Optionen

Für die meisten Alien-Optionen gibt es eine schnell zu tippende Kurzform und eine selbsterklärende Langform. Die Option zum Erzeugen von TGZ-Archiven lautet -t>, die Langform dazu --to-tgz. Zum automatischen Anpassen von Startup-Skripten und Pfaden gemäß dem File Hierarchy Standard (FHS) [5] gibt es eine Reihe von Optionen (--patch=Datei, --anypatch und --nopatch).

Bestehende Pre- und Post-Install- sowie Remove-Skripte bleiben erhalten, sofern Sie im Aufruf die Option -c mit angeben. Weitere Optionen wie --test, --description="Beschreibung", --generate und --veryverbose dokumentiert das Handbuch zu Alien ausführlich. Die beiden letztgenannten Optionen helfen dabei, Problemen beim Umwandeln auf die Spur zu kommen.

Systemspezifische Modifikationen von Startup-Prozessen (/etc/init.d/ und entsprechende symbolische Links) nimmt Alien nicht vor – hier müssen Sie gegebenenfalls selbst Hand anlegen. Gewinnen Sie dabei allgemein verwertbare Erkenntnisse, stoßen Sie beim Projekt damit jederzeit auf offene Ohren.

Praktisches Beispiel

Überlegen Sie zum Beispiel Nmap, ein Werkzeug zur Netzwerkanalyse [6], auf einem System zu integrieren, bei dem es sich nicht in den Repositories findet, lohnt sich der Griff zu Alien. So haben Sie die Möglichkeit, das Programm im Einsatz zu sehen, bevor Sie es aufwändig aus den Quellen bauen.

Zunächst laden Sie das Nmap-Paket als RPM in ein vorbereitetes Verzeichnis. Danach rufen Sie Alien mit den Optionen --scripts und -g auf (Abbildung 1). Die erste Option versucht, die Skripte anzupassen, die Sie zur Installation und Deinstallation des Pakets benötigen. Es empfiehlt sich, sicherheitshalber die automatisch korrigierten Skripte vor dem Einsatz darauf zu prüfen, ob die enthaltenen Pfade stimmen. Die zweite Option legt ein temporäres Verzeichnis an, in dem Alien das Paket vor der Installation baut.

Abbildung 1: Nach dem Download geht es an die Testinstallation von Nmap.

Danach prüfen Sie mittels ldd, ls und nachfolgender Versionsabfrage, ob sich die Software der Wahl mit Ihrem System verträgt. Sieht alles gut aus, erzeugen Sie ein Paket, das Sie wie gewohnt mittels dem vorhandenen Paketmanagement installieren.

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