Datenübertragung

Zwar bewirbt der Hersteller die Möglichkeit, die Mediabox ins heimische Netz zu integrieren, doch die Box agiert lediglich als SMB-Client, nicht jedoch als Server. Um auf Medien auf einem Linux-PC zuzugreifen, müssen Sie dort zunächst den Samba-Server installieren und danach eine Freigabe definieren. Die einfachste Variante, ein für alle Benutzer les- und schreibbares Share, richten Sie mit folgender Ergänzung in der Datei /etc/smb/smb.conf ein:

[Freigabename]
path = /Pfad/zur/Freigabe/
read only = No
guest ok = yes

Bei den meisten aktuellen Distributionen müssen Sie diese Datei aber gar nicht mehr von Hand editieren. Unter OpenSuse etwa klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Verzeichnis und wählen aus dem Kontextmenü Eigenschaften. Danach richten Sie unter Freigabe das Share ein.

Beim Kopieren fiel die langsame Transferrate von gerade einmal 10 Mbit/s auf. Angesichts der Größe mitgeschnittener Filme (ja nach Qualität bis zu 4 GByte je Spielstunde) gerät die Übertragung auf den eigenen Rechner damit zum Geduldsspiel. Deutlich schneller geht das Kopieren über die USB-Schnittstelle: Hier kommt die Box auf eine Transferrate von 26 MByte/s, was etwa zwei Drittel der möglichen Geschwindigkeit von USB 2.0 entspricht.

Die Mediabox erlaubt das Abspielen von Mediendateien direkt von der Quelle, etwa einer Netzwerkfreigabe, auf ein TV-Gerät. Alternativ kopieren Sie die Inhalte auch auf die integrierte Festplatte. Allerdings zeigte sich im Test, dass ein rekursives Kopieren von Verzeichnissen vom Netz auf die lokale Platte nicht möglich ist: Sie müssen jede einzelne Datei von Hand zum Kopieren markieren.

Betrieb

Beim ersten Einschalten blieb die Box zunächst ohne Funktion. Das erwies sich als reproduzierbarer Systemabsturz, der immer dann auftritt, wenn Sie das Gerät das erste Mal nach dem Anstecken über den über den Taster an der Front anschalten. Bis das System betriebsbereit ist, vergehen etwa 20 bis 30 Sekunden.

Sowohl die On-Screen-Benutzeroberfläche als auch die Fernbedienung erwiesen sich als sehr benutzerfreundlich und ermöglichten ein intuitives Bedienen der Box. Allerdings reagierte sie auf Anweisungen recht träge, und ließ schon mal die eine oder andere Sekunde verstreichen, bis sie die gewünschten Aktionen ausführte.

Die Video-Ein- und Ausgänge erlauben es, das Gerät beispielsweise zwischen Fernseher und DVB-T-Empfänger zu schalten. Es agiert dann als Festplattenrekorder mit Timeshift-Funktion. Allerdings schleift das Gerät die Signale weder in ausgeschaltetem noch im Ruhezustand durch. Um fernzusehen, muss die Multimedia-Box in dieser Konstellation also ständig in Betrieb bleiben.

Das Timeshift ermöglicht, Sendungen bis zu 47 Minuten zu unterbrechen und danach aus dem Cache abzuspielen. In diesem Modus umgehen Sie beispielsweise Werbeeinblendungen durch schnelles Vorspielen. Ein Aufnahmetimer erlaubt, wie mit einem Videorekorder zu festgelegten Zeiten Sendungen aufzunehmen. Mangels internem DVB-Empfänger muss der externe dann allerdings auf dem richtigen Kanal angeschaltet sein.

Als Aufnahmemodus wählen Sie zwischen fünf verschiedenen Qualitätsstufen, von Long Play bis High Quality. In der besten Qualitätsstufe (HQ) fallen etwa 4 GByte pro Stunde Aufnahme an. Die Box speichert die Mitschnitte in der ersten, FAT-formatierten Partition und teilt sie selbständig in 4 GByte große Stücke auf, der größten von FAT32 verwaltbaren Einheit. Als Speicherformat kommt PS-MPEG (MPEG 2) zum Einsatz, das sich mit VLC oder Mplayer problemlos abspielen lässt.

Bei der Wiedergabe von Mediendaten zeigt sich die Box von ihrer besten Seite. Beinahe alle getesteten Filme spielte sie klaglos ab, lediglich bei Dateien im Format wmv, rm und mov verweigerte sie den Dienst. Beim Abspielen von Musikdateien (mp3, wma, aac und ogg) erscheinen auf dem Bildschirm die Meta-Informationen zu den jeweiligen Titeln. Auch Bilder im JPEG- und BMP-Format zeigt das Gerät an, auf Wunsch sogar als Diashow mit musikalischer Untermalung. Der Empfang gestreamter Mediadaten, etwa von Shoutcast [2], ist nicht möglich.

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