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© Zsuzsanna Kilian, sxc.hu

Sammelstelle

Sammlungen verwalten mit Data Crow

01.07.2010 Fast jeder frönt der ein oder anderen Sammelleidenschaft. Linux und Data Crow erweisen sich als das ideale Gespann, um beim Horten der Schätze stets den Überblick zu behalten.

Umfangreiche Sammlungen – ob Briefmarken, Münzen, Bücher, Musik oder Filme – haben die unangenehme Angewohnheit, mit wachsender Größe zunehmend mehr Aufmerksamkeit beim Verwalten zu binden. Hier hilft der PC dabei, Ordnung in die Bestände zu bringen. Der Nachteil der meisten freien Softwarelösungen liegt jedoch in ihrer mangelnden Flexibilität.

Meist konzentrieren sie sich nur auf eine spezifische Sammlungsform: Rhythmbox verwaltet Musik, Alexandria schafft Ordnung im Bücherregal, Calibre katalogisiert E-Books. Wollen Sie dagegen mehrere Kollektionen unter einer Oberfläche verwalten, bietet sich mit Data Crow [1] eine unter der GPL stehende Lösung an, die sich erfreulicherweise nicht auf ein Sammlungsgebiet beschränkt.

Data Crow einrichten

Als Java-Applikation benötigt Data Crow eine passende Java-Laufzeitumgebung (siehe Kasten "Java installieren"). Um den Sammlungsmanager einzurichten, laden Sie von der Data-Crow-Website das rund 38 MByte große Installer-Archiv herunter [2] und entpacken es im Terminal mittels des Befehls unzip datacrow_Version >_installer.zip. Dabei kommen drei Dateien zum Vorschein, darunter das Skript installer.sh. Mit chmod a+x installer.sh machen Sie es ausführbar und rufen es anschließend auf.

Java installieren

Unter Debian und Ubuntu sowie deren Derivaten installieren Sie via Synaptic die Pakete sun-java6-bin und sun-java6-jre.

Unter OpenSuse richten Sie die Java-Laufzeitumgebung über YaST ein, indem Sie zunächst im Suchfeld nach dem Begriff Sun suchen und anschließend das gefundene Paket java-1_6_0-sun installieren.

Auf anderen Distributionen mit RPM-Paketmanagement laden Sie die Binärdatei jre-6u20-linux-i586-rpm.bin [3] auf Ihren Rechner. Anschließend wechseln Sie in jenes Verzeichnis, in das Sie Java installieren wollen.

Um die Laufzeitumgebung systemweit nutzbar zu machen, packen Sie es als root ins Verzeichnis /usr/local. Machen Sie mit dem Befehl chmod a+x jre-6u20-linux-i586-rpm.bin das Binary ausführbar und starten Sie es dann. Nach einer Lizenzabfrage legt die Installationsroutine im aktuellen Verzeichnis das Paket jre-6u20-linux-i586.rpm an. Mit dem Terminalbefehl rpm -iv jre-6u20-linux-i586.rpm installieren Sie nun die Java-Runtime.

Nach Abschluss der Einrichtung testen Sie mit der Befehlseingabe java -version im Terminal, ob das Paket korrekt installiert wurde.

Ein grafische Installationsroutine packt nun das Programm auf die Platte und führt Sie in wenigen Schritten durch die Konfiguration (Abbildung 1). Der Installer legt weder einen Menü-Eintrag noch ein Starter-Icon für Data Crow an. Dies müssen Sie manuell über die entsprechenden Werkzeuge der Desktop-Umgebung nachholen, in Gnome beispielsweise via System | Einstellungen | Hauptmenü.

Abbildung 1: Das Einrichten von Data Crow erledigen Sie in wenigen Schritten.

Die Entwickler von Data Crow raten bei Updates zur vorherigen Entfernen der alten Programmversion. Dazu liefern sie auch einen Uninstaller mit, den Sie im gleichnamigen Unterverzeichnis das Programmordners finden und gegebenenfalls mit java -jar uninstaller.jar in Gang setzen.

Los geht's

Beim ersten Programmaufruf fragt Data Crow zunächst die von Ihnen bevorzugte Sprache ab – neben Englisch stehen hier Deutsch, Italienisch, Französisch, Niederländisch und Spanisch zur Auswahl – und will anschließend noch wissen, ob Sie noch ein Anfänger oder bereits ein Experte im Umgang mit dem Sammlungsverwalter sind (Abbildung 2). Diese Nachfrage macht durchaus Sinn, denn aufgrund des großen Funktionsumfangs und der mannigfaltigen Features erschließt sich die Bedienung von Data Crow nicht unbedingt auf den ersten Blick.

