Marke Eigenbau
Multimedia-PC fürs Wohnzimmer
Montagearbeiten
Legen Sie sich zunächst einen Kreuzschlitzschraubendreher zurecht. Legen Sie alle Bauteile in Reichweite. Gehen Sie bei den folgenden Arbeiten sorgsam vor und vermeiden Sie grobe Gewalt. Kommt es zu einem Defekt, erlischt auch der Garantieanspruch. Fassen Sie die Bauteile möglichst nur an den Rändern an. Um Schäden durch elektrostatische Aufladungen zu vermeiden, sorgen Sie für eine Entladung: Ein kleines Kabel von Ihrem Arm zu einem isolierten Heizungsrohr genügt.
Schrauben Sie die Blende an der Gehäuserückseite ab und brechen Sie das vorbereitete Metallstück heraus. Hier wird später die TV- Karte mit Ihren Anschlüssen nach außen zeigen. Lösen Sie die Schraube, die den Festplattenrahmen am Gehäuse fixiert und ziehen Sie den Rahmen heraus. Nun setzen Sie diesen auf die Festplatte auf und befestigen ihn mit zwei Schrauben. Schließen Sie die Festplatte an das Stromkabel an. Mit einem Datenkabel verbinden Sie Festplatte und Motherboard. Setzen Sie die Festplatte in den dafür vorgesehenen Halterungsrahmen ein.
Entscheiden Sie sich für die Verwendung einer 3,5-Zoll-Festplatte, müssen Sie diese nur in die Halterung auf dem Gehäuseboden einschieben, befestigen und anschließen. Um stattdessen eine oder zwei 2,5-Zoll-Festplatten einzubauen, verwenden die die Halterung in der linken vorderen Gehäuseecke. Dazu lösen Sie die Halterung aus dem Gehäuse, setzen Sie die Festplatten ein und befestigen sie mit je zwei Schrauben. Anschließend setzen Sie die Halterung wieder ein und schrauben sie an.
Setzen Sie den Arbeitsspeicher in das Motherboard ein. Drücken Sie die Riser-Karte in den PCI-Slot, setzen Sie die TV-Karte ein und befestigen Sie diese am Gehäuse. Abschließend setzen Sie das DVD-Laufwerk ein und schließen das Gehäuse. Nun gilt es noch den Monitor mit dem Rechner zu verbinden, ein Keyboard anzuschließen und eine Maus einzustöpseln. Für den Anschluss des Monitors benötigen Sie eventuell einen Adapter: Ältere Monitore verfügen noch nicht über einen DVI-Eingang.
Linux drauf
Das Via Epia EX15000G verlangt nach einem aktuellen Kernel. Achten Sie bei der Auswahl einer Linux-Distribution darauf, dass diese Kernel 2.6.19 oder höher verwendet, da es sonst Schwierigkeiten beim Treiber-Support gibt. Um herauszufinden, ob die gewählte Distribution das Board grundsätzlich unterstützt, empfiehlt es sich, zunächst eine Live-Version zu booten, sofern eine solche zur Verfügung steht.
Wir haben zunächst Kubuntu 7.04 verwendet, das ohne Probleme mit dem Via-Board kooperierte (Abbildung 5). Auch mit Mandriva 2008 und Knoppix 5.1.1 (Abbildung 6) kamen wir zu guten Ergebnissen. Hier traten lediglich bei der Soundausgabe Probleme auf, da keine der Distributionen der verbauten Audio-Chip out of the box unterstützt. Hier gilt es, einen passenden Treiber nachzuinstallieren.
Linux-Treiber für verschiedene Distributionen stellt Via auf seiner Webseite [1] bereit. Wählen Sie dort auf der linken Seite Treiber-Download und scrollen Sie auf der neuen Seite in der Liste der unterstützten Betriebssysteme nach unten, bis Sie Ihre Distribution finden. Alternativ offeriert Via auch die Quelltexte der Treiber sowie eine nicht distributionsgebundene Treiberversion zum Download. Achten Sie darauf, dass Sie einen Treiber für den Chip VIA VT1708A wählen.
Im Test haben den Audio-Treiber für Ubuntu auf unseren Rechner geladen (Abbildung 7). Dieser lässt sich auch für andere Distributionen verwenden und unterstützt neben Ubuntu auch Fedora Core 4 bis 6, Mandriva 2006 und 2007, OpenSuse 10.2 sowie Debian 3.1r4.
Um den Treiber zu installieren, benötigen Sie administrative Rechte. Wechseln Sie also in den Superuser-Modus und entpacken Sie erst einmal den Treiber. Anschließend wechseln Sie in das dabei erstellte Verzeichnis und richten den Treiber ein:
# unzip Linux_HD_AudioCodec_V140.zip # tar -x via_ubuntu_7.04_linux_hd_audio_ig_ver0.8.tar # cd /via-linux-audiopackV.140 # ./install
Damit sind die notwendigen Anpassungsarbeiten aber auch schon erledigt. Den Aufwand für Download und Installation des Treibers belohnt der Mini-ITX-PC mit kristallklarem 8.1-Sound.



