Home / LinuxUser / 2009 / 03 / Non scholae, sed vitae

Top-Beiträge

Flyer mit Scribus und GIMP druckereigerecht erstellen
(242 Punkte bei 9 Stimmen)
Deep Purple
(240 Punkte bei 10 Stimmen)
Power7 auf der CeBit
(211 Punkte bei 7 Stimmen)
Mandriva-Navi
(188 Punkte bei 5 Stimmen)
"Wir würden es wieder tun!"
(179 Punkte bei 5 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Partner-Links:

PC + Linux Hilfe finden Sie unter pchilfe.org
Shopping
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 7000 Shops,
2.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Gutscheine und Gewinnspiele.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Bei Freeware bietet Ihnen kostenlose Software Downloads von Programmen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Non scholae, sed vitae

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

in ein wahres Wespennest stach ich mit dem letzten Editorial über die geringe Verbreitung von Linux an deutschen Schulen: Die Folge war eine wahre Flut an Zuschriften von Lehrern, Eltern und Entwicklern, mit der ich auch jetzt noch immer beschäftigt bin. Ich bitte an dieser Stelle alle um Nachsicht, deren Mails und Briefe ich noch nicht beantworten konnte, und verspreche, mich bei jedem so bald wie möglich zu melden. Der Korrespondenz konnte ich eine ganze Reihe von Fakten entnehmen, die ich Ihnen nicht vorenthalten will.

Die Situation beim Einsatz von Linux auf Servern in deutschen Schulen stellt sich als nicht ganz so dramatisch heraus, wie die letzten Monat zitierten Zahlen von Skolelinux vermuten ließen. So teilte mir etwa Helmut Hullen mit, der Maintainer des seit 1996 verfügbaren c't/ODS-Schulservers Arktur [1], dass diese Distribution an schätzungsweise 2000 Schulen installiert ist. Auf noch einmal 500 Installationen brächte es seines Wissens der Extis-Schulserver [2], der kommerzielle Nachfolger des ehemaligen "Suse Linux School Server". Recht verbreitet scheint auch der von den Anwendern sehr geschätzte "LinuxML" zu sein: Dabei handelt es sich um eine von der Landesmedienzentrale Baden-Württemberg entwickelte "pädagogische Musterlösung" (paedML, [3], [4]), die im Ländle mit Support für die Anwender angeboten wird. Das könnte ein bundesweit anwendbares Modell sein, schlüge hier nicht der Föderalismus wilde Kobolze: "Aufgrund der Entwicklung der Lösung aus der Medienoffensive Schule II des Landes Baden-Württemberg, unter den Bedingungen der Landesförderung, haben wir die verbindliche Auflage, die paedML nur Schulen in Baden-Württemberg anbieten zu können.", heißt es da.

Viele Lehrer würden Linux nur zu gerne im Unterricht einsetzen, stoßen aber bereits im Kollegenkreis auf Skepsis: "Meist werde ich belächelt, weil der 'Hacker' da schon wieder was mit diesem Linux macht. Von Anwendungen wie Kalzium und Easychem sind zwar alle begeistert – nur selbst traut sich keiner ran.", beschreibt etwa ein engagierter Chemielehrer die Situation. Wer diese Klippe umschifft, trifft regelmäßig auf den Widerstand der vorgesetzten Behörden: "Mein Kollege und ich befinden sich wie Asterix und Obelix in besetztem Territorium und behaupten uns nur durch viel Engagement, günstige politische Umstände, die zur Einführung unseres Linux-Servers verhalfen, und den Verweis auf den Informatik-Lehrplan des Landes Hessen, dass im Oberstufenunterricht im Fach Informatik den Schülern zumindest zwei Betriebssysteme bekannt sein sollen.", witzelt ein Informatik-Lehrer aus dem Frankfurter Raum. Anderen Pädagogen dagegen ist das Lachen schon vergangen: "Wir haben über 100 PCs im Schülernetz und rund 30 Rechner im Verwaltungsnetz. Betreut hat alles es ein Kollege, unter meiner Mithilfe, in Nachtschichten und unzähligen Überstunden. Er erhielt 3 Stunden Entlastung, ich nichts.", ärgert sich ein Lehrer aus NRW. Er freut sich verständlicherweise, dass die Administration nun endlich an eine Firma ausgelagert wurde – auch wenn das heißt, dass jetzt Windows läuft.