Abbildung 2: Data Crow versucht, sich den Anwenderkenntnissen anzupassen.

Geben Sie sich als Anfänger zu erkennen, dann startet die Software einen (allerdings englischsprachigen) Assistenten, der sich vor dem eigentlichen Programmfenster einblendet und Sie Schritt für Schritt mit den Funktionen von Data Crow vertraut macht: Zunächst wählen Sie aus einer vorgegebenen Liste die Art von Sammlung aus, die Sie katalogisieren möchten. Dabei stehen unter anderem Module zum Erfassen von Audio-CDs, Büchern, Filmen und Video-DVDs zur Auswahl (Abbildung 3).

Abbildung 3: Data Crow bringt bereits eine Menge vorgefertigter Module mit.

Nach Anklicken des gewünschten Moduls bietet die Applikation in einem weiteren Fenster verschiedene Optionen, um Daten und Beschreibungen zu den Medien der Sammlung hinzuzufügen. Data Crow kann dabei sowohl im Internet verfügbare Inhalte als auch lokal auf der heimischen Festplatte abgespeicherte Medien und Dateien verwalten. Da die Software zusätzliche Informationen zu den Medien aus dem Internet abruft, sollten Sie auch beim Erfassen einer Sammlung, die ausschließlich aus Offline-Inhalten besteht, über einen Zugang zum Internet verfügen.

Nun teilen Sie Data Crow mit, ob sich Ihre Sammlung auf lokal abgespeicherte Inhalte bezieht oder auf externe Medien, beispielsweise Video-DVDs oder VHS-Bänder, die Sie Ihrer Kollektion hinzufügen möchten. Sofern Sie Audio-CDs oder Video-DVDs katalogisieren möchten, empfiehlt es sich, die Mediadaten über die Online-Suche abzurufen. Dazu klicken Sie auf das kleine Weltkugel-Symbol und tragen anschließend im Suchfenster die entsprechenden Daten zum Interpreten oder Titel ein. Hier wählen Sie links im Bild auch den Suchmaschinen-Server aus, wobei sich der Musicbrainz-Server eher für Audio-CDs eignet, während Sie ausführlichere Beschreibungen und Daten für Video-DVDs oder VHS-Filme eher beim Amazon-Server finden.

Die entsprechende Suche starten Sie mit einem Klick auf die Schaltfläche Finden rechts oben im Suchfenster. Data Crow führt nun die Ergebnisse in einer Liste auf (Abbildung 4). Bei Audio-CDs bekannter Interpreten nimmt das längere Zeit in Anspruch, da die Liste sämtliche Daten zu den einzelnen Titeln, deren Länge und dem Erscheinungsjahr aufführt. Die Anzeige fällt etwas übersichtlicher aus, wenn Sie über dem Anzeigebereich den Reiter Tabellen-Ansicht anklicken, der die Inhalte neben- statt übereinander darstellt.

Abbildung 4: Die Web-Suche von Data Crow fördert innerhalb kürzester Zeit Informationen zu den gesuchten Artikeln zutage.

Haben Sie einen oder mehrere der gewünschten Titel lokalisiert, so markieren Sie den jeweiligen Listeneintrag und klicken auf die Schaltfläche Eintrag hinzufügen. Nun startet ein erneuter Suchlauf nach zusätzlichen Daten zu diesem Titel. Nach dem Schließen des Fensters durch Aktivieren des gleichnamigen Buttons gelangen Sie in das Hauptfenster von Data Crow, in dessen mittlerem Bereich die Daten zur gesuchten CD erscheinen. Durch Klicken auf den CD-Eintrag und anschließend auf die Schaltfläche Speichern fügen Sie die Audio-CD der Sammlung hinzu.

Ein Klick auf den Reiter Audio-CDs links über dem Anzeigebereich des Hauptfensters fördert die Sammlungsdaten zutage. Links wählen Sie jeweils die Alben aus, woraufhin Data Crow rechts die zugehörigen Informationen präsentiert. Viele davon erscheinen unterstrichen, was bedeutet, dass Sie über einen Klick darauf zusätzliche Daten online abrufen können.

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LinuxUser 03/2012

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