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Ab in die Wolke

Vier Online-Bürosuiten im Vergleich

Java Machine

Die drei schon recht lange auf dem Markt befindlichen Java-Programme Write, Calc und Show wirken auf den ersten Blick wie eine abgespeckte Version von Microsoft Office 2000. Die Bedienung folgt ebenfalls diesem Konzept (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die drei auf Java basierenden Thinkfree-Programme erinnern in der Bedienung an ältere Microsoft-Büropakete.

Der Funktionsumfang von Write übersteigt die Möglichkeiten der Pendants von Google beziehungsweise Zoho.com und reicht recht nah an Openoffice Writer oder Microsoft Word heran – wenn auch in deren älteren Versionen. So richten Sie in Write den Text in Spalten ein oder setzen Kapitälchen. Über Feldbefehle erstellt die Textverarbeitung auch einfache Formulare mit Häkchen. Recht umfangreich gestaltet sich die integrierte Zeichenfunktion. Die unterste Symbolleiste beherbergt unter AutoShapes zahlreiche Objekte und fügt auch Textboxen, Bilder und Cliparts aus der mitgelieferten Sammlung ein. Andererseits lässt Write eine Kommentarfunktion vermissen, wie sie alle anderen hier vorgestellten Online-Büropakete anbieten.

Das führt auch schon zum Hauptkritikpunkt an der Thinkfree-Suite: Sie schließt in erster Linie an althergebrachte Konzepte an. Der Online-Desktop MyOffice wirkt wie eine nachträgliche Klammer, um die alten Java-Zöpfe in modernem Look zusammenzuhalten. Die Konnektivität beschränkt sich darauf, die E-Mail-Adressen anderer Benutzer in das Share-Feld einzutragen. Dabei macht die Arbeit mit den drei Java-Applets auch wenig Spaß – häufig reagiert die Software nicht und wirkt wie eingefroren.

Thinkfree sieht übrigens nicht nur wie Microsoft Office aus, sondern schreibt und liest auch nur dessen Formate. Nicht einmal ein PDF-Export fand den Weg in die Suite. Wer aber die meiste Zeit mit Microsofts Büropaket arbeitet und eine plattformunabhängige Onlinealternative sucht, findet in Thinkfree Office durchaus eine umfangreiche Software im klassischen Bedienstil.

Acrobat.com

Adobe benutzt als dritten Lösungsweg für ein Online-Büro: Flash. Zum Abspielen von Youtube-Videos oder Zocken von kleinen Online-Spielchen nimmt das Flash-Plugin derzeit einen wichtigen Stellenwert im Internet ein. Adobe baut gleich eine ganzes Büropaket daraus und vermarktet es unter Acrobat.com.

Das etwas eigenwillige Bedienkonzept erwartet von Ihnen, dass Sie den Mauszeiger über die wenigen sichtbaren Schalter fahren lassen, um neue Menüleisten hervorzuzaubern. Auf diese Weise bleibt der Arbeitsdesktop immerhin stets übersichtlich und wirkt nicht überladen (Abbildung 7). Nach dem Login erwartet Sie Ihr persönlicher Arbeitsbereich, den Sie mit anderen Mitgliedern teilen dürfen. Er wirkt wie ein Dateimanager und bleibt, solange Sie nur diesen einen brauchen, kostenfrei.

Abbildung 7: Die Benutzerführung von Acrobat.com gestaltet sich übersichtlich, aber leicht gewöhnungsbedürftig.

Nutzen Sie Acrobat.com professionell und benötigen daher mehr dieser Arbeitsbereiche, fallen monatlich Kosten von mindestens 15 US-Dollar an – theoretisch. Praktisch bietet Adobe.com hierzulande den entsprechenden "Premium"-Account noch gar nicht an, er bleibt bislang Nordamerikanern vorbehalten. Schon die kostenlose Version bietet Web-Konferenzen mit bis zu zwei weiteren Personen, und Sie dürfen fünf lokale Dokumente ins PDF-Format konvertieren. Dass Adobe gerade diese Option als "Extra" bewirbt, grenzt an einen Treppenwitz.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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LinuxUser 06/2012

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