Nicht zuletzt wegen der gestiegenen Energiekosten in den letzten Jahren rücken stromsparende Rechner immer mehr ins Rampenlicht. Viele Benutzer planen deshalb den Kauf eines leisen und effizient arbeitenden Geräts – oder haben es schon unter oder auf dem Schreibtisch. Vor rund acht Jahren läutete die Firma Transmeta den Trend zum besonders energieeffizienten Prozessor ein, heute beherrschen fast alle CPUs Stromspartechniken und reduzieren im Idle-Modus durch eine niedrigere Taktrate den Verbrauch.
Zugleich begnügen sich die integrierten Schaltkreise mit immer weniger Spannung: Benötigten Prozessoren früher noch mehr als 2 Volt, reicht heute schon die Hälfte – mobile CPUs zeigen sich teils noch genügsamer. Das allein sagt aber noch nichts über den tatsächlichen Verbrauch aus, da sowohl AMD als auch Intel Prozessoren auf den Markt werfen, die im ungünstigen Fall bis zu 140 Watt schlucken. Glücklicherweise haben beide Hersteller auch CPUs im Portfolio, die "nur" 35 bis 70 Watt verbrauchen.
Als Referenzboard für unseren Media-PC dient das KT690/mITX von Kontron [1]. Es besitzt unter anderem einen S1-Sockel für Mobilprozessoren, einen Compact-Flash-Sockel, zwei RAM-Steckplätze (DDR2 SO-DIMM) die theoretisch bis zu 32 GByte aufnehmen, sowie vier SATA- und einen PATA-Anschluss zum Betrieb von insgesamt sechs Laufwerken. Eine genauere Übersicht finden Sie in LinuxUser 07/2008. Das Board benötigte im damaligen Test unter normalen Arbeitsbedingungen, ausgestattet mit einer 4-GByte-CF-Karte, 512 MByte RAM und einem AMD Sempron 2100+, etwa 20 Watt – ein sehr guter Wert: Typische Desktop-Rechner ziehen nicht selten das vier- bis fünffache aus der Steckdose. Das Kontron-Board ist mittlerweile in Deutschland bei verschiedenen Versandhändlern [2] erhältlich, inklusive Verpackung und Transport kostet es etwa 200 Euro.
Prozessor
Grundsätzlich gilt es zwischen Mobil- und Desktop-Prozessoren zu unterscheiden: Letztere kosten erheblich weniger als die mobilen Zeitgenossen. Im Falle des Boards der Firma Kontron fühlen sich AMD-Prozessoren für den S1-Sockel dort heimisch. Diese recht selten Exemplare sind eigentlich nur für den OEM-Markt gedacht. Aus diesem Grund fällt der Prozessor für unseren Wohnzimmer-PCs vergleichsweise teuer aus.
Für den S1-Sockel gibt es verschiedene CPU-Modelle: Semprons, die nur einen Kern besitzen, und Turions mit zwei Kernen – im Volksmund Dual-Core-Prozessoren. Obwohl die Turions etwa 5 bis 8 Watt mehr an Leistung verbrauchen, liegt der Griff zu diesem Modell nahe, da sich sparsamere Alternative Sempron 2100+ nur schwer auftreiben lässt. Zugleich bietet ein Turion (Abbildung 1) wesentlich mehr Leistung als eine Sempron-CPU – wichtig etwa beim Umgang mit Filmen im Blu-Ray-Format.
Ebenfalls recht rar machen sich die CPU-Kühler für den S1-Sockel. Glücklicherweise hält Kontron zwei entsprechende Modelle [3] parat. Der Aufbau einer lüfterlose Variante setzt ein entsprechend gut durchblasenes Gehäuse voraus, da sonst die CPU und eventuell andere Komponenten infolge zu hoher Temperaturen Schaden nehmen.
Arbeitsspeicher
Die Speicherpreise befinden sich derzeit auf Talfahrt: Der 1-GByte-Riegel geht schon für etwa 15 Euro über den Ladentisch. In der Regel reichen zweimal 512 MByte für einen Wohnzimmer-PC vollkommen aus. Möchten Sie auf Nummer Sicher gehen, statten Sie das System mit 2 GByte aus. Das Board benötigt die von Laptops bekannten DDR2-SO-DIMMs mit einer Frequenz von 667 MHz. Dieser Speichertyp kostet nicht viel mehr als gängiger Desktop-Arbeitsspeicher.



