CD/DVD-Brennprogramme Brasero und Xfburn. Beim Surfen stellt sich Iceweasel bei Webseiten mit Flash quer, das entsprechende Plugin müssen Sie manuell einrichten.

Die KDE-Full-Variante agiert deutlich behäbiger als das XFCE-Pendant, bringt aber auch mehr Anwendungen mit, darunter OpenOffice, die Browser Iceweasel und Konqueror, den IM-Client Kopete und den Mailclient KMail. Die Fotoverwaltung Digikam wandert ebenso mit auf die Platte gewandert wie der Bildbetrachter Gwenview, die Brennanwendung K3b, der Mediaplayer Kaffeine und einige Spiele. Viele kleine Hilfsanwendungen, darunter der KDE Remote Desktop Client, der Network-Monitor KNemo oder der Bluetooth-Client Bluedevil lassen die KDE-Variante für viele Einsatzszenarien komfortabler erscheinen.

Aptosid ist eine Rolling-Release-Distribution, was bedeutet, dass das System stets auf dem aktuellsten Stand gehalten wird. Upgrades auf feste Versionen fallen nicht mehr an, bei den zum Download angebotenen ISO-Images handelt es sich um Schnappschüsse. Obwohl Aptosid auf Debians "Unstable"-Zweig "Sid" basiert, macht das System einen stabilen Eindruck. Trotzdem kann immer mal wieder etwas nicht funktionieren oder ein bisher unentdeckter Fehler das System lahmlegen. Daher eignet sich Aptosid nur bedingt für Produktivsysteme oder unerfahrene Anwender. 

Infos

[1] Sidux e.V.: http://sidux-ev.de

[2] Sidux-Homepage: http://www.sidux.com

[3] Aptosid-Homepage: http://www.aptosid.com

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Kommentare
Ein Hovh auf Aptosid, den Linux-User und das flexible Linux ...
Ulrich Lehmkühler (unangemeldet), Samstag, 13. November 2010 23:38:25
Ein/Ausklappen

Ein Hoch auf Aptosid, das mich gerade rettet, weil meine Programmplatte - eine alte Samsung 250G - doch langsam auf dem Friedhof ruhen möchte. Aptosid liefet ein nahezu - bei mir meckert er immer über eine nicht gefundene ".xbel"-Datei und nur vom IDE-DVD-ROM (Toshiba SD-M1802) startet die "toram"-Option nicht fehlerfrei - fehlerfreies System mit einem sofort benutzbaren aktuellen KDE-Desktop und sauberer deutscher Lokalisation (die Rechtschreibkorrektur von Firefox in diesem Fenster funktioniert einwandfrei). Und Dank toram sauschnell ...

Selbst wenn mir unterwegs meine Laptop-Festplatte auszufallen drohte, Dank vwdial - das Profil holt man sich kurzerhand mit "-C" aus dem alten System - kann man sofort weiter arbeiten.

Einziger Schönheitsfehler - aber das liegt am radeon-Treiber, fglrx hat eine andere "Macke" - ist die fehlerhafte Monitorerkennung. Von meinen beiden Eizos (L568, 17''', 1280x1024) hängt sytembedingt (Gigabyte GA-MA768GT-UD3H, BIOS F9b, 4 GB RAM) einer am VGA-Anschluß, dessen max. Auflösung (trotz Boot-Parameter vga=0x366) als 1360x768 (16:9) gemeldet wird, folglich konfiguriert Aptosid 2 mal 1024x768. Ein kurzer Zweizeiler

xrandr --newmode "1280x1024_60" 109.00 1280 1368 1496 1712 1024 1027 1034 1063 -hsync +vsync
xrandr --addmode VGA-0 1280x1024_60

und die Konfiguration via "kradtray" stellt sofort einen Desktop über beide Monitore bereit. Das ist Linux vom Feinsten ... und ich denke nur mit Grauen daran, wenn die Programmplatte unter XP aufgeben will ...

Liebe Redaktion, noch mehr von solch netten "Geschenken", da zahle ich gerne drei Euros mehr für die DVD-Option. UL


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nicht für Produktivsysteme?
Susan (unangemeldet), Mittwoch, 27. Oktober 2010 22:06:57
Ein/Ausklappen

Im PDF heißts noch "Daher eignet sich Aptosid nicht für Produktivsysteme" - wird das jetzt hier relativiert? Denn als ich "nicht für Produktivsysteme" gelesen hatte, war ich mir sicher, der Schreiber hat das System definitiv *nicht* gestestet.

Auf meinem Produktivsystem habe ich Aptosid, ehemals sidux, am Laufen. Weils da eben auf Zuverlässigkeit ankommt. Seit 2006 ohne Probleme, mit wöchentlichen dist-upgrades. Und ich bin kein Linux-Guru, sondern Mausschubserin und Nur-Anwenderin. Aber auf meinem Notebook, da wo keine wichtigen Daten drauf sind, wo es nicht drauf ankommt, ob das System mal hakt, da hab ich ein Kubuntu drauf. Weil bei Kubuntu eben schonmal was nicht geht wie es soll, und Updates von Release zu Release sowieso immer ein gewisses Risiko sind. Wenn da was kaputt geht, installier ich eben neu. Aber nicht auf meinem Hauptsystem. Das muß laufen. Deswegen Aptosid.


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