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In ureigener Sache

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

2009 dürfte als das bisher schwierigste Jahr in die deutsche Zeitungsgeschichte eingehen: Nicht nur, dass die Print-Presse Leser verliert, allein in den ersten fünf Monaten des Jahres ging auch noch das Anzeigenvolumen im Vergleich zum 2008 um 12 Prozent zurück [1]. Nach dem klassischen Business-Modell für Zeitschriften finanzieren die Leser über den Kaufpreis die reinen Herstellungskosten, alles andere muss über die Anzeigenkunden erwirtschaftet werden. So reagieren denn auch einige Verleger mittlerweile panisch und wollen die fehlenden Summen kurzerhand von den Internet-Lesern einfordern.

Springer-Chef Mathias Döpfner sieht "rechtsfreie Zonen" und "Hehlerware im Netz" würden die Existenz der freien Presse gefährden und fordert digitale Wasserzeichen und eine rigorose Strafverfolgung [2]. Hubert Burda, Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), forderte gar jüngst, der Staat müsse im Sinn eines "erweiterten Leistungsschutzrechts" das Kulturgut des Qualitätsjournalismus vor Suchmaschinen schützen [3]. Auch der Gedanke einer generellen Urheberrechtsabgabe für Internet-Nutzer taucht immer wieder an den verschiedensten Stellen auf.

Kann ein Verlag tatsächlich nur leben, wenn er sich jeden digitalen Content teuer bezahlt lässt? Werden Redakteure zum Hartz-IV-Fall, wenn Interessierte ihre Artikel auch zum Nulltarif lesen können? Daran hat Linux New Media, der Verlag hinter den großen deutschen Linux-Publikationen Linux-Magazin, LinuxUser und EasyLinux, noch nie geglaubt. Schon seit vielen Jahren offerieren alle Monatshefte des Verlags einen guten Teil jedes Hefts sofort nach dem Erscheinen als HTML online, und nach Jahresfrist stehen alle Inhalte einer Ausgabe kostenfrei im Web zur Verfügung.

Zusätzlich bieten wir seit der letzten Ausgabe die kostenlose LinuxUser Community-Edition im PDF-Format unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-NC-ND [4] an. Sie dürfen das jeden Monat rund 30 Seiten starke E-Zine also beliebig kopieren, gedruckt oder als Datei an Freunde, Bekannte und Kollegen weitergeben, auf Ihre Website stellen – oder was immer ihnen sonst dazu einfällt. Die Community-Edition enthält handverlesene Artikel aus dem Heft und erscheint jeweils einige Tage, bevor die Ausgabe am Kiosk liegt. So bietet sie Ihnen gleichzeitig auch eine Themenvorschau. Ein Archiv aller bereits erschienen Community-Edition-PDFs finden Sie zudem unter http://www.linux-user.de/CE/. Dort können Sie bei Interesse auch einen monatlichen Vorschau-Newsletter bestellen – mit oder ohne anhängendes PDF [5].

Wir glauben im Gegensatz zu Hubert Burda, dass man dem Qualitätsjournalismus am besten dient, indem man ihn verbreitet – nicht, indem man ihn wegsperrt. Die Reaktion auf unser neues E-Zine gibt uns recht: Mehr als 6000 Interessenten hatten bis Anfang Juli bereits die erste LU-CE-Ausgabe heruntergeladen, und über 2000 zusätzlich den Vorschau-Newsletter abonniert. Falls Sie unsere Community-Edition noch nicht kennen, schauen Sie doch mal rein – und lassen Sie mich wissen, was Sie davon halten.

Mit herzlichen Grüßen,

Jörg Luther

Chefredakteur

Infos

[1] BDZV-Pressemitteilung vom 9.7.2009: http://www.bdzv.de/pressemitteilungen+M58394d4a794.html

[2] "Rechtsfreie Zonen": http://www.netzeitung.de/medien/1376101.html

[3] Burda fordert Schutz vor Suchmaschinen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/141320

[4] Lizenz CC-BY-NC-ND: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/

[5] Vorschau-Newsletter: http://www.linux-user.de/Newsletter/

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Infos zum Autor

Jörg Luther

Jörg Luther arbeitet seit 1995 als IT-Journalist. Seine Vorliebe für das freie Betriebssystem lebt er privat in der LUG Erding und beruflich seit 2004 als Chefredakteur des LinuxUser aus.

Zum Blog von Jörg Luther →


Infos zur Publikation

Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift LinuxUser.

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LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Für weitere Informationen zum Heft klicken Sie hier.

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