Non scholae, sed vitae discimus – klar, in der Schule wie im Leben kommt ja nicht nur Linux zum Einsatz. Dass aber beispielsweise Schüler Textverarbeitung nicht mit OpenOffice lernen und üben können, weil im Informatikunterricht die Prüfungen darin bestehen, mit Zeitvorgabe Texte in Microsoft Office zu formatieren (wie mir ein erboster Vater schrieb), lacht jeder Vernunft Hohn. Bildung darf nicht davon abhängen, dass es der elterliche Geldbeutel möglich macht, den Kindern nicht nur einen PC, sondern auch noch teure kommerzielle Software zu besorgen.

Herzliche Grüße,

Jörg Luther

Chefredakteur

Infos

[1] c't/ODS-Schulserver "Arktur": http://arktur.de

[2] Extis Open School Server: http://www.extis.de/index.php/schulserver

[3] paedML: http://www.support-netz.de

[4] linuxML: http://lehrerfortbildung-bw.de/netz/muster/linux/

Kommentare
Musterlösung BW ist fast frei
Thomas (unangemeldet), Mittwoch, 25. Februar 2009 16:50:27
Ein/Ausklappen

bis auf ein "Layout" und ein logo Bildchen
sowie der Tivoli und rembo2/mySHN4 Software
wobei als Alternative dafür das freie LINBO beiliegt
Quelle:
http://www.support-netz.de/...dml-linux-upgrade4-install.pdf






Bewertung: 158 Punkte bei 14 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
-
NEU: Linux-Musterlösung Rheinland-Pfalz
Sabato (unangemeldet), Sonntag, 29. März 2009 01:29:53
Ein/Ausklappen

Ein aktueller Bericht des Computerclubs Zwei (cczwei.de) von der Cebit erwähnt, dass auch in Rheinland Pfalz ein Debian-basiertes Linuxprojekt zur Musterlösung erkoren wurde.


Bewertung: 111 Punkte bei 15 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht
Einem Freund empfehlen    Druckansicht

Wertung: 52 Punkte (3 Stimmen)

Infos zur Publikation

Dieser Artikel stammt aus der Zeitschrift LinuxUser.

Aktuelles Cover

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Für weitere Informationen zum Heft klicken Sie hier.

Möchten Sie ein Probeabo (drei Ausgaben für 3 Euro) oder ein Jahresabo (ab EUR 56,10) bestellen, klicken Sie hier.

Tipp der Woche

Daisy das Dock
Marcel Hilzinger, 15.03.2010 08:09, 0 Kommentare

Es gibt zahlreiche Versuche, das traditionelle Panel durch ein optisch ansprechenderes oder anders gestaltetes Dock zu ersetzen. Die meisten Docks sind allerdings lediglich ein Imitat des Mac-...

Aktuelle Fragen

Computer schaltet nicht aus
Jens Döring, 15.03.2010 02:33, 2 Antworten
Hallo, ich nutze openSUSE 11.2 und habe seit einem Update folgendes Problem: - Computer schal...
ixquick.com
des pastscho, 13.03.2010 14:42, 1 Antworten
Hallo Leute Was haltet ihr von ixquick.com ? Die schreiben datenschutzfreundlichste Suchmasch...
gnome-panel CPU-Last 100%
Enrico Päschke, 09.03.2010 14:15, 4 Antworten
Hallo, ich verwende Gnome (2.28) und Debian Testing. Seit kurzem habe ich das Problem, dass de...
Schreibschutz aufheben
Christoph-J.Walter , 08.03.2010 10:31, 3 Antworten
Ich habe eine Mail mit Anhang (seriös) erhalten. Das Dokument ist schreibgeschützt. Ich möchte ab...
gnome-desktop unaufgefordert installiert
hans kellermann, 28.02.2010 13:05, 6 Antworten
Hi Linuxers, (SUSE 11.2, KDE4.4.0) updater-applet hatte einen großen Schwung an neuen updates, d...