Aufmacher

HDR/DRI-Bilder unter Linux erstellen

Bezaubernde Dynamik

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Ob als knallige, effektgeladene Eyecatcher oder perfekt ausgeleuchtete Kunstwerke: Die HDR-Technik eröffnet Fotografen auch unter Linux neue Perspektiven.

Jeder, der schon einmal ein stimmungsvolles Foto eines Sonnenuntergangs aufnehmen wollte, kennt das Problem: Entweder versinkt der Vordergrund in Schwarz oder der Abendhimmel überstrahlt das ganze Bild, das dann jegliche Konturen verliert. Das Problem: Die Kamera sieht anders als das Auge. Während der Mensch vierzehn Lichtwertstufen problemlos verarbeitet, schafft die Digitalkamera je nach Typ nur sieben bis neun.

In der Regel verwendet der Fotograf deswegen einen Durchschnittswert, indem er die Helligkeit in der Mitte des Motivs misst. Bereiche, die stark über oder unter diesem gemittelten Wert liegen, erscheinen auf dem Bild dann in grellem Weiß oder kontrastarmen dunkelgrauen Tönen.

Was sind HDR-Bilder?

HDR steht für "High Dynamic Range". Solche Bilder besitzen einen höheren Dynamikumfang und stellen deshalb ein größeres Spektrum an Helligkeitsstufen dar als gewöhnliche Aufnahmen. Echte HDR-Bilder lassen sich nur mit speziellen, für den Normalanwender praktisch unerschwinglichen Apparaten aufnehmen. Um solche Bilder auch mit einer gewöhnlichen Kamera zu erstellen, gilt es deshalb, auf einen kleinen Trick zurückzugreifen.

Der Fotograf macht mehrere Bilder eines Motivs mit verschiedenen Belichtungszeiten, die er später am Computer mit dem DRI-Verfahren übereinanderlegt (Abbildung 1). Diese Bearbeitung macht zwar die einzelnen Bilder nicht besser, jedes davon enthält aber andere Helligkeitsinformationen, die in der Summe eine Aufnahme mit einem sehr hohen Dynamikumfang ergeben. Je mehr Fotos Sie benutzen, desto besser – drei Schnappschüsse mit unterschiedlichen Belichtungen reichen jedoch gewöhnlich aus.

Abbildung 1: Die DRI-Technik erlaubt es, Kontrastbereiche, die den Dynamikumfang der Kamera normalerweise übersteigen darzustellen.

Die richtige Ausrüstung

Als Minimalanforderung benötigen Sie eine Kamera, die es ermöglicht, die Belichtungszeit manuell einzustellen – das können die meisten derzeit auf dem Markt erhältlichen Digitalkameras. Da Aber jedes Nachjustieren potentiellen zum Verwackeln führt, empfiehlt sich der Einsatz von Kameras mit einer Belichtungsreihenfunktion, auch Bracketing genannt. Dieses Feature erstellt automatisch drei bis fünf verschieden belichtete Fotos direkt hintereinander. Der Belichtungsabstand zwischen den Bildern lässt sich meist zwischen 0,3 und 2 Blendenstufen frei wählen. Darüber hinaus leistet ein Selbstauslöser zum Vermeiden von Wacklern beim Drücken des Auslösers gute Dienste.

Wichtig ist, dass Sie das Motiv aus genau dem selben Winkel und der identischen Position heraus aufnehmen. Selbst die kleinste Bewegung der Kamera macht es schwieriger, später die Fotos zu einem HDR-Bild zusammenzufügen. Die Bearbeitungssoftware bügelt zwar Verschiebungen in einem begrenzten Umfang aus, aber bereits ein leichtes Drehen macht eine Korrektur nahezu unmöglich.

Aus diesem Grund empfiehlt sich der Einsatz eines Stativs. Die gibt es in allen möglichen Formaten und Höhen. Einsteiger-Stative kosten etwa 20 Euro, eine optimale Stabilität bekommen Sie aber erst in der Preisklasse ab etwa 80 Euro. Es gilt die Faustregel, dass das Stativ mindestens das Gewicht der Kamera besitzen sollte. Eine Ausnahme machen Tisch- und Kleinstative wie etwa der Gorillapod [1], den der Hersteller in drei Größen anbietet. Die biegsamen Beine lassen sich gut an den Untergrund anpassen oder sogar um Äste oder Zäune wickeln.

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