Festplattenimages zentral verwalten mit FOG

Aus LinuxUser 09/2008

Festplattenimages zentral verwalten mit FOG

Einfach draufgebacken

Das schnelle Sichern und Zurückspielen von Festplatten-Images erleichtert die Arbeit mit wichtigen Systemen. FOG stellt diese Funktion für Linux-Umgebungen bereit.

Die Backup-Software Free Open Source Ghost (FOG) orientiert sich am bekannten Norton Ghost. Ermöglichte das freie Tool bisher jedoch nur, Images von Windows-Rechnern zu erstellen, unterstützt das Programm seit Version 0.18 in begrenztem Umfang das Sichern und Wiederherstellen von Linux-Images.

Um FOG [1] zu verwenden, brauchen Sie einen Linux-Rechner mit einer großen Festplatte als Backup-Server sowie Clients, die via PXE booten können. Die Entwickler haben FOG mit Ubuntu- und Fedora-basierten Distributionen getestet, sodass sich diese als Testsystem anbieten. Das Aufsetzen eines FOG-Servers gestaltet sich angenehm einfach, wenn Sie das Programm auf einem solchen System installieren.

Unter Ubuntu genügt es, FOG herunterzuladen [2] und in /opt zu entpacken. Falls noch nicht geschehen, aktivieren Sie in der /etc/apt/sources.list die Repositories Universe, Multiverse und Partner, indem Sie die Kommentar-Rauten löschen. Anschließend rufen Sie mit Root-Rechten das Installationsskript /opt/fog/bin/installfog.sh auf. Es installiert benötigte Abhängigkeiten wie PHP5, MySQL und einen DHCP-Server nach und fragt einige Parameter zum Netzwerk-Setup ab.

Läuft auf Ihrem Rechner schon ein MySQL-Server, passen Sie in /var/www/fog/commons/config.php bei Bedarf noch das entsprechende Passwort (MYSQL_PASSWORD) an, um später entsprechende Datenbanken anzulegen oder auf den neusten Stand zu bringen. Damit ist der Backup-Server fertig eingerichtet, und sie können sich über einen Browser bei ihm anmelden (http://IP-Adresse/fog/). Als Standard-Benutzernamen haben die Entwickler fog eingestellt; das zugehörige Passwort lautet password.

Loggen Sie sich das erste Mal ein, erstellt FOG auf Wunsch die benötigten MySQL-Tabellen. Nun dürfen Sie im FOG-Portal (Abbildung 1) schalten und walten, wie Sie wollen. Hier legen Sie Benutzer, Hosts sowie Images an und konfigurieren verschiedene Tasks, FOG-Services oder Drucker.

Abbildung 1: Host-Verwaltung im FOG-Portal, wichtig ist die korrekte MAC-Adresse der einzelnen Clients.

Abbildung 1: Host-Verwaltung im FOG-Portal, wichtig ist die korrekte MAC-Adresse der einzelnen Clients.

Sichern und Wiederherstellen

Um das Image eines Rechners auf den FOG-Server zu sichern, machen Sie erst den Client mit FOG bekannt. Dazu tragen Sie einfach in der Rubrik Hosts Namen und MAC-Adresse des zu sichernden Rechners ein. Der Name hilft Ihnen später, zu erkennen, um welchen Rechner es sich handelt; die MAC-Adresse braucht FOG, um seine Arbeit zu erledigen und nicht versehentlich eine Aufgabe an den falschen Rechner heranzutragen.

Jetzt teilen Sie FOG unter Images mit New Image Ihre Vorstellungen des zu erstellenden Abbilds mit. Für Linux stehen drei verschiedene Varianten zur Auswahl: Multiple Partition Image — Single Disk und All Disks sowie RAW-Image. Letzteres erstellt FOG mit dem Befehl dd auf dem Clientsystem – eine langwierige und viel Plattenkapazität fressende Angelegenheit. Die anderen beiden Varianten erstellen ebenfalls Abbilder der kompletten Festplatten, komprimieren diese aber mit Gzip.

Das frisch erstellte Image weisen Sie unter Hosts dem zugehörigen Client-PC zu. Anschließend klicken Sie in der Rubrik Task Management auf List All Hosts, um das Festplattenabbild auf den FOG-Server zu übertragen. Wählen Sie aus der Host-Liste den Client und erstellen Sie mit einem Klick auf das Upload-Symbol einen neuen Task. Starten Sie den entsprechenden Client und achten Sie darauf, dass in dessen BIOS PXE als erstes Boot-Gerät aktiviert ist. Auf dem Client startet ein dediziertes FOG-Linux-System, welches das Festplattenimage problemlos auf den Server überträgt.

Das Zurückspielen der Images nach einem Crash gestaltet sich ebenso einfach: Einen Task anlegen, den Client starten und warten, bis FOG das Image übertragen hat. Das Übertragen vom FOG-Server auf den Client läuft viel schneller ab als das Sichern. Unser Testsystem, dessen Festplatte durch den rigiden Einsatz von Fdisk keine sinnvolle Struktur mehr aufwies, funktionierte nach dem Zurückspielen des zuvor gesicherten Systems wieder problemlos.

Fazit

FOG bietet zwar unter Linux noch nicht alle Funktionen, die wünschenswert wären, erlaubt aber bereits jetzt einen sinnvollen Einsatz. Ein Blick lohnt sich für alle, die Ihr System in Form von Snapshots sichern möchten oder auf mehreren Rechnern die gleiche Konfiguration fahren.

Unangenehm fällt auf, dass manche Begriffe und Icons im FOG-Portal eher verwirrend als selbsterklärend erscheinen. Beim Einrichten des Programms findet zudem keine vernünftige Dokumentation den Weg auf die Festplatte, und das FOG-Portal enthält keinen helfenden Link. Das macht die Bedienung nicht eben leichter. Im Netz existiert zwar ein FOG-Wiki [3], das zwar gelegentlich weiterhilft, aber nicht immer ganz auf dem neusten Stand zu sein scheint.

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